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Börsentelegramm

Verschnaufpause vor USDA-Report

von , am
10.02.2014

© kk artworks/fotolia
 
Mit leichten Preisabschlägen in den USA sowie festeren Kursen in Europa und Kanada verabschiedete sich der Weizen am Freitag (07.02) aus einer turbulenten Handelswoche, in deren Verlauf die Weizenpreise kräftig zuglegten. Beim US-Mais stiegen die Preise am Freitag auf ein neues 4-Monatshoch. Bei Sojabohnen stützten die US-Exporte und der erwartete Bestandsabbau die Preise ebenso wie die Witterungsprobleme (Hitze) in Südbrasilien. Für den Raps ging es am Freitag (07.02) hingegen in Kanada und in Europa nach unten. Am Montag Vormittag (10 02.) lagen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel für Weizen und für Mais im Minus. Die Preise für Soja bewegten sich leicht im Plus und Canola notierte unverändert. Neue Daten zu den verschiedenen Märkten werden heute Abend (18:00 MEZ) mit dem neuen USDA-Februar-Report erwartet.
 
Erhebliche Probleme beim US-Winterweizen
Die Hauptursache für den kräftigen Preissprung der letzten Woche in den USA war die deutliche Korrektur im Rahmen des Crop-Monitorings für den Winterweizen (Hard Red Winter) im wichtigsten Anbaustaat Kansas. Das USDA korrigierte den Anteil der Weizenbestände dass sich in guter oder sehr guter Verfassung befinden von 58 % auf nur noch 35 % nach unten. Ein scharfer Rückgang von 23 Prozentpunkten! Grund war vor allem ein erhebliches Niederschlagsdefizit im Januar sowie möglicherweise die Auswirkungen der jüngsten Kältewelle. Nur die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge war im Januar in Kansas gefallen.
 
US-Exporte laufen gut, Bestandsabbau
Gleichzeitig bewegten sich die Weizen-Exporte in den USA am oberen Ende der Erwartungen der Analysten, auch wenn die Menge etwas kleiner war als in der letzten Woche. Man rechnet für den heutigen USDA-Report mit einer eine weiterten Korrektur des US-Endbestände nach unten. Vom USDA wurden in der aktuellen Abrechnungswoche Export-Verkäufe von 638.000 t Weizen gemeldet. Erwartet wurden von den Analysten im Vorfeld Verkäufe von 450.000 t bis 700.000 t. Damit liegt die Exportmenge etwas niedriger wie in der letzten Woche (795.000 t). Hauptabnehmer waren diese Woche Japan, Brasilien, Mexiko, die Philippinen und Guatemala. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr schon 26,7 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft und damit 5,7 Mio. t bzw. 27 % mehr wie im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt (21,0 Mio. t).
 
Europäische Exporte auf Rekordstand
Die europäischen Weizenexporte lagen in der letzten Woche bei 872.000 t nach 609.000 t in der Woche zuvor und 819.000 t vor drei Wochen. Das ist nicht nur eine größere Ausfuhrmenge als die der USA sondern zugleich die höchste Verkaufsmenge des Jahres. Deutschland verkaufte in der aktuellen Abrechnungswoche allein 317.000 t und Frankreich 283.000 t. Im gesamten Wirtschaftsjahr kommen die Franzosen auf Drittlandsexporte von 5,53 Mio. t und die Deutschen auf 5,45 Mio. t. Für die EU 28 erreichen die Exporte jetzt einen Umfang von 18,19 Mio. t, dass sind 6,52 Mio. t oder 56 % mehr als im schon guten letzten Jahr.
 
Weizenpreise in den USA zuletzt deutlich erholt
Am Freitag (07.02) gaben die Weizenpreise in den USA nach einer Woche mit deutlichen Aufschlägen leicht nach. Dabei beendete der Märzkontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Abschlag von knapp 0,6 % und umgerechnet knapp 155,60 Euro/t (577,4 Ct/Bu) und auch der Maikontrakt gab um rund 0,6 % auf 156 Euro/t (579,2 Ct/bu) nach. Damit liegen die US-Weizenpreise a fast 5 % über ihrem letzten Tiefpunkt von Ende Januar. Am Montag Vormittag (MEZ) lagen die US-Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel im Minus. Anderseits lagen die US-Weizen-Preise für den Märzkontrakt am Freitag deutlich über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (567 Ct/bu). Auch die 20-Tage-Linie (568 Ct) wird deutlich übertroffen, während aber der Durchschnittspreis der letzten 40 Tage (590 Ct) nicht erreicht wird.
 
Europäischer Weizen verteuert sich
In der Europäischen Union haben die Weizenpreise in Folge der außergewöhnlich starken Exporte leicht zugelegt. Am Freitag (07.02) kostete der Weizen für den März an der MATIF knapp 195 Euro/t und damit fast 1 Euro mehr als am Vortag. Der Maikontrakt legte am Freitag um 0,5 Euro auf 191,75 Euro/t zu und liegt wieder deutlich über der Marke von 190 Euro. Am europäischen Kassamarkt haben die Weizenpreise ebenfalls zugelegt. Am Großmarkt in Hamburg handelte man Brotweizen am Freitag (07. Februar) mit 196 Euro/t (+2). Futterweizen zur Lieferung im Februar kostete in Hamburg 191 Euro/t (+2) und A-Weizen wurde mit 198 Euro/t (+2) notiert.
 
US-Maisexporte übertreffen Erwartungen
Die Exporte beim US-Mais laufen weiterhin sehr gut und in sind in der Hauptsache für die jüngste Erholung der US-Mais-Preise verantwortlich. Beim US-Mais stiegen die Preise am letzten Freitag auf ein neues 4-Monatshoch, weil die starken US-Exporte nach Einschätzung der Analysten zu einem weiteren Abbau der Bestände führen dürften. Neue Daten zu den bevorstehenden Maisernten in Argentinien und in Brasilen wird der heutige USDA-Februar-Report bringen. Letzte Woche haben die USA 1,7 Mio. t Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge übertraf die Analystenerwartungen von 900.000 t bis 1,35 Mio. t sehr deutlich und lag nur knapp unter dem Ergebnis der Vorwoche von 1,84 Mio. t. Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte auf 33,5 Mio. t gegenüber 13,65 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist mehr als eine Verdopplung der US-Ausfuhrmenge.
 
US-Maispreise im Aufwärtstrend
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise am Freitag erneut leicht zugelegt und erreichten den höchsten stand seit 4 Monaten. Der Märztermin ging am Freitag (24.01) in Chicago mit einem Aufschlag leichten Aufschlag und umgerechnet 128,33 Euro/t (444,2 Ct/bu) aus dem Handel und der Maitermin kostete sogar wieder 130 Euro (450 Ct/bu). Damit lagen die US-Mais-Preise (Märzkontrakt) deutlich über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (435 Ct/bu) und halten sich zudem auch deutlich oberhalb der 20-Tage-Linie (431 Ct/bu) und noch deutlicher über der 40 Tage-Linie (429 Ct).
 
Europäische Maispreise kaum verändert
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am Freitag (07.02) nicht verändert. Die Kontraktpreise für den Märztermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 174,25 Euro/t und wie am Vortag. Für den Junikontrakt blieben die Preise mit 178,00 Euro ebenfalls stabil. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag (07.02) zwischen 162 Euro und 166 Euro (0) und damit zum Teil am unteren Ende etwas höher als in der Vorwoche. An den französischen Rheinhäfen wurde der Mais am Freitag für 178 Euro/t (0) verladen und damit ebenfalls zu unveränderten Preisen. Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Freitag (07.02) für 191 Euro angeliefert.
 
US-Sojaexport läuft gut, Hitze in Südbrasilien
Trotz der guten Ernteprognosen für Brasilien legte die Sojapreise am Freitag in Chicago weiter zu. Grund sind Berichte über Niederschlagsmangel und Hitze in Südbrasilien und Argentinien. Gleichzeitig gaben die Rapspreise am Freitag sowohl in Kanada als auch in Europa nach. Die Sojapreise in den USA haben am Freitag (07.02) um knapp1,0 % zugelegt. Ende der letzten Woche meldete das USDA Exportverkäufe von 577.000 t. Diese Menge verfehlte zwar die Analystenerwartungen von 650.000 t bis 1.000.000 t, übertraf jedoch die Ausfuhrmenge der Vorwoche von 495.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren auf 43,0 Mio. t gegenüber 34,1 Mio. t im letzten Jahr. Damit wurden die eigentlich vom USDA erwarteten Gesamtausfuhren von knapp 41 Mio. t schon übertroffen.
 
Sojapreise kräftig gestiegen
Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (07.02) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 359 Euro/t (1331,4 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages knapp 355 Euro/t (1317 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen wegen der südamerikanischen Witterungsprobleme und der hohen US-Exporte gut 4 % bzw. etwa 15 Euro/t mehr als in der Vorwoche. Gleichzeitig haben die US-Soja-Preise (Märzkontrakt) die für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (1293 Ct) und zudem auch den der 20-Tage-Durchschnitt (1293 Ct/bu) sowie die 40 Tage-Linie (1299 Ct) nach oben durchbrochen. Im elektronischen vorbörslichen Handel lagen die Sojapreise am Montag erneut im Plus.
 
Rapspreise in Europa kräftig gestiegen
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (07.02) etwas nachgegeben. Allerdings waren die Kurse zuvor mit den Sojapreisen kräftig gestiegen. Der Maitermin beendete den Handel mit 376,25 Euro und der Augustkontrakt notierte bei 356,25 Euro. Damit kostete der Mai-Raps in Paris rund 1,50 Euro weniger als am Vortag, jedoch etwa 18 Euro mehr als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel blieben die Rapspreise am Freitag stabil. Für den Februar bewegen sich die Kurse je nach Region zwischen 374 Euro und 382 Euro/t. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Preise im Großhandel rund 14 Euro zugelegt. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (07.02) ebenfalls nachgegeben. Mit umgerechnet knapp 283 Euro/t (426 CAD) notierte der Märztermin in Kanada nur knapp über der Marke von 280 Euro. Vergleich zur Vorwoche haben die Preise lediglich 2 Euro zugelegt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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