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Börsentelegramm

Weizen und Mais im Minus, Soja weiter fest

von , am
19.06.2015

Am gestrigen Handelstag schalteten die meisten Agrarcommodities wieder in den Rückwärtsgang.

© Mühlhausen/landpixel
 
Am gestrigen Handelstag schalteten die meisten Agrarcommodities vorerst wieder in den Rückwärtsgang. Lediglich die Sojabohne setzte ihren Anstieg fort. Die Märkte sind derzeit in erster Linie von den Wetterberichten beeinflusst. In den USA sorgt der Tropensturm mit ergiebigen Regenfälle für Aufmerksamkeit, allerdings soll sich das Wetter nach dem Wochenende bessern.
 
In Europa und Kanada herrscht in weiten Teilen weiter ein Niederschlagsdefizit, was die Ernteaussichten reduziert. Die kommenden 14 Tage dürften entscheidend für die weitere Entwicklung werden. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in den USA einen negativen Start in den Tag an.
 
Weizen mit leichten Verlusten
Der Pariser Weizen konnte seine preisliche Erholungsphase gestern nicht fortsetzten. Der Versuch mit den zwischenzeitlich freundlicheren Vorgaben aus Übersee in den positiven Bereich zu drehen hielt nicht lange und am Ende stand ein leichtes Minus von 25 Cent oder 0,14 % auf 178,25 Euro /t für den Septemberweizen an der Kurstafel. Die folgenden Kontrakte schlossen sich der Entwicklung an.
 
In Chicago drehte der Kurs im späteren Handel wieder in den roten Bereich, und der Juliweizen beendete den Tag mit einem Verlust von 0,7 % bei 4,88 US $ / bu. Hier dürften die etwas besseren Wetteraussichten die entscheidende Rolle gespielt haben, denn die laufende Ernte könnte dann wieder deutlicher voran kommen. In wie weit die Qualitäten gelitten haben wird sich erst später zeigen.
 
Mais im Minus
Der US Mais litt gestern unter den sehr schwachen Exportdaten. Die Analysten hatten ihre Erwartungen irgendwo zwischen 500.000 t und 900.000 t gesetzt, und wurden mit gerade Mal 200.000 t ziemlich enttäuscht. Hinzu kam die etwas bessere Wetterprognose für die kommenden 2 Wochen, die den jungen Pflanzen günstigere Bedingungen bescheren soll. Die Händler nahmen daraufhin erst Mal Gewinne mit. Der Julimais verliert 0,4 % und settelt bei 3,58 US $ / bu. An der Matif folgt der Mais den Vorgaben. Der Augustkontrakt verliert 1 Euro und settelt bei 162 Euro / t.
 
Soja weiter im Aufwind
Die Bohne setzte gestern ihren Aufwärtstrend den dritten Tag in Folge fort. Die Julibohne erreichte mit einem Plus 0,7 % auf 9,7775 US $ ein seit 6 Wochen nicht gesehenes Kursniveau. Der Grund dafür dürfte in erster Linie in den ergiebigen Regenfällen gelegen haben, die eine zügige Beendigung der Aussaat behindert, und den bereits aufgelaufenen jungen Pflanzen ebenfalls nicht gut tut, denn die Bohne mag keine nassen Füße. Kurzfristig soll es über das Wochenende weiter regnen. Danach sind die weiteren Aussichten besser, aber ein Schaden der die Ernte dezimiert dürfte dann bereits eingetreten sein.
 
Preislich positiv wirkten auch die wöchentlichen Exportdaten der Amerikaner. Die für die kommende Saison gemeldeten 532.000 t lagen deutlich über den maximal erwarteten 300.000 t und wurden als Signal einer stabilen globalen Nachfrage gewertet. Das Sojaschrot legt ebenfalls zu, während das Sojaöl aufgrund schwacher Vorgaben vom Palmöl in Malaysia ( minus 2,4 % ) Verluste von 1,8 % hinnehmen muss.
 
Raps gibt nach
Der Raps kann nicht von der positiven Entwicklung der Sojabohne profitieren. Der vordere Augusttermin verliert 1,50 Euro auf 373,50 Euro / t. Für die folgenden Kontrakte fallen die Verluste geringer aus. Canola in Kanada gibt ebenfalls leicht nach. Der Hauptgrund dürfte in Gewinnmitnahmen gelegen haben, denn die regionalen Regenfälle sind bis jetzt bei weiten nicht ausreichend. Auch hier werden die nächsten 2 Wochen entscheidend für die weitere Entwicklung sein.
 
Dieter Jendrziak
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