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Börsentelegramm

Wasde-Report erhöht Preisdruck

von , am
10.04.2015

Bereits seit Beginn dieser Woche stehen nahezu alle Agrarcommodities unter Preisdruck. Gestern veröffentlichte das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA in seinem monatlichen Wasde-Report neue Zahlen. Quer durch die Bank wurden die Bestände bestätigt oder erneut angehoben, so dass alle Märkte für landwirtschaftliche Rohstoffe sehr komfortabel versorgt scheinen. Im Ergebnis standen an der Kurstafel am CBoT dann auch nur rote Zahlen, während in Paris zumindest der Raps einen Kontrapunkt setzten konnte. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in den USA lediglich für Mais einen positiven Start an.

Börse
© BirgitH/fotolia
US-Weizen verliert kräftig
 
Der Maikontrakt an der Matif kommt mit Eröffnung des Parketthandels in den USA unter Druck und beendet den Tag mit einem Minus von 75 Cent oder 0,4 % bei 189,25 Euro/t. Der neuerntige September settelt ohne Veränderung bei 190 Euro/t. Zwar hat das USDA die europäischen Exportprognose für das laufende um 2 Mio. t auf 33,5 Mio. t angehoben, aber der Wert für diese Woche wurde mit enttäuschenden 189.000 t bekannt und drückte daher ebenso wie die Vorgaben aus Übersee auf die Stimmung. In den USA belastete die Aussicht auf Regen in den südlichen Plains wie auch die sehr schwachen Exportanmeldungen für die nächste Saison. Hier hatten die Analysten etwa 200.000 t in den wöchentlichen Meldungen erwartet, bekannt wurden allerdings nur 36.800 t. Am Ende des Tages settelt der Maikontrakt in Chicago mit einem Verlust von 1,4 % bei 5,1875 US-Dollar/bu.
 
Mais mit leichten Verlusten
 
Das USDA erhöhte sowohl die US-Maisbestände wie auch die weltweiten Bestände nochmals leicht und gibt damit den Bullen keine Chance. Der globale Endbestand wurde jetzt auf 188,5 Mio. t nach 185,3 Mio. t festgesetzt. Er lag damit 1,6 Mio. t über den Markterwartungen. Insbesondere der niedriger als erwartete Futterverbrauch in den USA beunruhigt die Börsianer. Zusätzlich belasten fallende Ethanolpreise den Markt. Der US-Mais kann sich dennoch relativ gut halten. Die Verluste für den Maikontrakt fallen mit 0,3 % auf 3,78 US-Dollar moderat aus. Der neuerntige Dezember verliert in gleicher Größenordnung.
 
Soja unter Druck
 
Der gesamte Sojakomplex stand gestern aufgrund der der neuen Zahlen vom USDA unter Druck und musste mehr oder weniger kräftige Verluste hinnehmen. Die Maibohne settelte um 1,7 % niedriger bei 9,5350 US-Dollar und hat damit ein neues 6-Monatstief erreicht. Zu den neuen Rekordbeständen gesellen sich schwache Exporte für die USA. Insbesondere die alte Ernte unterstützt mit Nettoannullierungen von 176.600 t die gedrückte Stimmung. Die Behinderungen im wichtigsten brasilianischen Hafen Santos durch das Feuer scheinen somit nicht die erwarteten Auswirkungen zu haben. Vorderes Sojaschrot gibt 2,4 % auf 312,10 US-Dollar/t nach, während das Sojaöl mit leichten Verlusten davonkommt.
 
Raps legt zu
 
Der Raps kann sich dem Preisdruck des Sojakomplexes komplett entziehen und legt quer durch die Bank zu. Der vordere Maikontrakt immerhin 4,25 Euro oder 1,2 % auf 369,50 Euro/t und der neuerntige August bringt es auf ein Plus von 1,5 Euro und settelt bei 357,50 Euro /t. Canola in Winnipeg kann sich nicht ganz der negativen Stimmung des Nachbarlandes entziehen und geht mit leichten Verlusten aus dem Handel.
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