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Weizen fällt kräftig, Mais schwächer, Soja/Raps behauptet

von , am
23.02.2015

Am Ende der letzten Woche kam der Weizen in den USA unter die Räder. Ein sehr kräftiger Preisabschlag von 3,3 % stand am Freitag in den Büchern.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
Am Ende der letzten Woche kam der Weizen in den USA unter die Räder. Ein sehr kräftiger Preisabschlag von 3,3 % stand am Freitag in den Büchern. Auch der Mais folgte dem Weizen nach unten und Sojabohnen konnten ihr Niveau nicht ganz halten. Auch in Europa gerieten die Weizenpreise im Sog des nachgebenden US-Marktes unter Druck, auch wenn die Preisabschläge deutlich moderater waren als in den USA. Der Mais musste am europäischen Markt ebenfalls Federn lassen. Überraschend gut behaupten konnten sich in Europa hingegen erneut die Rapspreise. Ursache für die scharfe Korrektur der Weizenpreise in den UDSA waren wieder einmal die Exportdaten beim Weizen.
 
Europäer mit Vorteilen im Export
Während der europäische Export bei Weizen und Gerste nach wie vor ganz hervorragend läuft und die Europäer für die zurückliegende Woche glänzende Exportdaten vorweisen können, schrumpfen die Ausfuhrdaten in den USA beim Weizen immer weiter zusammen. Offensichtlich ist der US-Weizen am Weltmarkt kaum noch wettbewerbsfähig, wie nicht zuletzt der Abbruch einer Exportauktion Ägyptens in den USA wegen zu hoher Preisforderungen deutlich macht. Gleichzeitig kaufte Marokko letzte Woche 360.000 t Weichweizen und 45.000 Hartweizen in Europa. Auch Ägypten orderte letzten Woche 240.000 t Weizen in Frankreich und Rumänien, während die USA bei allen wichtigen Ausschreibungen und Auktionen leer ausging. Eine Verbesserung der Position des US-Weizens ist nur über niedrigere Preise möglich und das setzt die Terminmärkte derzeit unter Druck.
 
USDA korrigiert Exportprognosen, Sojaernte in Brasilien
Vor dem Hintergrund der schwachen Exportentwicklung hat USDA-Outlookforum (Markt und Preisprognosen) die US-Weizenexporte für das laufende Wirtschaftsjahr 2014/15 von 25,18 Mio. t auf 24,5 Mio. t gesenkt und die Erwartungen für die nächste Saison 2015/16 von 27,8 Mio. t auf nur noch 26,5 Mio. t reduziert. Beim Mais ließ das USDA die Exportprognose für laufende Saison 2014/15 unverändert bei bei 44,4 Mio. t, senkte aber die Erwartung für 2015/16 von 48,36 Mio. t auf 47,0 Mio. t.Bei Sojabohnen hat das Outlookforum des USDA die Exporte für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2014/15 von 46,8 Mio. t auf 47,8 Mio. nach oben geschraubt und die erwarteten Sojaausfuhren für die nächste Saison 2015/16 bei 49,5 Mio. t belassen. In Brasilien war die Sojaernte am 20. Februar zu 20 % eingebracht, im Vergleich zu 13 % in der Woche zuvor und  gegenüber 30 % im letzten Jahr.
 
US-Weizen-Exporte brechen ein
Die Exportverkäufe der letzten Woche in den USA waren bei Weizen sehr schwach. Beim Mais blieb die in Drittländer verkaufte Menge hingegen relativ hoch und beim Soja gingen die Exportverkäufe zwar zurück, halten sich wegen der langsamen Ernte in Brasilien jedoch weiterhin auf höheren Niveau als sonst zu diesem Zeitpunkt üblich ist. Das USDA meldet für die letzte Abrechnungswoche Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 266.660 t Weizen. Das sind 35 % weniger als in der Woche zuvor (409.300 t).  Bei Mais lag die Verkaufsmenge in der letzten Abrechnungswoche bei 932.200 Mio. t. Damit verfehlte man das sehr gute Ergebnis der letzten Woche (1.003.100 t) um 7 %.  Bei Soja lag die Netto-Verkaufsmenge bei 505.600 t. Im Vergleich zu den Exportverkäufen von 745.400 t in der Vorwoche sind dies 32 % weniger. Bei Sojaschrot meldete man Nettoverkäufe von 316.600 t, nach 189.400 t in der Woche zuvor und damit einen Anstieg der Verkaufsmenge von 67 %.
 
Europäische Getreideexporte weiter auf Hochtouren
Die europäischen Exportverkäufe von Weizen stiegen in der letzten Woche kräftig an und erreichten einen Umfang von 856.000 t und übertrafen mit dieser Verkaufsmenge den Wert aus der Vorwoche (645.000 t) um 32 %. Deutsche Exporteure verkauften letzte Woche 164.000 t Weizen (Vw: 179.000 t) und aus Frankreich verkaufte man 392.000 t (Vw: 176.000) in Drittländer. Die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 4,95 Mio. t und Frankreich kommt auf 6,06 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer bislang 19,9 Mio. t Weizen exportiert, gegenüber 19,3 Mio. t im letzten Jahr. Bei Gerste wurden letzte Woche 376.000 t ins Ausland verkauft, nach 142.000 t in der Woche zuvor. Die Gesamtausfuhr bei Gerste iegt jetzt bei 5,92 Mio. t, nach 4,94 Mio. t im letzten Jahr.
 
USA: Weizen fällt, Mais schwach, Soja knapp behauptet
Am Freitag (20.02) sind die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 3,3 % auf 510,2 Ct je Buschel (164,5 Euro/t) eingebrochen. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise im elektronischen Handel 0,3 % im Minus bei 508,6 Ct je Buschel (164 Euro). Gleichzeitig hat der Mais in den USA für den Märztermin am Freitag um 1,2 % auf 385,2 Ct je Buschel (133 Euro/t) nachgegeben. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,1 % im Minus bei 384,6 Ct je Buschel. Die Sojabohne hat am Freitag 0,8 % auf 999,2 Ct je Buschel (322 Euro/t) verloren und ist damit wieder knapp unter die 1000 Ct-Marke gerutscht. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise wieder 0,3 % im Plus bei 1001,6 Ct. Für Sojaschrot blieben die Preise am Freitag in Chicago unverändert bei 347,5 USD/st (336 Euro/t) und notieren am Montag Vormittag wieder 0,7 % im Plus. Für Sojaöl haben die Preise am Freitag um 1,1 % auf 31,48 Ct/lb (609 Euro/t) nachgegeben und liegen am Montag erneut 1,0 % im Minus.
 
Ölpreise weiter rückläufig, Euro zuletzt behauptet
Der Rohölpreis (WTI) ist am Freitag (20.02) den dritten Tag hintereinander gefallen und liegt am Montag Vormittag ebenfalls im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Märztermin am Freitag um 1,97 % auf 50,81 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel fallen die Preise am heutigen Montag Vormittag (MEZ) um 1,0 % auf 50,3 USD je Barrel. Gleichzeitig blieb der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag unverändert bei 60,22 USD je Barrel. Im elektronischen Handel am Montag liegen die Brent-Preise 0,7 % im Minus bei 59,79 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Freitag um 4,1 % zugelegt. Am Montag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel erneut 2,8 % im Plus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Freitag am US-Terminmarkt um 0,9 % gestiegen, liegen jedoch am Montag Vormittag wieder 1,7 % im Minus. Der Euro hat am Freitag gegenüber dem Dollar um 0,3 % zugelegt und notierte bei 1,1399 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,1336 USD je Euro rund 0,6 im Minus.
 
Weizenpreise trotz guter Daten etwas schwächer
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.02) im Sog der fallenden US-Preise zurückgegangen. Trotz der sehr starken Exportdaten der Europäer sind die europäischen Preise dem US-Markt aus Wettbewerbsgründen nach unten gefolgt. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Freitag (20.02) mit 185,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (187,25 Euro) haben die Preise damit 0,8 % oder 1,50 Euro nachgegeben. Der Maikontrakt notierte bei 188,50 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (189,25 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 184,75 Euro und damit 0,50 Euro weniger als am Vortag (185,25 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,0 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (190,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger.
 
Maispreise knapp über 150 Euro
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.02) deutlich nachgegeben. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 151,25 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,14 % niedriger als am Vortag (153,0 Euro) und nur noch knapp über der Marke von 150 Euro. Der Junitermin notierte bei 160,25 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (161,0 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 164,75 Euro und damit 0,25 Euro höher als am Vortag (164,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 168,75 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (169,0 Euro) sowie 17,50 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (187,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 36,50 Euro niedriger.
 
Rapspreise weiter sehr robust
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag (20.02) erneut behauptet und im Wochenverlauf sogar etwas zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 358,0 Euro/t und damit 0,50 Euro höher als am Vortag (357,50 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 352,75 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (352,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 5,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (371,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,0 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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