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Börsentelegramm

US-Weizen steigt, Mais und Soja im Plus, Raps schwächer

von , am
05.06.2015

Nach kurzer Konsolidierungsphase ging die Erholungsphase beim US-Weizen weiter. Im späteren Handel konnte auch der Weizen in Paris punkten. Der Raps musste hingegen weitere Verluste hinnehmen. In Chicago gab es durchweg positive Vorzeichen.

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Nach kurzer Konsolidierungsphase ging der Anstieg der Getreidepreise am Donnerstag weiter. Der Weizen in den USA stieg kräftig . Im späteren Handel konnte auch der Weizen in Paris punkten. Der Raps musste hingegen weitere Verluste hinnehmen. In Chicago gab es durchweg nur positive Vorzeichen. Der Gewinner war der Weizen. Die Sorgen um die US-Winterweizenernte haben aufgrund der massiven Regenfälle in den südlichen Plains und einer eher ungünstigen Wettervorhersage weiter zugenommen.
 
Der Frosteinbruch am Ende der vergangenen Woche hat in weiten Teilen Kanada´s offensichtlich zu größeren Schaden beim Sommerweizen wie auch beim Canola geführt. Zusätzlich zu Kälte ist es teilweise sehr trocken, so das der Feldaufgang teilweise ohnehin bescheiden war. Der Canolakurs kletterte weiter und hat mittlerweile den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago durchweg erst einmal Gewinnmitnahmen an.
 
Der Regen treibt den Weizen
Die positiven Vorgaben aus Übersee gaben dem Matifweizen gestern einige Unterstützung. Am CBoT kletterte der Weizen um 2,3 % und settelte bei 5,2375 US $ / bu. Der höchste Stand seit fast 2 Monaten. Die Gründe für den kräftigen Anstieg liegen in der ungünstigen Witterung auf dem nordamerikanischen Kontinent. Die massiven Regenfälle haben den kurz vor der Ernte stehenden Winterweizen in den südlichen Plains der USA schwer zugesetzt. Neben den Sorgen um die Qualitäten sind jetzt auch verstärkt Pilzkrankheiten aufgetreten, die den Ertrag deutlich reduzieren könnten. Und die Wettervorhersagen sind nicht besonders ermutigend, so das uns dieses bullische Argument noch eine Zeitlang erhalten bleiben könnte.
 
Beim nördlichen Nachbarn der USA hat der Frost teilweise massive Auswirkungen auf die Sommerweizenbestände. So wurde zum Beispiel im Monitoring der jungen Pflanzen für Saskatchewan ein deutlicher Rückgang der gut bis sehr guten Bestände auf 65 % festgestellt. Im den Vorjahren hatte der Wert bei 85 bis 90 % gelegen. Auch aus Russland wird von eher ungünstigen Entwicklungen berichtet. Hier sollen die südlichen Landesteile dringen Wasser benötigen. Am Ende gaben auch noch die wöchentlichen Exportdaten der USA mit 364.100 t den Bullen Futter, denn sie lagen am oberen Ende der Erwartungen. Die EU meldete eine Exportanmeldung von 481.000 t, so das in der Summe mittlerweile fast 32 Mio. t in den Büchern stehen. Der Wert übersteigt den des Rekordvorjahres um 10 %. Der Pariser Weizen drehte mit den positiven Vorgaben vom CBoT ins Plus und settelte mit einem Gewinn von 1,50 Euro oder 0,8 % bei 183,50 Euro / t.
 
Mais legt zu
Der Mais profitierte in erster Linie vom festen Weizenmarkt. Die schwachen wöchentliche Exporte der USA in der laufenden Saison und neuerlichen Stornierungen für die kommende drückten auf die Stimmung der Händler in Chicago. Positiv wurden hingegen die Zahlen vom Ethanolmarkt aufgefasst. Es wurde bei anziehenden Preisen eine zunehmende Nachfrage und sinkende Beständen gemeldet. Der Julimais steigt am CBoT um 1 % auf 3,6350 US $ / bu. In Paris legt der Augustkontrakt 50 Cent oder 0,3 % auf 162,50 Euro / t zu.
 
Soja auf dem höchsten Stand seit 14 Tagen
Auch die Sojabohne legt nach der gestrigen kurzen Konsolidierungsphase wieder zu. Der Markt profitiert von den Frostschäden an den jungen Canolapflanzen in Kanada. Daneben gab es noch anständigen Exportdaten für die neue Saison. Sie wurden mit 347.000 t gemeldet, und lagen damit recht deutlich über den erwarteten 150.000 t. Da fielen die schwachen Daten für die alte Saison kaum noch ins Gewicht, zumal die Gesamtexporte des laufenden Wirtschaftsjahres bereits 3 Monate vor Ende der Saison ca. 2 % über den Erwartungen der USDA lagen. Die Julibohne legt 1,1 % auf 9,4650 US $ / bu zu. Der Sojaschrotkurs kann ebenfalls eine kleine Steigerung für sich verbuchen, während das Sojaöl aufgrund von Gewinnmitnahmen leicht nachgibt.
 
Raps mit Verlusten, Canola steigt weiter
Der Raps muss aufgrund von Gewinnmitnahmen erneut Verluste hinnehmen. Nach volatilem Handel endet der Tag mit einem Minus von 2,75 Euro oder 0,7 % bei 372 Euro / t für den vorderen Augustkontrakt. Er kann nicht von der Entwicklung in Kanada profitieren. Hier steigt der Canolawert aufgrund der Frostschäden um 1,5 % und settelt bei 497,70 Ca $. Der höchste Stand seit über einem Jahr. Der Frost und die Trockenheit hat die Bonituren in der Kategorie gut bis sehr gut deutlich nach unten gedrückt, und vielfach wird die Aussaat erneuert werden müssen. So wird beispielsweise aus Manitoba von mindesten 250.000 ha berichtet, für die neues Saatgut gesucht wird.
 
Dieter Jendrziak
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