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Börsentelegramm

US-Weizen stürzt ab, EU-Weizen fällt unter 190 Euro

von , am
27.03.2015

Ein drastischer Absturz der Weizenpreise in den USA und nachgebende Preise beim Mais und beim Sojakomplex waren die Ergebnisse des gestrigen Handelstages (Donnerstag) in Chicago.

© imageteam/fotolia.de
 
Ein drastischer Absturz der Weizenpreise in den USA und nachgebende Preise beim Mais und beim Sojakomplex waren die Ergebnisse des gestrigen Handelstages (Donnerstag) in Chicago. In Europa sind die Weizenpreise nun auch für den vorderen Termin deutlich unter die Marke von 190 Euro gefallen. Dagegen. Grund für die Preiseinbruch beim Weizen in den USA waren die sehr schwachen Exportdaten der Amerikaner. Hinzu kann der gegenüber dem Euro wieder steigende Dollar und die Erwartung, dass das USDA in der nächsten Woche auch die US-Weizenfläche etwas nach oben korrigieren könnte.
 
In Europa hat der unverändert sehr gute Weizenexport (insbesondere auch Deutschlands) und der schwächere Euro einen noch stärkeren Preisrückgang beim Weizen verhindert. Außerdem verarbeiten die Terminmärkte weiterhin die im Vorfeld der neuen USDA-Anbaudaten abgegeben Schätzungen von Analysten. Am Freitag beginnt der vorbörsliche Handel am Terminmarkt in Chicago mit einem ganz moderaten Plus beim Weizen und einer Seitwärtsbewegung bei den Preisen für Mais und Soja.
 
USA: Weizen stürzt ab, Mais und Soja im Minus
Am Donnerstag (26.03) sind die Weizenpreise für den Maikontrakt am Terminmarkt in Chicago um 3,8 % auf 499,2 Ct je Buschel (168,1 Euro/t) eingebrochen. Die Preise für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard-Red-Winter gaben um 3,55 % auf 543 USD/t (183,4 Euro) nach. Am Freitag Vomittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,4 % im Plus bei 501,2 Ct je Buschel (169,3 Euro). Die Terminmarktpreise (Maitermin) für den Mais sind in den USA am Donnerstag um 0,95 % auf 391,20 Ct je Buschel (141,6 Euro/t) zurückgegangen. Am Freitag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago 0,2 % im Plus bei 392,0 Ct je Buschel (141,9 Euro).
 
Die Sojabohne (Maikontrakt) hat am Donnerstag um 0,4 % auf 974,4 je Buschel (329 Euro/t) nachgegeben. Am Freitag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,1 % im Plus bei 974,6 Ct (329 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Donnerstag in Chicago um 0,7 % auf 322,4 USD/st (327 Euro/t) gefallen und bewegten sich am Freitag zunächst 0,1 % im Plus. Für Sojaöl haben die Preise am Mittwoch um 0,4 % auf 31,17 Ct/lb (629 Euro/t) zugelgt und liegen am Freitag zunächst 0,4 % im Minus.
 
Euro fällt wieder, Rohöl schwankt weiter
Der Euro hat am Donnerstag gegenüber dem Dollar um 0,8 % an Wert verloren und notierte bei 1,0882 USD und liegt am Freitag Vormittag bei 1,0827 USD je Euro und damit 0,51 % im Minus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Donnerstag nochmals kräftig gestiegen und liegt am Freitag Vormittag jedoch deutlich im Minus. Am US-Terminmarkt sind die WTI-Kurse für den Maitermin am Donnerstag um 4,51 % auf 51,43 USD je Barrel gestiegen. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Freitag (MEZ) jedoch wieder 2,3 % im Minus bei 50,24 USD je Barrel. Gleichzeitig stieg der Preis für das Nordseeöl Brent am Donnerstag um 4,8 % auf 59,19 USD je Barrel. Im vorbörslichen Handel am Freitag Vormittag liegen die Brent-Preise 2,0 % im Minus bei 58,02 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) sind in den USA am Donnerstag um 1,9 % gefallen. Am Freitag Vormittag bewegen sich die Gaspreise im elektronischen Handel 0,93 im Minus. Die Preise für Ethanol sind am Donnerstag am US-Terminmarkt um 0,7 % zurückgegangen und bewegen sich am Freitag Vormittag um 0,53 % nach unten.
 
Weizenpreise fallen deutlich unter 190 Euro
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am Donnerstag (26.03) deutlich zurückgegangen. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen beendete den Handel nur noch bei 188,50 Euro und damit 2,75 Euro bzw. 1,44 % niedriger als am Vortag (191,25 Euro) und damit auch deutlich unter der Marke von 190 Euro. Die neue Ernte (September) kostete am Ende des gestrigen Handelstages 187 Euro und damit 2,0 weniger als am Vortag (190,25 Euro) und ebenfalls deutlich weniger als 190 Euro. Außerdem sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,50 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (203,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 14,75 Euro niedriger.
 
Maispreise erneut kaum verändert
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Donnerstag (25.03) erneut behauptet. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 162,0 Euro/t und eben so teuer wie am Vortag (162,00 Euro). Der Augustkontrakt notierte bei 168,25 Euro und damit 0,25 Euro höher als am Vortag (168,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 173,0 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (173,0 Euro) sowie 11,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (194,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32,50 Euro niedriger.
 
Rapspreise kämpfen sich etwas nach oben
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Donnerstag etwas erholt bleiben aber deutlich unter der Marke von 370 Euro. Der Maitermin beendete den Handel bei 367,50 Euro/t und damit 1,50 Euro bzw. 0,4 % % höher als am Vortag (366,0 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 355,75 Euro und damit 2,25 Euro mehr als am Vortag (353,50 Euro). Der Novemberkontrakt wurde 2,0 Euro höher mit 358,50 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 14,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (371,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 3,75 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
 
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