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Börsentelegramm

USDA übertrifft die Erwartungen

von , am
12.09.2014

Die Händler hatten sich bereits im Vorfeld auf der Verkäuferseite gesammelt, und mit erscheinen des USDA Report ging es für die Kurse quer über alle Rohstoffe kräftig weiter gen Süden.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Die Händler hatten sich bereits im Vorfeld auf der Verkäuferseite gesammelt, und mit erscheinen des USDA Report ging es für die Kurse quer über alle Rohstoffe kräftig weiter gen Süden. Die Erwartungen wurden meist noch übertroffen, und so sah kaum einer einen Grund sich auf die Käuferseite zu schlagen. Die USDA Beamten vermeldeten durchweg höhere Flächenerträge als die Analysten im Vorfeld geschätzt hatten. Auch die Endbestände wurden noch komfortabler eingestuft. Erst im späteren Handel fand in den USA ein leichtes Umdenken statt, und die Kurse erholten sich von ihren Tiefständen, wovon unsere Börse in Paris allerdings nicht mehr profitieren konnte. Der Hauptgrund dürfte in der wieder etwas gestiegenen Frostgefahr zu finden sein. Die Kälte soll durch Kanada bis in die nördlichen Anbaugebiete der USA vordringen, und könnte für einen frühzeitigen Wachstumstop sorgen. Heute Morgen deutet sich für Mais und Soja ein positiver Start an.
 
Weizen markiert neues 4 Jahrestief
Die Analysten hatten eine deutliche Anhebung der Weltweizenendbestände erwartet. Mit plus 3,4 Mio. t auf 196,4 Mio. t waren sie dann aber doch überfordert und stellten sich auf die Verkäuferseite. Der Matifweizen kann sich dem negativen Einfluss aus Übersee nicht entziehen und gibt 1,9 % oder 3,25 € auf 164 €/t ab. Er hat damit die kürzlich durchbrochene 170 er Marke deutlich aus den Augen verloren. Am CBoT settelte der Weizen mit ähnlichen Verlusten. 509,50 US ct/ bu , das waren 2 % oder 10,25 US ct weniger, standen am Tagesende auf der Kurstafel. Den zwischenzeitlichen Tiefstand von 503 US ct/bu hielten die Händler offenbar für übertrieben. Ein Hauptproblem für den Weizen erwarten die USDA Beamten im Export der Amerikaner. Ein stärkerer US Dollar und eine hohe Konkurrenz sind nicht günstig für den Verkauf ausser Landes. Die jüngsten Exportdaten, die nahezu zeitgleich erschienen waren dann aber mit 690.000 t deutlich oberhalb der Markterwartungen, und gaben dem ein oder anderen sicherlich zu denken. Die Exporterwartungen für die EU wurden um 1 Mio. t auf 26 Mio. t hoch gesetzt.
 
Matif Mais bekommt die rote Laterne
Den durchschnittlichen Maisertrag wurden seitens des USDA noch einmal höher auf 171,7 bu/acres geschätzt. Das lag über den Erwartungen der Analysten und konnte daher nur für weiter fallende Kurse sorgen, auch wenn die globalen Endbestände weniger stark als erwartet hochgesetzt wurden. Der Dezembermais am CBoT brach dann auch bis auf 335,75 US ct/ bu ein, erholte sich dann aber aufgrund der Frostgefahr und settelte bei 341 US ct/bu was ein minus von 1,4 % entspricht. In Paris reißt der Mais die 140 er Marke mühelos und markiert mit 138,75 €/t bei einem Verlust von 2,8 % oder 4 € ein neues 4 Jahrestief. Die wöchentlichen Exportanmeldungen lagen mit 563.000 t innerhalb der Markterwartungen. In den USA gibt es durchaus noch Stimmen die einen noch höheren Maisertrag ( ca. 174 bis 178 bu/ acres ) für möglich halten. Sollte sich das bestätigen könnten nochmals neue Tiefstände aufgerufen werden.
 
Soja gibt weiter nach
Auch für die Bohne wurden die Flächenerträge angehoben. Die USDA erwartet nunmehr 46,6 bu/acres und hat damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch die Endbestände wachsen trotz hoher Exporterwatungen deutlicher als erwartet. Somit gab es für die Bohne dann auch kaum einen Grund nicht weiter an Wert zu verlieren. Aber auch hier erholte sich die Bohne wieder von ihrem Tiefststand bei 969,5 US ct/ bu und beendete den Tag mit einem Verlust von 1,2 % bei 981,50 US ct/bu. Die Exportdaten in der letzten Woche mit 984.000 t gemeldet und lagen am oberen Ende der Erwartungen konnten aber in dem bärischen Umfeld nicht wirklich punkten.
 
Raps verliert leicht
Der Raps kam gestern noch relativ glimpflich davon. Er verliert lediglich 2 € oder 0,62 % auf 321 €/t. Auch in Winnipeg wo winterliches Wetter für Ertragseinbußen sorgen könnte sind die Verluste mit 0,84 % auf 411,20 CaD überschaubar.
 
Dieter Jendrziak
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