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Börsentelegramm

Weizen, Mais und Raps: Der Preisdruck setzt sich fort

von , am
08.05.2015

Der gestrige Handelstag war erneut von roten Vorzeichen geprägt. Die am Montag und Donnerstag der nächsten Woche auslaufenden Maikontrakte für Weizen korrigierten aufgrund von Glattstellungen heftig.

© shutterstock/William Potter
Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat ihre erste Einschätzung der neuen Ernte bekanntgegeben und die Börsianer erneut auf die komfortable Versorgung der Weltmärkte hingewiesen. Die Weltgetreideernte soll demnach bei 2,51 Mrd. t (inklusive Reis) liegen. Das wären zwar 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr, würde aber ca. 5 Prozent über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt liegen. In der Summe sieht die FAO dank eines leicht höheren Verbrauchs einen Bestandsabbau von ca. 3 Prozent, was aber aufgrund der hohen Anfangsbestände keinen Bullen hinter dem Ofen hervorlockt.
Das Verhltnis der Endbestände zum Verbrauch (end stock to use) würde demnach bei 24,4 Prozent liegen, was alle andere als beunruhigend wäre. Heute Morgen signalisiert zumindest der Weizen an der elektronischen Nachtbörse in Chicago einen positiven Start in den Tag.
 
Maiweizen bricht ein
 
In Chicago sah man sich gestern gewillt, erst mal Gewinne mitzunehmen. Ein stärkerer Dollar, schwache Exportdaten und die komfortablen Versorgung der Weltgetreidemärkte gaben den Börsianern keinen Grund, den Kursanstieg des Vortages fortzusetzen. Das Crop-Rating im größten Weizenanbaugebiet der USA, in Kansas, verspricht zwar eine niedrigere Ernte als der mehrjährige Durchschnitt, aber die Ergebnisse sollen mit 36 bu/Acres deutlich über den 28 bu/Acres des Vorjahres liegen. Der Julikontrakt am CBoT büste 1,3 Prozent auf 4,7275 USD/bu ein.
In Paris behielten ebenfalls die Bären die Oberhand. Die mit 273.000 t eher schwachen Exportdaten belasteten neben den negativen Vorgaben aus Übersee. Der bisher preisstützende schwache Euro hat sich deutlich erholt und erschwert offensichtlich die Exporte. Der am Montag auslaufende Maikontrakt musste gestern aufgrund von Glattstellungen mit 5,6 Prozent kräftige Verluste hinnehmen und settelte bei 161,50 Euro. Der zukünftige Frontmonat September schaffte es nicht sich aus dem der negativen Stimmung zu lösen und beendete den Tag mit Verlusten von 75 Ct oder 0,4 Prozent bei 172,50 Euro/t.
 
US-Mais verliert kräftig
 
Der US-Mais bekam gestern die rote Laterne. Mit einem Verlust von 1,6 Prozent auf 3,6150 USD musste der Julikontrakt fast seine gesamten Vortagesgewinne wieder abgeben. Die Aussaat kommt bei sehr guten Bedingungen weiter voran und kurzfristig verspricht der Wetterbericht einen weiteren zügigen Fortgang der Feldarbeiten.
Kursbelastend wirkte auch eine neue Ernteschätzung aus China. Demnach soll die dortigen Maisernte aufgrund von Flächenausdehnungen um 7,6 Prozent auf 232 Mio. t steigen, was eine Halbierung der Importe auf dann nur noch ca. 2 Mio. t zur Folge hätte. Die Exportanmeldungen der letzten Woche wurden mit 841.800 t gemeldet, lagen über den Markterwartungen und wurden positiv zur Kenntnis genommen, reichten aber nicht aus um dem Preis eine andere Richtung zu geben. In Paris notierte der Mais uneinheitlich. Der Juni schaffte ein minimales Plus von 25 Ct auf 155,25 Euro/t.
 
Soja gibt nach
 
Die Sojabohne musste gestern ebenfalls weiter Verluste hinnehmen. Es gab zwar mit 338.900 t alte und 350.000 t neue Ernte durchaus respektable Exportanmeldungen, aber es setzte sich die Erkenntnis durch das der Streik der Hafenarbeiter in Argentinien kaum Auswirkungen auf die Kursentwicklung haben dürfte. Belastend für die Bohne wirkte auch ein kräftiger Preisrückgang beim Sojaöl. Aufgrund von Gewinnmitnahmen ging die Notierung um 1,3 Prozent zurück. Da half auch das leicht festere Schrot nicht. Die Julibohne verliert 0,9 Prozent und settelt bei 9,75 USD/bu.
 
Raps muss Federn lassen
 
Auch der Raps blieb gestern nicht verschont. Die schwachen Vorgaben vom Sojamarkt ließen keine andere Entwicklung zu. Zusätzlich belasteten die um 0,5 Prozent rückläufigen Palmölnotierungen. Nach der kräftigen Erholung am Anfang der Woche ging es gestern kräftig bergab. Der Augustkontrakt verliert 4 Euro oder 1,1 Prozent und beendet den Tag bei 352 Euro/t. In Winnipeg kann Canola gegen halten. Quer über die Laufzeiten legen die Kontrakte bis zu 0,3 Prozent zu.
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