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Börsentelegramm

Weizen fällt auf 157 Euro, Mais und Raps unter Druck

von , am
02.09.2015

Am europäischen Terminmarkt sind die vorderen Weizenpreise am Dienstag weiter deutlich zurückgegangenen.

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Am europäischen Terminmarkt sind die vorderen Weizenpreise am Dienstag weiter deutlich zurückgegangenen und bis auf 157 Euro gefallen. Die hinteren Termine gaben weniger deutlich nach und der Abstand zwischen September und Dezemberweizen beträgt jetzt 14,50 Euro. Die europäischen Maispreise sind im Sog der fallenden US-Maispreise ebenfalls deutlich zurückgegangen. Auch der Raps geriet im Gefolge der nachgebenden Sojapreisen unter die Ränder und fiel wieder bis auf 361 Euro.
 
In den USA konnten sich die Weizenpreise am Dienstag behaupteten bzw. sogar ganz leicht erholen. Grund waren Meldungen über trockenheitsbedingte Probleme und Verzögerungen bei der Winterweizen-Aussaat in Russland und der Ukraine sowie Berichte über eine extrem schlechte Qualität der US-Winterweizenernte der Sorte Soft Red Winter (SRW). Die US-Weizen- Assoziation berichtet über die schlechteste Weizenqualität bei SRW seit 20 Jahren. Auch die letzten relativ guten US-Exportdaten hatten den Preisen geholfen.
 
Dagegen standen die US-Maispreise am Dienstag massiv unter Druck und gaben sehr kräftig nach. Grund waren die wider wachsenden Befürchtungen dass es in China zu einer Reform der Getreidemarkordnung kommt, in deren Folge Teile der riesigen chinesischen Maisbestände (und Weizenbestände) frei werden könnten und sogar auf den Weltmarkt fließen oder Importe anderer Getreidearten (DDGs, Sorghum, Gerste) und möglichweise auch von Sojabohnen behinderen bzw. beschränken.
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Die Sojapreise haben am Dienstag ebenfalls deutlich nachgegeben (und zogen auch den Raps mit nach unten). Hier kam der Druck vom unverändert guten Crop-Rating in den USA (große Ernte) sowie von den am Montag deutlich knapp 8 % nachgebenden Rohölpreisen. Zudem kauften chinesische Importeure ihre Sojabohnen zuletzt verstärkt Bohnen in Südamerika und weniger in den USA und bringen die US-Exportpreise damit ebenfalls ins Rutschen.
 
Am Mittwoch Vormittag starten die Weizenpreise(September) in den USA erneut leicht im Plus bzw. seitwärts. Auch der Mais kann sich im vorbörslichen Handel für alle Termine leicht erholen. Die Sojapreise starten am Mittwoch ebenfalls im Plus und die die kanadischen Canolapreise starten seitwärts in den Handel.
 
Der Euro hat am Dienstag gegenüber den USD um 0,5 % auf 1,1296 USD zugelegt. Das Rohöl WTI wurde am Dienstag mit 45,41 USD je Barrel gehandelt und damit 7,7 % niedriger als am Vortag. Am Mittwoch Vormittag geben die WTI-Preise weiter um 2,3 % auf 44,38 USD nach.
 
EU: Weizenpreise fallen auf 157  Euro
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (01.09) für den vorderen Termin (September) erneut kräftig und für die hinteren Termine etwas moderater nachgegeben. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel nur noch bei 157,25 Euro/t und damit 3,0 Euro bzw. 1,95 % niedriger als am Vortag (160,25 Euro).
 
Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 171,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (173,0 Euro) haben die Dezemberpreise damit nur um 1,25 Euro nachgegeben. Außerdem beträgt der Abstand zwischen Dezember und Septemberweizen jetzt 14,50 Euro bzw. 8,4 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (185,50 Euro) verfehlen die Weizenpreise (September) am Terminmarkt um 28,25 Euro bzw. 15,2 %.
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EU: Maispreise deutlich schwächer
Am Dienstag (01.09) haben die vorderen Maispreise am europäischen Terminmarkt deutlich nachgegeben. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 166,25 Euro/t und damit 2,25 Euro bzw. 1,3 % niedriger als am Vortag (168,50 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 171,75 Euro und damit 1,50 Euro niedriger als am Vortag (173,25 Euro). Das Preisniveau vom Vorjahr (167,50 Euro) wird am europäischen Terminmarkt jetzt um 1,25 Euro bzw. 0,8 % verfehlt.
 
EU: Rapspreise wieder unter Druck
Die Rapspreise sind am Montag am europäischen Terminmarkt kräftig gefallen. Der Novemberkontrakt wurde nur noch mit 361,50 Euro gehandelt und damit zu 5,50 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (367,0 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 362,0 Euro und damit 5,75 Euro niedriger als am Vortag (367,75). Trotz des Rückgangs sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 29,25 Euro bzw. 8,8 % höher als die Preise im Vorjahr (332,25 Euro).
 
USA: Weizenpreise leicht erholt
Am Dienstag (01.09) sind die vorderen Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago leicht gestiegen. Der vordere Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) legte um 0,3 % zu und beendete den Handel bei 484,0 Cent je Buschel (157,4 Euro/t). Der Dezember-Termin beendete den Handel ebenfalls 0,3 % höher bei 486,2 Cent je Buschel (158,2Euro/t).
 
Das Preisniveau vom Vorjahr (600,6 Cent) wird am US-Terminmarkt um 19,5 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) bewegen sich die vorderen Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel seitwärts bei 483,6 Cent je Buschel (157,3 Euro/t).
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USA: Maispreise kräftig gefallen
Am Dienstag (01.09) haben die Maispreise am Terminmarkt in Chicago deutlich nachgegeben. Für den Septembertermin (alte Ernte) beendeten die Maispreise den Handel 2,1 % niedriger bei 356,0 Cent je Buschel (124 Euro/t). Die neue Ernte (Dezember) notierte 1,7 % niedriger bei 369,0 Cent je Buschel (128,5 Euro/t.
 
Das Preisniveau vom Vorjahr (398,2 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt derzeit um 10,6 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise (Septemberkontrakt) in Chicago den Handel etwas fester bei 357,0 Cent je Buschel (124,3 Euro/t).
 
USA: Sojabohnen geben deutlich nach
Die Preise für Sojabohnen (Septemberkontrakt) sind am Dienstag (01.09) am Terminmarkt in Chicago um 1,4 % auf 884,6 Cent je Buschel (287,7 Euro/t) gefallen. Die neue Ernte (November) notierte 1,5 % niedriger bei 874,0 Cent je Buschel (284,3 Euro/t).
 
Das Preisniveau vom Vorjahr (1046,6 Cent) wird am US-Terminmarkt um etwa 15,5 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) 0,4 % im Plus bei 888,4 Cent je Buschel (289 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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