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Börsentelegramm

Weizen und Mais unter Druck, Soja und Raps kaum verändert

von , am
20.01.2014

Mit einem weiteren kräftigen Preisrutsch bei Weizen und Mais sowie relativ stabilen Preisen für Sojabohnen und Raps ist die letzte Woche an den Märkten für Getreide und Ölsaaten zu Ende gegangen.

© tom - Fotolia.com
 
Mit einem weiteren kräftigen Preisrutsch bei Weizen und Mais sowie relativ stabilen Preisen für Sojabohnen und Raps ist die letzte Woche an den Märkten für Getreide und Ölsaaten zu Ende gegangen. In den USA fiel der Weizen sogar auf ein neues Dreijahrestief und zog auch die Preise in Kanada und Europa mit nach unten. Der europäische Weizen hielt sich für den Märztermin nur noch knapp über der Marke von 190 Euro und der Mai lag bereits darunter. Am heutigen Montag (20.01.) wird in den USA nicht gehandelt, denn es ist ein Feiertag (Martin Luther King Day) und die Börsen sind geschlossen.
 
USA beim Weizenexport unter den Ewartungen
Druck auf die US-Weizenpreise kam nicht zuletzt von der letzten Exportausschreibung des größten Importeurs Ägypten. Zwar haben die Ägypter im Rahmen einer Auktion Ende der letzten Woche insgesamt 295.000 t Weizen gekauft. Davon aber nur 60.000 t aus den USA und den Rest aus Frankreich, Russland und der Ukraine. In den letzten Wochen liefen die Exporte der Europäer deutlich besser als die Amerikaner. Nach den Erwartungen einiger Wetterdienste wird es diese Woche in den USA eine neue Kältewelle in den US-Weizenanbaugebieten geben. Das könnte die Preise stützen. Allerdings liegt fast überall ausreichend Schnee. Die Anbaufläche von Winterweizen ist in den USA nach den derzeitigen Schätzungen der Analysten von Informa Economics mit rund 16,96 Mio. ha rund 2,7 % kleiner als im letzten Jahr. Bis vor wenigen Wochen war man noch von einer Flächenausweitung beim US-Winterweizen ausgegangen.
 
Weizenpreise in den USA fallen auf Dreijahrestief
Am Freitag (17.01) gaben die Weizenpreise insbesondere in den USA, aber auch in Kanada und in Europa nach. Dabei beendete der Märzkontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Abschlag von 1,6 % auf umgerechnet knapp 153 Euro/t (563,4 Ct/Bu) und auch der Maikontrakt gab um 1,0 % auf 155 Euro/t (570,4 Ct/bu) nach. Das ist der niedrigste US-Weizenpreis seit gut drei Jahren. Am Montag Vormittag (MEZ) gab es wegen des Feiertags in den USA keinen elektronischen vorbörslichen Handel. Am Freitag lagen die Weizenpreise in Chicago für alle Termine März bis September 2014 unter der Marke von 160 Euro/t (590 Ct/bu) und erst für den Dezemberkontrakt (162 Euro) leicht darüber. Gleichzeitig fielen die US-Weizen-Preise in Chicago deutlich unter die für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (584 Ct). Noch größer war der Abstand von der 20-Tage-Linie (596 Ct) sowie vom Durchschnittspreis der letzten 40 Tage (623 Ct).
 
US-Brotweizen erneut billiger
Im Sog des Chicagoweizens fielen auch die Preise für den in Kansas gehandelten US-Brotweizen (HRW). Für den Märzkontrakt gaben die Preise um 1,0 % auf umgerechnet 171 Euro/t (629,4Ct/bu) nach und für den Maitermin um 1,6 % auf 169 Euro (625,6 Ct/bu). In Kanada rutschten die Weizenpreise mit den fallenden Kursen in Chicago ebenfalls wieder nach unten. In Winnipeg handelte man Brotweizen für den Märztermin mit umgerechnet knapp 123 Euro/t (182 CAD) und der Maitermin kostete noch 125 Euro/t (186 CAD). Nachdem jüngsten Preissturz behauptet haben sich die kanadischen Preise für Futter-Gerste. Am Terminmarkt in Winnipeg blieben die Kurse am Freitag um unverändert bei umgerechnet 86 Euro/t (127 CAD).
 
Europäischer Weizen auch am Kassamarkt unter Druck
In der Europäischen Union konnten sich die Preise für Weizen am Freitag (trotz anhalte starker Exporte) im Sog der US-Preise nachgegeben. Am Freitag (17.01) kostete der Weizen für den März an der MATIF noch knapp 192 Euro/t und knapp 1 Euro weniger als am Vortag. Der Mai rutschte ebenfalls um knapp 1,0 Euro auf 188,50 Euro/t und liegt damit schon recht deutlich unter der Marke von 190 Euro. Am Kassamarkt standen die Weizenpreise ebenfalls unter Druck. Am Großmarkt in Hamburg handelte man Brotweizen am Freitag (14. Januar) mit 195 Euro/t (-2). Futterweizen zur Lieferung im Januar kostete in Hamburg 193 Euro/t (-3) und A-Weizen wurde mit 197 Euro/t (-2) notiert. In Frankreich wurde Brotweizen am Freitag im Großhandel (fob-Rouen) mit noch mit 189 Euro/t (-3) und damit unter 190 Euro notiert.
 
Maipreise fallen trotz guter Exporte
Anders er als beim Weizen laufen die US-Maisexporte sehr gut, jedoch drücken die sehr guten Wachstumsbedingungen in Brasilien auf die Preise, den die Folge wäre auch ein verbessertes Angebot an den Exportmärkten. In den USA könnte die Anbaufläche von Mais für die neuen Ernte nach Schätzung der Analysten von Informa Econmics in diesem Jahr um 2,1 % bzw. 0,8 Mio. ha auf 37,78 Mio. ja schrumpfen. Auf dem größten Teil diese Fläche wird wohl Soja angebaut. Anstelle Weizen haben die USA letzte Woche 204.000 t Mais nach Ägypten verkauft und insgesamt 821.000 t exportiert. Mit dieser starken Ausfuhr hatten die Analysten zuvor nicht gerechnet. Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte damit auf 29,4 Mio. t gegenüber 13,1 Mio. t im letzten Jahr. Das ist mehr als eine Verdopplung der Ausfuhrmenge. Dagegen haben die Europäer (überraschenderweise) trotz einer deutlich besseren Ernte jetzt schon mehr Mais importiert als im letzten Jahr. Grund sind offenbar sich die im Vergleich weiterhin relativ hohen Maispreise in der EU bzw. die deutlich niedrigeren Weltmarkpreise.
 
US-Mais rutscht wieder abwärts
Am US-Terminmarkt in Chicago gaben die Maispreise am Freitag ebenfalls nach. Der Märztermin rutschte am Freitag (17.01) in Chicago um rund 0,9 % auf umgerechnet 123 Euro/t (424 Ct/bu) nach unten und der Mai kostete 125 Euro (431,6 Ct/bu). Damit fallen die US-Mais-Preise (Märzkontrakt) unter die für technische Analysten wichtige 10-Tage-Linie (425 Ct) und liegen zudem auch unter der 20-Tage-Linie (426 Ct) sowie ebenfalls unter der 40 Tage-Linie (428 Ct).
 
Europäische Maispreise behaupten sich
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am Freitag (17.01) behauptet. Die Kontraktpreise für den Märztermin beendeten den Handel am europäischen Terminmarkt bei 172,50 Euro/t und für den Junikontrakt bei 174,0 Euro und damit fast unverändert. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag (17.01) zwischen 158 Euro und 164 Euro (-4) und damit zum Teil deutlich deutlich schwächer als zum Wochenbeginn. An den französischen Rheinhäfen wurde der Mais am Dienstag für 176 Euro/t (-1) verladen und damit ebenfalls zu nachgebenden Preisen.
 
Starker US-Export stützt Sojapreise
Trotz der für die aktuelle Woche erwarteten Regenfälle in Argentinien blieb der Markt für Soja und auch für Raps in Europa und Kanada am Freitag fest. Allerdings waren die Rapspreise in Kanada wegen des immensen Angebotsdrucks auf die Transport- und Lagerlogistik sowie wegen der bislang unter den Erwartungen bleibenden Exporte in den letzten 6 Wochen um 15 % gefallen. Die Sojapreise haben sich am Freitag vor allem wegen der anhaltend starken US-Exporte behauptet. Diese lagen allein in der letzten Woche bei 701.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren auf 41,4 Mio. t gegenüber 32,6 Mio. t im letzten Jahr und haben damit auch die vom USDA eigentlich erwarteten Gesamtausfuhren schon erreicht. Auch die Schrotausfuhren der Amerikaner laufen sehr stark und liegen mit 6,4 Mio. t über dem sehr guten Vorjahreswert von 6,17 Mio. t. Nach Einschätzung der Analysten von Informa Economics wird der Sojaanbau in den USA in diesem Jahr um 6,1 % oder 1,93 Mio. ha auf 32,9 Mi. ha wachsen.
 
Sojapreise halten weiter ihr Niveau
Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (17.01) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 357 Euro/t (1316,4 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages knapp 352 Euro/t (1297,2 Ct/bu). Damit kosteten die Bohnen vor dem Hintergrund reger US-Exporte nochmals 0,1 % mehr als am Vortag, jedoch gut 1 % mehr als zum Beginn der Woche. Außerdem liegen die US-Soja-Preise (Märzkontrakt) deutlich über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (1287 Ct) und zudem auch über dem 20-Tage-Durchschnitt (1298 Ct) sowie über der 40 Tage-Linie (1303 Ct).
 
Rapspreise in Europa und Kanada behauptet
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben sich am Freitag (14.01) mit den Sojapreisen behauptet. Der Februartermin beendete den Handel mit 360,50 Euro und der Maikontrakt mit 356,00 Euro. Damit kostete der Februar-Raps in Paris rund 0,25 Euro mehr als am Vortag. Im deutschen Großhandel gaben die Rapspreise am Freitag leicht nach. Für den Februar bewegen sich die Kurse je nach Region zwischen 363 Euro und 370 Euro/t. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (17.01) hingegen leicht zugelegt. Mit umgerechnet 290 Euro/t (431 CAD) notierte der Märztermin in Kanada knapp über der Marke von 290 Euro. Der Maikontrakt kostete mit 297 Euro (423 CAD) ebenfalls weniger als 300-Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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