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Börsentelegramm

Weizen unter Druck, Soja schwach

von , am
06.03.2015

Auch am Donnerstag setzte sich die durchweg schwache Stimmung an den Börsen fort.

© Mühlhausen/landpixel
 
Auch gestern setzte sich die durchweg schwache Stimmung an den Börsen fort. Insbesondere der US Weizen kam am CBoT mit kräftigen Verlusten unter die Räder. Die FAO ( Landwirtschaftsorganisation der UN ) kam mit einer neuen optimistischen Einschätzung zur Weltweizenernte heraus und vertrieb die verbliebenen Bullen nun vollständig. Der Sojakomplex war ebenso in Bärenstimmung. Lediglich der Mais zeigte grüne Vorzeichen. Der Euro fällt weiter und stützt damit die europäischen Exporte. Derzeit müssen für einen Euro nur noch wenig mehr als 1,10 US $ bezahlt werden. Heute Morgen sind die Bullen an der amerikanischen Nachtbörse in Chicago weiter in Deckung.
 
US Weizen mit kräftigen Verlusten
Der US Weizen musste gestern kräftige Verluste hinnehmen. Der am häufigsten gehandelte Maikontrakt gab 3,1 % oder 15,50 US Cent auf 4,8050 US $ / bu ab. Damit hat er neues Kontrakttief erreicht und die psychologisch wichtige 5 Dollar Marke deutlich aus den Augen verloren. Seit dem jüngsten Hoch kurz vor Weihnachten des letzten Jahres hat der US Weizen über 25 % an Wert verloren. Der Grund für die neuerlichen Verluste dürfte unter anderem in den aktualisierten Erwartungen der FAO liegen. Die Schätzung der Landwirtschaftsorganisation der UN liegt mit 720 Mio. t für die kommende Weizenernte auf hohem Niveau und weisen erneut auf eine sehr komfortable Versorgung hin, da sie auch die weltweiten Endbestände der laufenden Saison um 6,5 Mio. t auf knapp 199 Mio. t erhöhten. Zusätzlich sahen die Wetterberichte der USA in der kommenden Woche Regen in den zentralen Plains aufziehen, was die dort angespannte Wasserversorgung verbessern könnte. Die US Exportdaten wurden mit 508.000 t alte und neue Ernte bekanntgegeben. Sie lagen damit zwar am oberen Ende der Erwartung, konnte allerdings keinen Bullen aktivieren. In Paris schloss man sich im Laufe des Tages zunehmend den fallende Kursen am CBoT an. Der am Dienstag nächster Woche auslaufende Märzkontrakt gab um 1,75 Euro oder 0,95 % auf 182,75 Euro / t nach. Der folgende Mai verlor 0,67 % und beendete den Tag bei 185 Euro / t, und die neue Ernte settelte mit einem Verlust von 1,25 Euro bei 183,75 Euro / t.
 
Stabiler Maismarkt
Der Maismarkt setzte gestern einen kleinen Kontrapunkt. Auf beiden Seiten des Atlantik´s handelte er den ganzen Tag über im positiven Bereich. An der Matif schloss der auslaufende Märzkontrakt aufgrund von Glattstellungen um 5,25 Euro oder 3,6 % höher bei 151 Euro / t. Der Junikontrakt konnte sich um 1 Euro oder 0,64 % bei 158 Euro / t befestigen. In den USA halfen die anständigen Exporte den Maismarkt weiter zu stabilisieren. Alte und neue Ernte schafften gemeinsam gute 900.000 t und lagen damit am oberen Ende der Erwartungen. Der Maikontrakt am CBoT steigt um 0,3 % auf 3,9050 US $ / bu.
 
Soja gibt weiter nach
Die Sojaexporte laufen zwar weiter stetig und wurden für die vergangen Woche mit 500.000 t bekanntgegeben. Das lag zwar am oberen Ende der Erwartungen, lässt aber keinen Zweifel an der zunehmend in Richtung Südamerika abwandernden Käuferschaft. Das wird insbesondere deutlich wenn man die Zahlen von vor wenigen Monaten mit den aktuellen vergleicht. Nach dem Ende des Truckerstreiks in Südamerika wird das Geschäft an den US Handelsplätzen dann auch allgemein als ruhig bezeichnet. Die Maibohne verlor gestern 0,8 % auf 9,8550 US $ / bu, und hat damit seit Wochenbeginn fast 5 % nachgegeben. Auch Schrot und Sojaöl schließen auf niedrigem Niveau.
 
Raps unter Druck
Der Raps schließt sich dem schwachen Sojakomplex an. Die Verluste summieren sich für den vorderen Maikontrakt auf 4 Euro oder 1,1 %. Der Settelmentkurs steht damit bei 361,75 Euro / t. Die neue Ernte verliert 1,33 % oder 4,75 Euro und beendet den Tag bei 353 Euro / t. Canola in Winnipeg kann sich ebenfalls nicht halten. Hier geht es um 1 % auf 450,40 Ca $ für den Maikontrakt bergab. Auch Palmöl in Malaysia kann seinen Wert nicht halten. Die Kontrakte verlieren quer über die Laufzeiten ca. 1,7 %.
 
Dieter Jendrziak
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