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Börsentelegramm

Weizen bricht ein, Mais unter Druck, Raps behauptet

von , am
28.04.2015

Die Weizenpreise fallen in den USA am Montag auf den tiefsten Stand seit 5 Jahren. In Europa wurden die Kurse für die alte und die neue Ernte unter 180 Euro gedrückt.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Die Weizenpreise fielen in den USA am Montag auf den tiefsten Stand seit 5 Jahren. In Europa wurden die Kurse für die alte und die neue Ernte unter 180 Euro gedrückt und beenden den Handel auf dem tiefsten Stand seit 6 Monaten. Auch die Maispreise geben auf beiden Seiten des Atlantiks weiter nach und in Europa fällt der vordere Junikontrakt unter die Marke von160 Euro und damit auf das Niveau von Anfang März. Lediglich der Raps kann sich mit Unterstützung vom festen Sojamarkt behaupten und beendet den Handel für die alte Ernte etwas höher und für die neue Ernte leicht schwächer. Am Dienstag beginnt der vorbörsliche Handel an den Terminmärkten in Übersee mit einer leichten Preiserholung beim Weizen. Für den Mais liegen die Preise erneut im Minus und die Sojabohnen den Handel relativ deutlich im Plus.
 
Regen für US-Weizen, billige russische Ernte
Die Gründe für die den Preisrutsch bei Weizen liegen in den für die laufende Woche angekündigten relativ massiven Regenfällen in einigen wichtigen Anbauregionen für Winterweizen in den USA (unter anderem in Texas, Oklahoma). Auch in Europa und am Schwarzen Meer sorgen (und sorgten) Regenfälle für verbesserte Wachstumskonditionen und höhere Ertrags- und Produktionserwartungen. Händler berichten zudem dass die großen institutionellen Anleger in den USA rekordhohe Shortpositionen  (fallende Preise) beim Weizen halten und diese zuletzt weiter ausgebaut haben. Hinzu kommen Berichte von Analysten, dass proteinreicher russischer Weizen der neuen Ernte bereits zu fob-Preisen unter 200 USD/t (184 Euro) angeboten wurde.
 
USA: Maisaussaat sehr langsam, Winterweizen stabil
Aus den USA meldete man am Montag Abend, dass die Maisaussaat zu 19 % erfolgt ist, im Vergleich zu 25 % im langjährigen Mittel und 9 % in der Vorwoche. Allerdings hat sich das Wetter (trockener) diese Woche im Mittelwesten verbessert und drückt auf die Preise. Auch die Sojaaussaat hat begonnen ist jedoch erst zu 2 % erfolgt und liegt damit in etwa im langjährigen Mittel von 4 %. Der Zustand des Winterweizens blieb in den USA trotz des Regens bis zum Ende der vorigen Woche unverändert. Das USDA stufte weiterhin 42 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und damit ebenso so viel wie in den beiden Wochen zuvor, jedoch 9 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr (33 %). Die Aussaat von Sommerweizen ist in den USA bereits zu 55 % abgeschlossen, im Vergleich zu 36 % in der Vorwoche und 29 % im langjährigen Mittel.
 
Europa meldet sehr gute Wachstumskonditionen
Aus Frankreich meldete France Agrimer Ende der letzten Woche, dass sich 91 % der Winterweizenbestände in guter oder sehr guter Verfassung befinden, im Vergleich zu 92 % in der Vorwoche und 74 % im letzten Jahr. Die Maisaussaat in Frankreich war zu 57 % abgeschlossen, im Vergleich zu 27 % in der Vorwoche und 57 % vor einem Jahr. In der Ukraine ist bisher auf 1,07 Mio. ha Mais gepflanzt und damit auf 24 % der geplanten Fläche (4,45 Mio. ha). In den meisten europäischen Regionen waren die bisherigen Witterungsverhältnisse sowohl für das Wachstum der Winterkulturen als auch für die Aussaat der Sommerkulturen hervorragend. Zu diesen Einschätzungen kommt Ende April die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS). Die aktuellen Ertrags- und Ernteaussichten sind deshalb positiv und liegen derzeit bei allen Haupt-Kulturen über dem langjährigen Durchschnitt.
 
USA: Weizenpreise fallen auf Fünfjahrestief
Am Montag (27.04) waren die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago drastisch eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Juni 2010 gefallen. Der Preis für den Maikontrakt des Chicago-Weizens (SRW) rutschte um 3,2 % auf 470,2 Ct je Buschel (158,7 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter, gingen die Preise am gestrigen Montag um 2,3 % auf 490,6 Ct je Buschel (165,6 Euro) zurück. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,4 % im Plus bei 472,2 Ct je Buschel (159,5 Euro). Für den in Kansas gehandelte proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter legen die Preise am Dienstag Vormittag um 0,5 % auf 493,2 Ct je Buschel (166,6 Euro) zu.
 
USA: Maispreise schwächer, Sojapreise weiter gestiegen
Am Dienstag Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel seitwärts bei 361,2 Ct je Buschel (130,8 Euro). Am gestrigen Montag hatten die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 1,0 % auf 360,6 Ct je Buschel (138,6 Euro/t) nachgegeben. Die Sojabohne (Maikontrakt) hatte am Montag hingegen um 0,3 % auf 973,0 Ct je Buschel (328,4 Euro/t) zugelegt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,6 % im Plus bei 978,4 Ct (330,5 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Montag in Chicago um 0,2 % auf 315,1 USD/st (319 Euro/t) gestiegen und bewegen sich am Dienstag Vormittag 0,5 % im Plus. Für Sojaöl (Mai) bewegten sich die Preise am Montag seitwärts bei 31,66 Ct/lb (641 Euro/t) und sind am Dienstag Vormittag erneut unverändert.
 
Euro behauptet, Rohöl schwächer
Der Euro hat sich am Montag gegenüber dem Dollar behauoptet und notierte bei 1,0887 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,0884 USD je Euro und damit fast unverändert. Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag leicht zurückgegangen und liegt am Dienstag Vormittag erneut im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse am Montag um 0,3 % auf 56,99 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 0,9 % im Minus bei 56,46 USD je Barrel. Gleichzeitig hat sich der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag um 0,7 % auf 64,83 USD je Barrel nachgegeben. Im vorbörslichen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 0,8 % im Minus bei 64,33 USD je Barrel.
 
Weizenpreise fallen unter 180 Euro
Am gestrigen Montag sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt unter 180 Euro gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit November. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 179,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (183,0 Euro) haben die Preise damit um 3,50 Euro bzw. 1,9 % nachgegeben. Die neue Ernte (September) kostete am Montag 178,75 Euro und damit 4,00 Euro bzw. 2,2 % weniger als am Vortag (182,75 Euro). Gleichzeitig waren die Preise für die neue Weizenernte (September) 0,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (205,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 26,0 Euro niedriger.
 
Maispreise bleiben unter Druck
Am gestrigen Montag haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt weiter nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 159,50 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (160,75 Euro). Der Augusttermin notierte bei 164,50 Euro und damit 2,0 Euro niedriger als am Vortag (166,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 166,50 Euro und damit 2,25 Euro weniger als am Vortag (168,75 Euro) sowie 7,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (196,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 37,0 Euro niedriger.
 
Rapspreise behaupten sich erneut
Am gestrigen Montag sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt (mit Unterstützung vom Sojamarkt) für die alte Ernte leicht gestiegen und haben für die neue Ernte leicht nachgegeben. Der Maitermin beendete den Handel bei 376,75 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,3 % höher als am Vortag (375,50 Euro). Die neue Ernte (August) wurde am Montag mit 359,25 Euro gehandelt und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag (359,75 Euro). Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 17,50 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (363,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,0 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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