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Börsentelegramm

Weizen fällt kräftig, Mais und Ölsaaten fest

von , am
16.04.2015

Die Weizenpreise stehen an den internationalen Märkten weiter unter Druck und geben zur Wochenmitte auf beiden Seiten des Atlantiks nach.

© landpixel
 
Die Weizenpreise stehen an den internationalen Märkten weiter unter Druck und geben zur Wochenmitte auf beiden Seiten des Atlantiks nach. Dabei ignoriert der Markt die schwachen und nochmals verschlechterten Werte aus dem Crop-Montierung des USDA zum Zustand des US-Winterweizens in den südlichen Anbaugebieten. Dort hat das USDA den als gut und sehr gut einstuften Weizen (trotz der Regenfälle) im Vergleich zur Vorwoche um 2 Prozentpunkte auf 42 % gesenkt. Damit ist der Weizen jedoch noch in besseren Zustand als im vorigen Jahr als nur 35 % des Winterweizens die beiden besten Kategorien erreichte. Die Aussaat von Sommerweizen ist in den USA zu jetzt zu 17 % abgeschlossen im Vergleich zu 5 % im Vorjahr und 11 % im langjährigen Mittel. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains schätzt die neue Europäische Weizenernte um 1,0 Mio. t nach oben auf 141,4 Mio. t, im Vergleich zu 148,8 Mio. t im Vorjahr. Die Weizenexporte der Europäer werden im neuen Wirtschaftsjahr derzeit bei 31,2 Mio. t erwartet, nach 32,0 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr.
 
Aus Frankreich meldet man diese Woche, dass sich der Winterweizen zu 91 % (in guten und sehr guten Zustand befindet im Vergleich zu 76 % im letzten Jahr. Die Maisaussaat in Frankreich ist zu derzeit zu 2 % abgeschlossen, im Vergleich zu 10 % im letzten Jahr. In den USA ist die Maisaussaat wegen der  Regenfälle und des unveränderte kühlen Wetters im Mittelwesten erst zu 2 % erfolgt im Vergleich zu 3 % im Vorjahr und 5 % im langjährigen Mittel. Dieses langsame Aussaattempo stützt die Maispreise in den USA und am Weltmarkt, denn die Analysten befürchten einen stärkeren Wechsel der Farmer vom Mais zum später gepflanzten Soja. Zudem könnte sich das optimale Aussaatfenster für die in der zeitlichen Abfolge nach Mais gepflanzten Sojabohnen verkleinern und auch hier zu Produktionseinbußen führen. China hat seinen Importbedarf an Mais für das laufende Wirtschaftsjahr mit 4,4 Mio. t angegeben, im Vergleich zu 2,3 Mio. t im vorigen Jahr. Die chinesische Importmenge von Sojabohnen lag im März bei 4,5 Mio. t und im gesamten ersten Quartal bei 15,6 Mio. t und damit knapp 3 % bzw. 2 % über dem Vorjahr. Für den Zeitraum Mais bis Juli erwartet man allerdings Einfuhren von jeweils 6,5 Mio. t bis 7,5 Mio. t und damit einen deutlichen Anstieg gegenüber März.
 
USA: Weizenpreise fallen sehr kräftig
Am Mittwoch (15.04) sind die Weizenpreise (SRW) am Terminmarkt in Chicago den dritten Tag in Folge deutlich gefallen. Der Maikontrakt notierte am Ende des Handelstages 1,4 % niedriger bei 490,6 Ct je Buschel (168,68 Euro/t). Seit vorigen Freitag sind die Weizenpreise in Chicago damit um 7 % zurückgegangenen. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gingen die Preise am Mittwoch um 1,4 % auf 514,4 USD/ je Buschel (176,9 Euro) zurück. Seit vorigen Freitag sind die Weizenpreise in Kansas damit um 8 % zurückgegangenen Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago wieder 0,7 % im Plus bei 494 Ct je Buschel (169,8 Euro).
 
Mais und Soja steigen leicht
Für den Mais sind die Preise am Terminmarkt in Chicago (am Mittwoch um 0,7 % auf 376 Ct je Buschel (138,5 Euro/t) gestiegen. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago unverändert bei 376 Ct je Buschel (138,5 Euro). Die Sojabohne (Maikontrakt) hat am Mittwoch um 0,5 % auf 965,0 Ct je Buschel (331,7 Euro/t leicht zugelegt. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Sojapreise unverändert bei 965,0 Ct (311,7 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Mittwoch in Chicago um 0,7 % auf 311,5 USD/st (321 Euro/t) zurückgegangen und liegen am Donnerstag Nachmittag (MEZ) 0,2 % im Plus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Mittwoch um 1,6 % auf 31,80 Ct/lb (656 Euro/t) zugelegt und liegen am Donnerstag Nachmittag (MEZ) 0,1 % im Minus.
 
Euro erholt sich leicht, Ölpreis steigt kräftig
Der Euro hat am Mittwoch gegenüber dem Dollar um 0,2 % an Wert gewonnen und notierte bei 1,0693 USD. Am Donnerstag Nachmittag notiert der Euro bei 1,0755 USD je Euro und damit 0,58 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Mittwoch kräftig gestiegen, liegt jedoch am Donnerstag Nachmittag im Minus. Am US-Terminmarkt gingen die WTI-Kurse für den Maitermin am Mittwoch um 5,8 % auf 56,4 USD je Barrel nach oben. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Donnerstag Nachmittag (MEZ) 1,3 % im Minus bei 55,68 USD je Barrel. Der Preis für das Nordseeöl Brent ist am Mittwoch um 5,9 % auf 63,32 USD je Barrel gestiegen. Im vorbörslichen Handel am Donnerstag Nachmittag liegen die Brent-Preise 1,2 % im Minus bei 62,58 USD je Barrel.
 
Weizenpreise fallen unter 185 Euro
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch unter dem Druck des US-Weizens ebenfalls zurückgegangen. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen notierte bei 185,25 Euro und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (186,75 Euro). Seit vorigen Freitag sind die Weizenpreise an der MATIF damit um knapp 3 % zurückgegangenen Die neue Ernte (September) kostete am Ende des gestrigen Handelstages 186,25 Euro und damit 2,00 Euro weniger als am Vortag (188,25 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 1,0 Euro höher als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (207 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 21,75 Euro niedriger. Am Donnerstag Nachmittag wird der Weizen (Maikontrakt) am europäischen Terminmarkt mit einem Preisabschlag von 0,50 Euro bei 184,75 Euro/t gehandelt und die neue Ernte kostet 185,75 Euro und damit ebenfalls 0,75 Euro weniger.
 
Maispreise am Donnerstag schwächer
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch ganz leicht gestiegen. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 165,50 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % höher als am Vortag (165,0 Euro). Der Augustkontrakt notierte bei 172,50 Euro und damit 0,25 Euro höher als am Vortag (172,25 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 175,0 Euro und damit 0,50 Euro mehr als am Vortag (174,50 Euro) sowie 9,50 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 29,50 Euro niedriger. Am Donnerstag Nachmittag wird der Mais (Junikontrakt) am europäischen Terminmarkt zu 1,50 Euro niedrigeren Preisen bei 164,0 Euro/t gehandelt, während die neue Ernte 173,50 Euro kostet und damit 1,50 Euro weniger als am Vortag.
 
Rapspreise behaupten sich weiterhin
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Mittwoch behauptet. Der Maitermin beendete den Handel bei 375,0 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % % höher als am Vortag (374,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 361,25 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (361,50 Euro). Der Novemberkontrakt wurde mit einem Aufschlag von 1,0 Euro bei 363,75 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 13,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (374,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 0,50 Euro höher. Am Donnerstag Nachmittag wird der Raps (Maikontrakt) am europäischen Terminmarkt mit 0,50 Euro niedrigeren Preisen bei 374,50 Euro/t gehandelt. Die neue Ernte kostet 361,50 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Tag zuvor.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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