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Börsentelegramm

Weizen weiter unter Druck, Preisrutsch beim Raps

von , am
04.05.2015

Die Preise an den internationalen Märkten für Getreide und Ölsaaten standen zum Monatswechsel unter Druck.

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© Torbz/fotolia.de
 
Die Preise an den internationalen Märkten für Getreide und Ölsaaten standen zum Monatswechsel unter Druck. In den USA fiel der Weizen nach ausgesprochen schwachen Exportdaten auf den tiefsten Stand seit Juni 2010 und auch in Europa konnten sich die Weizenpreise der nach unten gerichteten Preistendenz nicht entziehen. Zusätzlicher Druck auf die Weizenpreise ging dabei von den deutlich nach unten korrigierten Preisvorstellungen für die neue russische Ernte aus.
 
Aber auch die Preise für Mais und Soja bewegten sich zum Monatswechsel nach unten. Bei beiden Kulturen verstärkte sich mit der fortschreitenden Ernte der Angebots- und Preisdruck aus Südamerika. Zudem wurden die Ernteergebnisse in Argentinien und auch in Brasilien weiter nach oben korrigiert. Einen ungewöhnlich heftigen Preisrutsch gab es zudem in Europa für die neue Ernte beim Raps. Neben dem wachsenden Druck vom südamerikanischen Sojamarkt, machten Analysten hier auch technische Faktoren für den sehr heftigen Preisabschlag beim Raps verantwortlich.
 
Die aktuelle Woche beginnt im vorbörslichen Handel in den USA mit etwas schwächeren Weizenpreisen. Auch Mais startet im vorbörslichen Handel in Chicago leicht schwächer. Dagegen liegen die Sojapreise am Montag im vorbörslichen Handel im Plus.
 
USA: Weizenpreise verlieren weiter
Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel 0,3 % im Minus bei 472,4 Ct je Buschel (152,7 Euro). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter rutschen die Preise am Montag Vormittag um 0,5 % auf 498,2 Ct je Buschel (161,0 Euro) nach unten. Am letzten Handelstag im April (30.04) hatten die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago bereits kräftig nachgegeben. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) ging mit einem Abschlag von 2,2 % bei 474 Ct je Buschel (153,24 Euro/t) aus dem Handel. Im Wochenvergleich sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago damit um 2,5 % zurückgegangen. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gingen die Preise am letzten Handelstag im April (30.04) um 2,1 % auf 500,4 USd je Buschel (169,7 Euro) zurück. Im Wochenvergleich haben die Preise für den Hard Red Winter damit allerdings nur um 0,4 % nachgegeben.
 
USA: Maispreise bröckeln, Sojapreise rückläufig
Am Montag Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,3 % im Minus bei 362,0 Ct je Buschel (126 Euro). Am letzten Handelstag im April (30.04) haben die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 0,4 % auf 366,2 Ct je Buschel (127 Euro/t) nachgegeben und am 01. Mai nochmals um 0,9 % auf 363,0 Ct je Buschel (126,4 Euro). Im Wochenvergleich haben sich die Maispreise in Chicago jedoch knapp behauptet. Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am letzten Handelstag im April (30.04) um 1,2 % auf 976,0 Ct je Buschel (315,6 Euro/t) nachgegeben und am 01. Mai nochmals um 1,2 % auf 964,6 Ct je Buschel (311,9 Euro). Im Wochenvergleich haben die Sojapreise in Chicago damit jedoch nur um 0,5 % nachgegeben. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,3 % im Plus bei 967,6 Ct je Buschel (313 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am letzten Handelstag im April (30.04) um 2,0 % zurückgegangen und am 01. Mai nochmals um 1,3 % auf 311,9 USD/st (313,9 Euro/t) und bewegen sich am Montag Vormittag seitwärts. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Freitag (01. Mai)um 0,2 % auf 31,58 Ct/lb (620 Euro/t) nachgegeben und liegen am Montag Vormittag jedoch 1,23 % im Plus.
 
Euro kann Gewinne nicht ganz halten
Der Euro hat am Freitag (nach einer starken Woche) gegenüber dem Dollar wieder an Wert verloren und notierte bei 1,1198 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,1147 USD je Euro und damit 0,5 % im Minus. Im Wochenvergleich ist der Kurs des Euro gegenüber dem Dollar um 3,0 % gestiegen. Der Rohölpreis (WTI) ist am Freitag (01. Mai) zurückgegangen und liegt am Montag Vormittag ganz leicht im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Junitermin am Freitag um 0,8 % auf 59,15 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Montag Vormittag (MEZ) 0,1 % im Plus bei 59,22 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 0,5 % auf 66,46 USD je Barrel nachgegeben. Im elektronischen Handel am Montag liegen die Brent-Preise 0,1 % im Plus bei 66,48 USD.
 
Weizenpreise bleiben unter 180 Euro
Am letzten Handelstag im April (30.04) haben die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt erneut leicht nachgegebenen. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 178,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (178,25 Euro) hatten die Preise um 0,1 % oder 0,25 Euro nachgegeben. Gegenüber der Vorwoche (183,0 Euro) haben sich die Weizenpreise an der MATIF damit 5 Euro bzw. 2,8 % verloren. Die neue Ernte (September) notiert bei 176,25 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (177,0 Euro) sowie 6,50 Euro niedriger als vor einer Woche (182,75 Euro). Gleichzeitig waren die Preise für die neue Weizenernte (September) 1,25 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (208,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 30,75 Euro niedriger.
 
Maispreise weiter rückläufig
Am letzten Handelstag im April (30.04) haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 157,0 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (157,75 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (160,75 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 2,3 % bzw. 3,75 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am letzten Handelstag im April (30.04) bei 164,0 Euro und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag (164,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 164,25 Euro und damit 0,50 Euro weniger als am Vortag (164,75 Euro) sowie 7,25 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (196,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 46,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise für neue Ernte abgestürzt
Am letzten Handelstag im April (30.04) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt für die neue Ernte regelrecht eingebrochen. Der Maitermin wurde nicht mehr gehandelt. Die neue Ernte (August) mit einem Abschlag 3,6 % bei 343,75 Euro aus dem Handel und kostete damit 12,75 Euro weniger als am Vortag (356,50 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (366,50 Euro) sind die Preise an der MATIF rund 6,2 % bzw. 22,75 Euro niedriger. Der Novemberkontrakt wurde am letzten Handelstag im April (30.04) mit 344,75 sogar 13,0 Euro niedriger gehandelt als am Vortag (357,75). Gleichzeitig kostete der Novembertermin 24,0 Euro weniger als in der Vorwoche (368,75) . Im Vergleich zum Vorjahr (348,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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