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Börsentelegramm

Weizen und Mais steigen kräftig, Raps und Soja behauptet

von , am
24.06.2015

Die Weizenpreise haben am Dienstag in den USA und in Europa einen sehr kräftigen Sprung nach oben gemacht.

© landpixel
 
Die Weizenpreise haben am Dienstag in den USA und in Europa einen sehr kräftigen Sprung nach oben gemacht. Preistreiber war das sehr langsame Erntetempo beim Winterweizen in den USA. Dort verzögert anhaltender Dauerregegen die Weizenernte und verschlechtert zudem die Qualität des Weizens und damit auch die Exportfähigkeit. Gleichzeitig verschlechtern exzessive Regenfälle und Überflutungen im Mittelwesten der USA den Zustand der Mais- und Sojapflanzen und drücken die Produktionssausichten. In Verbindung mit einem erwarteten Rückgang der Aussaatfläche trieb das die Maispreise nach oben. In einer Reihe von wichtigen Anbaustaaten hat sich zudem das Crop-Rating des USDA für beide Kulturen massiv verschlechtert. Die US-Sojaaussaat ist zudem immer noch nicht beendet.
 
USDA-Anbau-Report beschäftigt die Märkte
Vor diesem Hintergrund diskutieren Analysten jetzt über die am Ende wirklich bestellten Flächen bei beiden Kulturen und über die möglichen Ernteflächen. In der nächsten Woche (30.06) wird ein USDA-Report (Acreage-Report) Auskunft über die 2015 von den Farmern bestellten Weizen, Mais und Sojaflächen Auskunft geben und zudem die erwarteten Ernteflächen benennen. Dieser Report dürfte erheblichen Einfluss auf die weitere Preisentwicklung an den Terminmärkten haben, vor allem wenn die derzeitigen Erwartungen der Analysten nicht erfüllt werden. Für die USA rechnen Wetterdienste zudem auch im weiterten Jahresverlauf mit überdurchschnittlich viel Regenfällen, wegen des El-Nino-Phänomens im Pazifik.
 
USA: Weizenpreise machen Sprung
Am gestrigen Dienstag (23.06) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago sehr kräftig gestiegen. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) legte um 4,0 % auf 521,4 Ct je Buschel (171,4 Euro/t) zu. Die neue Ernte (September) notierte 4,2 % höher bei 527 Cent je Buschel (173,3 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter stiegen die Preise am Dienstag um 3,6 % auf 530,2 Cent je Buschel (174,4 Euro). Die neue Ernte (September) notierte 3,6 % höher bei 539,6 Cent je Buschel (177,5 Euro/t).
 
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) bewegen sich die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel zunächst seitwärts und liegen bei 521 Cent je Buschel (171,4 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter geben die Preise am Mittwoch Vormittag leicht um 0,4 % nach, auf 528,2 Cent je Buschel (173,8 Euro).
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USA: Maispreise steigen weiter, Soja behauptet
Am gestrigen Dienstag (23.06) sind die Maispreise am Terminmarkt in den USA nochmals um 2,1 % auf 367,4 Cent je Buschel (129,4 Euro/t) gestiegen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 2,1 % im Plus bei 381,2 Cent je Buschel (134,2 Euro/t). Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel erneut 0,4 % im Minus bei 366 Cent je Buschel (128,9 Euro/t). Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am gestrigen Dienstag um 0,2 % auf 960,6 Cent je Buschel (325 Euro/t) leicht nachgegeben. Die neue Ernte (November) notierte 0,2 % höher bei 959,2 Cent je Buschel (316 Euro/t).
 
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,5 % im Minus bei 983 Cent je Buschel (323 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am Dienstag um 0,5 % auf 331,9 USD/st (327 Euro/t) zurückgegangen. Für Sojaöl (Julikontrakt) haben die Preise am Dienstag um 0,3 % auf 32,82 Ct/lb (647 Euro/t) nachgegeben.
 
Euro gibt deutlich nach, Rohöl steigt
Der Euro hat sich am Dienstag gegenüber dem Dollar deutlich um 1,5 % an Wert vrloren und notierte bei 1,118 USD. Am Mittwoch Vormittag notiert der Euro bei 1,1224 USD je Euro und damit wieder 0,4 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Dienstag gestiegen und legt am Mittwoch Vormittag weiter zu. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse am Dienstag um 1,0 % auf 61,01 USD je Barrel zu.
 
Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Mittwoch Vormittag 0,7 % im Plus bei 61,41 USD je Barrel. Der Preis für das Nordseeöl Brent hat am Dienstag um 1,8 % auf 64,45 USD je Barrel zugelegt. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 0,5 % im Plus bei 64,77 USD.
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Weizenpreise erreichen 185-Euro-Marke
Am Dienstag (23.06) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt im Sog der steigenden US-Preise und wegen des schwächeren Euros (Export) ebenfalls kräftig gestiegen und haben fast die Marke von 185 Euro erreicht. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Dienstag bei 184,50 Euro/t und damit 3,0 Euro bzw. 1,7 % höher als am Vortag (181,50 Euro).
 
Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 186,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (183,50 Euro) haben die Preise damit um 1,5 % oder 2,75 Euro zugelegt. Die Weizenpreise vom Vorjahr (189,50 Euro) werden am europäischen Terminmarkt derzeit nur noch um 5,0 Euro verfehlt. Am heutigen Mittwoch beginnen die europäischen Weizenpreise den Handel 0,75 Euro im Plus bei 185,25 Euro.
 
Maispreise steigen immer weiter
Am Dienstag sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt mit den steigenden US-Preisen ebenfalls gestiegen. Der vordere Augustkontrakt beendete den Handel mit 164,25 und damit 1,50 Euro bzw. 0,9 % höher als am Vortag (162,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Dienstag 166,25 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (164,50 Euro). Außerdem waren die Preise für die neue Ernte 2,0 Euro höher als für den vorderen Augustkontrakt (alte Ernte).
 
Im Vergleich zum Vorjahr (180,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 15,75 Euro niedriger. Am heutigen Mittwoch beginnen die europäischen Maispreise den Handel 1,25 Euro im Plus bei 165,50 Euro.
 
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Rapspreise knapp 30 Euro über Vorjahr
Die Rapspreise haben sich am Dienstag am europäischen Terminmarkt kaum verändert und ihr hohes Niveau gehalten. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Dienstag mit 381,50 Euro gehandelt und damit zu 0,25 Euro höheren Preisen als am Vortag (381,25). Der Novemberkontrakt wurde am Dienstag mit 385,75 Euro gehandelt und damit ebenfalls 0,25 Euro höher als am Vortag (385,50).
 
Im Vergleich zum Vorjahr (353,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 28,50 Euro höher. In Kanada haben die Canola-Preise am Dienstag um 1,4 % auf 503,6 CAD nachgegebenen. Am heutigen Mittwoch beginnen die europäischen Rapspreise den Handel zunächst unverändert bei 381,50 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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