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Börsentelegramm

US-Weizen stürzt ab, EU-Weizen hält 180 Euro, Rapspreise über 360 Euro

von , am
27.05.2015

Einen drastischen Absturz von 4,2 % deutlich unter die Marke von 500 Cent je Buschel mussten die Weizenpreise am Dienstag in den USA verkraften.

© imageteam/fotolia.de
 
Einen drastischen Absturz von 4,2 % deutlich unter die Marke von 500 Cent je Buschel mussten die Weizenpreise am Dienstag in den USA verkraften. Auslöser waren positive Wetter- und Ertragsprognosen aus Russland und der Ukraine sowie aus der Europäischen Union (Frankreich, Deutschland). Hinzu kamen die überraschend (guten) Ergebnisse des Crop-Monitorings beim Weizen in den USA. Am europäischen Terminmarkt folgten die Weizenpreise den US-Notierungen zwar nach unten, konnten sich vor allem wegen des deutlich nachgebenden Euros (Export) jedoch zunächst über der 180 Euro-Marke behaupten.
 
Mit nach unten gezogen wurde an den US-Terminmärkten auch der Mais, während sich die Maispreise in Europa (wegen der schwachen Ernteprognosen) noch behaupten konnten. Die Preise für Soja konnten sich ebenfalls knapp behaupten, Sojasachrot gaben nach und die Kurse für Sojaöl legten zu. Gleichzeitig konnte sich der Raps dem abwärts gerichteten Trend der getreidepreise entziehen und kletterte deutlich über die Marke von 360 Euro nach oben. Analysten sehen die Ursache in der überraschend knappen Verfügbarkeit von physischer Ware..
 
Am heutigen Mittwoch Vormittag (27.05) beginnt der vorbörsliche Handel in den USA nach dem Absturz am Vortrag zunächst mit leicht schwächeren Weizenpreisen. Der Mais startet im vorbörslichen Handel in Chicago ganz leicht im Plus. Auch die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot legen zunächst leicht zu und Sojaöl liegt am Mittwoch im vorbörslichen Handel ebenfalls im Plus.
 
USA: Winterweizen nicht verschlechtert, Sommerweizen verbessert
Der Zustand des US -Winterweizens hat sich nach dem gestrigen Crop-Monitoring des USDA trotzt der sintflutartigen Regenfälle in den Hauptanbaugebieten im Süden der USA (Texas, Oklahoma, Südkansas) nicht verschlechtert. Das USDA stufte weiterhin 45 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und eben so viel wie vor einer Woche und 15 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr (30 %). Die Aussaat von Sommerweizen war in den USA bis zum 24. Mai bereits zu 96 % abgeschlossen, im Vergleich zu 94 % in der Vorwoche und 79 % im langjährigen Mittel. Der Wachstumszustand und die Verfassung des Sommerweizens wurde vom USDA zu 69 % als gut oder sehr gut beurteilt und damit sogar 4 Prozentpunkte mehr in der Vorwoche (65 %)
 
US-Maisaussaat fast am Ende, gute Konditionen
Gleichzeitig meldete man am gestrigen Dienstag Abend aus den USA, dass die Maisaussaat bis zum 24. Mai zu 92 % abgeschlossen war, im Vergleich zu 88 % im langjährigen Mittel und 85 % in der Vorwoche. Der Wachstumszustand und die Verfassung des US-Mais wurde vom USDA zu 74 % als gut oder sehr gut beurteilt. Im Vorjahr (2014) hatte das USDA Anfang Juni 76 % der Bestände in die beiden besten Kategorien eingestuft. Die Sojaaussaat war in den USA bis zum 24. Mai zu 61 % abgeschlossen (nach 45 % in der Vorwoche) und liegt damit weiterhin über dem langjährigen Mittelwert von 55 %.
 
Frankreich mit sehr guten Ernteprognosen
Die europäische Crop-Monitoring-Agentur Mars hat die erwarteten französischen Weich-Weizenerträge auf den Rekordwert von 7,54 t/ha ah nach oben geschätzt nach einer Ertragsprognose von 7,38t/ha von vor vier Wochen und 7,48 t/ha im Vorjahr. Für Deutschland liegt die Ertragsprognose bei Weichweizen von MARS bei 8,05 t/ha nach 8,06 t/ha vor vier Wochen und 8,64 t/ha im Vorjahr. Die französische Landwirtschaftsbehörde France Agrimer meldet, dass sich 91 % der französischen Winterweizenbestände in guter oder sehr guter Verfassung befinden, im Vergleich zu 90 % in der Vorwoche und 76 % im letzten Jahr. Die Wintergerste befand sich in Frankreich in der vorigen Woche zu 90 % in guter oder sehr guter Verfassung, im Vergleich 90 % in der Vorwoche und gegenüber 73 % im Jahr 2014. Die Maisaussaat in Frankreich war zu 98 % abgeschlossen, im Vergleich zu 92 % in der Vorwoche und 96 % vor einem Jahr. Immerhin 90 % des gepflanzten Mais befinden sich in guter oder sehr Verfassung, im Vergleich zu 91 % in der Vorwoche und 90 % im letzten Jahr.
 
USA: Weizenpreise stürzen ab
Am Dienstag (22.05) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago drastisch abgestürzt. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) brach um 4,22 % auf 493,4 Ct je Buschel (166,8 Euro/t) ein und fiel dabei unter die technisch wichtige Marke von 500 Cent je Buschel. Die neue Ernte (September) gab ebenfalls um 4,2 % auf 501,0 Cent je Buschel (169,3 Euro/t) nach und hielt sich damit noch knapp über 500 Cent. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gaben die Preise am Dienstag ebenfalls um 4,0 % auf 524,4 USD je Buschel (177,2 Euro) nach. Die neue Ernte (September) notierte 4,1 % niedriger bei 534,2 Ct je Buschel (180,5 Euro/t). Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel 0,2 % im Minus bei 492,6 Ct je Buschel (166,5 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter geben die Preise am Mittwoch Vormittag um 0,3% auf 532,4 Ct je Buschel (179,9 Euro) nach.
 
USA: Maispreise schwächer, Sojapreise behauptet
Am Dienstag (26.05) haben die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 1,4 % auf 355,0 je Buschel (128,5 Euro/t) nachgegeben. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel seitwärts bei 355,0 Ct je Buschel (128,5 Euro). Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am Dienstag (26.05) ganz leicht um 0,2 % auf 922,4 Ct je Buschel (311,7 Euro/t) nachgegeben. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,2 % im Plus bei 924,0 Ct je Buschel (312 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) gaben die Preise Dienstag um 0,8 % auf 301,9 USD/st (306 Euro/t) nach und bewegen sich am Mittwoch Vormittag seitwärts. Für Sojaöl (Julikontrakt) sind die Preise am Dienstag um 1,6 % auf 32,14 Ct/lb (652 Euro/t) gestiegen und liegen am Mittwoch Vormittag 0,1 % im Minus.
 
Euro gibt weiter nach, Rohölpreise rückläufig
Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem Dollar kräftig um 1,5 % an Wert verloren und notierte bei 1,0874 USD und liegt am Mittwoch Vormittag bei 1,0927 USD je Euro und damit 0,5 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Dienstag erneut kräftig zurückgegangen und liegt am Mittwoch Vormittag jedoch im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Julitermin am Dienstag um 2,8 % auf 58,03 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Mittwoch Vormittag (MEZ) 1,0 % im Plus bei 58,64 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Dienstag um 2,5 % auf 63,72 USD je Barrel nachgegeben. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 0,7 % im Plus bei 64,18 USD.
 
Weizenpreise halten sich (noch) über 180 Euro
Am Dienstag (26.05) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt zurückgegangen, wenn auch bei weitem nicht so kräftig wie die Weizenpreise in den USA. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Dienstag bei 181,0 Euro/t und damit 1,50 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (182,50 Euro) und noch deutlich über der Marke von 180 Euro. Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 182,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (184,0 Euro) haben die Preise damit um 0,8 % oder 1,50 Euro nachgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr (191,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt (September) derzeit 10,75 Euro niedriger. Vor dem Hintergrund der schwachen US-Weizenpreise dürfte auch der Weizen in Europa am Mittwoch weiter nachgeben und könnte  unter die Marke von 180 Euro fallen.
 
Maispreise behaupten sich
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt trotz der rückläufigen US-Preise behauptet. Der Junikontrakt beendete den Handel am Dienstag mit 152,75 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,2 % niedriger als am Vortag (153,0 Euro). Der Augusttermin notierte am Dienstag bei 161,50 Euro und unverändert zum Vortag (161,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Dienstag 165,75 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (165,75 Euro) sowie 13,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (181,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 29,0 Euro niedriger.
 
Rapspreise steigen über 360 Euro
Die Rapspreise am Dienstag am europäischen Terminmarkt über die Marke von 360 Euro gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Dienstag mit einem Preisaufschlag von 1,0 % bei 363,0 Euro gehandelt und kostete damit 3,75 Euro mehr als am Vortag (359,25 Euro). Der Novemberkontrakt wurde am Dienstag mit 365,0 Euro und damit 3,25 Euro höher gehandelt als am Vortag (361,75. Im Vergleich zum Vorjahr (354,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 8,25 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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