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Börsentelegramm

USDA-Report wirbelt Märkte durcheinander

von , am
01.04.2015

Das Auswirkungen der beiden USDA-Reports am Dienstag Abend waren weitaus größer als erwartet.

© imageteam/fotolia.de
 
Das Auswirkungen der beiden USDA-Reports am Dienstag Abend zur Entwicklung der Aussaatflächen für die Ernte 2015 sowie der Lagerbestände zum Ende des ersten Quartals 2015 waren weitaus größer als erwartet. Ursache war, dass die Analysten mit ihren Einschätzungen im Vorfeld der Reports zum Teil gründlich daneben gelegen hatten. Die Folge war, dass die Preise für Mais und Weizen am Terminmarkt in Chicago drastisch abstürzten, während Soja und Sojaschrot sogar zulegten. Auch in Europa stiegen die Rapspreise mit dem Sojakomplex, während die Weizenpreise kräftig nachgaben und Mais sich behauptete bzw. für die hinteren Termine ins Minus rutschte.
 
Marktdaten anders als erwartet
Ursache für die Preiskorrekturen war eine deutlich größere Maisfläche als erwartet und relativ große Maisbestände. Bei Soja ist die Anbaufläche zwar größer als 2014 und erreicht einen Rekordwert,  jedoch ist sie deutlich kleiner als zuvor von den Analysten erwartet wurde. Die Gesamtweizenfläche ist ebenfalls kleiner als von den Analysten geschätzt wurde, weil die Aussaatfläche von Sommerweizen deutlich unter den Prognosen liegt. Dagegen übertrifft die Aussaatfläche von Winterweizen die Schätzungen und die aktuellen Weizenbestände sind (wegen der schwachen Exporte)  deutlich größer als im letzten Jahr. Der Mittwoch beginnt im vorbörslichen Handel am Terminmarkt in den USA mit höheren Preisen bei Weizen und bei Mais. Die Preise für Soja starten in Chicago sogar deutlich fester.
 
USA: Weizenpreise fallen deutlich
Am Dienstag (31.03) geben die Weizenpreise (Maikontrakt) am Terminmarkt in Chicago kräftig nach. Der Maikontrakt notierte am Ende des Handelstages 3,5 % niedriger bei 511,6 Ct je Buschel (174,9 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gaben die Preise um 2,95 % auf 559,2 US/t (191,1 Euro). Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im vorbörslichen Handel wieder 0,9 % im Plus bei 516,2 Ct je Buschel (176,4 Euro).
 
USA: Mais verliert kräftig, Soja legt zu
Für den Mais sind die Preise am Terminmarkt in Chicago am Dienstag um 4,6 % auf 376,2 Ct je Buschel (137,7 Euro/t) gefallen. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen Handel 0,7 % im Plus bei 379,0 Ct je Buschel (138,8 Euro). Die Sojabohne (Maikontrakt) hat am Dienstag um 0,6 % auf 973,2 Ct je Buschel (333 Euro/t zugelegt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise erneut 0,5 % im Plus bei 978,2 Ct (334 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Dienstag in Chicago um 1,1 % auf 326,8 USD/st (335 Euro/t) gestiegen und liegen am Mittwoch Vormittag erneut 0,5 % im Plus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Dienstag um 0,3 % auf 30,39 Ct/lb (625 Euro/t) nachgegeben und liegen am Mittwoch Vormittag jedoch 0,5 % im Plus.
 
Euro wieder schwach, Ölpreis fällt
Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem Dollar um 0,7 % an Wert verloren und notierte bei 1,0754 USD. Am Mittwoch Vormittag notiert der Euro bei 1,0755 USD je Euro und damit 0,1 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) hat am Dienstag weiter nachgegeben und liegt auch am Mittwoch Vormittag im Minus. Am US-Terminmarkt gingen die WTI-Kurse für den Maitermin am Dienstag um 2,2 % auf 47,60 USD je Barrel zurück. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Mittwoch Vormittag (MEZ) 0,74 % im Minus bei 47,25 USD je Barrel. Der Preis für das Nordseeöl Brent hat am Dienstag um 2,1 % auf 55,11 USD je Barrel nachgegeben. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 0,3 % im Minus bei 54,96 USD.
 
Weizenpreise brechen ein
Die Weizenpreise sind am Dienstag am europäischen Terminmarkt deutlich zurückgegangen, wenn auch nicht ganz so kräftig wie in den USA. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 187,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (191,25 Euro) sind die Preise um 2,0 % oder 3,75 Euro gefallen. Gleichzeitig rutschte der Weizen wieder deutlich unter die Marke von 190-Euro. Die neue Ernte (September) kostete am Dienstag noch 188,75 Euro und damit 2,00 Euro weniger als am Vortag (190,75 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) erstmals höher als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (200,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,0 Euro niedriger.
 
Maispreise vorne stabil, hinten schwächer
Die Maispreise blieben am europäischen Terminmarkt am Dienstag für den vorderen Termin stabil und gaben für die hinteren Termine nach. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 163,75 Euro/t und damit unverändert zum Vortag (163,75 Euro). Der Augusttermin notierte am Freitag bei 170,25 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (171,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 174,0 Euro und damit 1,25 Euro weniger als am Vortag (175,25 Euro) sowie 10,25 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (182,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 18,50 Euro niedriger.
 
Rapspreise steigen mit den Sojapreisen
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt am Dienstag mit der Unterstützung vom Sojamarkt gestiegen. Der Maitermin beendete den Handel am Dienstag bei 367,0 Euro/t und damit 3,25 Euro bzw. 0,9 % höher als am Vortag (363,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete am Ende des Handelstages 359,50 Euro und damit 4,50 Euro mehr als am Vortag (355,0 Euro). Der Novemberkontrakt wurde 4,00 Euro höher als am Vortag mit 361,50 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 7,50 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (369,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 2,75 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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