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Börsentelegramm

Weizen gibt Gewinne wieder ab, Mais startet im Plus

von , am
18.08.2014

Beim Weizen stehen die Kurse im vorbörslichen elektronischen Handel am Montag bereits wieder unter Druck, der Mais beginnt die Woche im Plus ebenso wie die Sojabohne.

© kk artworks/fotolia
 
Am Weizenmarkt beeinflussen weiterhin eine Reihe von Faktoren die Preise. Neben der Ukrainekrise ist es vor allem die sehr große Ernte bei gleichzeitigen Qualitätsproblemen die den Markt beschäftigten. Nachdem die Weizenpreise die letzte Woche mit einer kräftigen Preiserholung beendeten, stehen die Kurse im vorbörslichen elektronischen Handel in den USA zum Beginn der Woche bereits wieder unter Druck. Diese erneute Korrektur dürfte auch die Preise in Europa mit nach unten ziehen. Der Grund für den Preisanstieg vom Freitag und die Preisschwäche am heutigen Montag ist beide Male der Selbe. Der wieder stärker eskalierende Konflikt im Osten der Ukraine und die in von diesem Hintergrund vom Markt befürchten Auswirkungen auf das Weizen-Angebot an den Exportmärkten. Zunehmenden Einfluss auf die Weizenpreise gewinnen zudem auch Meldungen über eine schwache Weizenqualität in Europa und die Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von exportfähigem Brotweizen in den verschiedenen europäischen Ländern.
 
EU-Weizenpreise bewegen sich seitwärts
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise am Ende der letzten Woche gestiegen (Ukrainekonflikt), nachdem die Kurse zuvor die gesamte Woche unter Druck standen. Vor allem die Daten aus dem neuen USDA-Report über eine weltweite und europäische Rekordernte sowie sehr guten Ernten in Russland und Ukraine hatten die Weizenpreise massiv unter Druck gesetzt. Am Ende der letzten Woche (15.08) kostete der Weizen in Paris trotz der Preiserholung am Freitag nur 173,75 Euro/t und damit etwas weniger als eine Woche (174,25 Euro) zuvor und weiterhin rund 10 Euro weniger als zur Ernte 2013. Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise den Handel im vorbörslichen elektronischen Handel in den USA mit einem kräftigen Minus von 1 %. Diesem Trend dürfte sich der Markt in Europa zunächst einmal anschließen.
 
US-Weizen zum Wochenbeginn unter Druck
In den USA hatten die Weizenpreise am Ende der letzten Woche am Terminmarkt in Chicago zunächst kräftig um 2,6 % zugelegt. In der ersten Wochenhälfte standen die Kurse nach dem USDA-Report allerdings massiv unter Druck und verloren fast 4 %. Derzeit kostete der in Chicago gehandelte Weizen gut 15 % weniger als zur Ernte 2013. In die neue Woche startet der US-Weizen am Montag (11.08) im vorbörslichen elektronischen Handel erneut mit einem Minus von 1,0 %. Der Septembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (15.08) mit 151,3 Euro/t (551,2 Ct/bu) und damit 0,5 Euro teurer als vor einer Woche. Der Dezemberkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 154,65 Euro/t (563,4 Ct/bu ) und damit 0,5 Euro weniger.
 
Mais: Ernteprognosen halten Preise in Schach
Am europäischen Maismarkt bewegten sich die Preise zuletzt seitwärts. Weder der letzte USDA-Report noch die aktuellen Ernteschätzungen der wichtigsten europäischen Analysten haben grundlegend neue Erkenntnisse über die Versorgungslage gebracht. Noch vergeht zwar wenig Zeit bis zum Erntebeginn jedoch sowohl in den USA als auch in Europa erwartet man Ernten auf neuem Rekordniveau oder zumindest in dessen Nähe. Die europäischen Analysten von Strategie Grains gehen zumindest von der zweitgrößten bislang eingebrachten europäischen Ernte aus. Das lässt den Preisen weiterhin wenig Spielraum nach oben.
 
Maispreise in Europa zuletzt seitwärts
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise letzte Woche kaum verändert. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) konnten die Preise im Wochenverlauf ihr Niveau bei etwa 154,50 Euro behaupten. Im Vergleich zum letzten Jahr (August 2013) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 10 Euro oder 7 % niedriger.. Am Montag Vormittag (18.08) starteten die Maispreise im vorbörslichen elektronischen Handel in den USA mit einem leichten Plus.
 
US-Mais kann sich etwas erholen
Am heutigen Montag (18.08) Vormittag legen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel leicht zu. Im Verlauf der letzten Woche haben sich die Maispreise in den USA ebenfalls leicht erholt. Der Septembertermin ging am letzten Freitag (15.08) in Chicago mit umgerechnet 107, 5 Euro/t (365,6 Ct/bu) rund 4 Euro teurer als in der Vorwoche aus dem Handel. Der Dezemberkontrakt wurde mit knapp 111 Euro (377 Ct/bu) gehandelt. Im Vergleich zum letzten Jahr (August 2013) sind die Maispreise in den USA derzeit 25 Prozent niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Marktkompass.
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