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Börsentelegramm

Weizen nach Rallye wieder im Minus, Mais und Soja folgen

von , am
19.05.2015

Beim Weizen kam es am Montag an den Terminmärkten innerhalb weniger Tage zu einer weiteren Preisrallye.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Beim Weizen kam es am Montag an den Terminmärkten innerhalb weniger Tage zu einer weiteren Preisrallye, was die Preise auf nicht mehr erwartete Preisniveaus nach oben hievte. Dabei ist diesmal auch der europäische Weizen deutlich stärker gestiegen als in der letzten Woche, denn hier gab es durch den gestern kräftig nachgebenden Euro neue Hoffnungen auf verbesserte Absatzmöglichkeiten von europäischen Weizen an den Exportmärkten. Ursachen für die Preisrallye waren neben den erneut technisch getriebenen Preisveränderungen in den USA durch die großen Fonds auch Berichte über sintflutartige Regenfälle in den südlichen Weizenanbaugebieten der USA mit wachsenden Befürchtungen für die erwartete Weizenqualität.
 
Starkregen, Shortverkäufe, schwacher Euro
Wetterdienste berichteten, dass innerhalb weniger Tagen in einigen Regionen der südlichen Weizenanbaugebiete das 5 bis 6fache der üblichen Niederschlagsmenge gefallen ist. In Texas, und in Oklahoma sowie im Süden von Kansas sind rund 10 cm (4 Inches) Niederschlag gefallen, regional waren es 15 cm bis 20 cm (6 bis 8 Inches). Gleichzeitig verkauften die großen Fonds am US-Terminmarkt verstärkt Shortpositionen (fallende Preise) und die Weizenpreise stiegen erstmals seit langem wieder über die 1technisch wichtige 100-Tage-Linie und lösten weitere technische Reaktionen aus.
In Europa stiegen die Weizenpreise über die 180-Euro-Marke und erhielten durch den kräftig abwertenden Euro Unterstützung. Nach Analystenberichten bleibt jedoch der Anteil an Shortpositionen (fallende Preise) in Chicago trotz dieser Rallye weiterhin extrem hoch, denn die globalen fundamentalen Daten am Weizenmarkt sind unverändert bärisch.
 
Dienstag beginnt mit roten Zahlen
Im Sog der steigenden Weizenpreise legten die Maispreise an den Terminmärkten in den USA und in Europa ebenfalls moderat zu. Auch die Rapspreise beendeten den Handel am europäischen Terminmarkt deutlich im Plus. Dagegen blieben auch die Preise für Sojabohnen am Montag nahezu unverändert, während die Kurse für Sojaschrot leicht zulegten und die Preise für Sojaöl etwas nachgaben.
Am heutigen Dienstag beginnt der vorbörslichen Handel in den USA wieder mit deutlich nachgebenden Weizenpreisen, was auch in Europa für einen schwächeren Start sorgen dürfte. Der Mais startet im vorbörslichen Handel in Chicago ebenfalls im Minus. Außerdem geben die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot am Dienstag im vorbörslichen Handel ebenfalls nach.
 
USA: Mais- und Sojaaussaat mit hohem Tempo, Winterweizen etwas besser
Aus den USA meldete man am gestrigen Montag Abend, dass die Maisaussaat bis zum 17. Mai zu 85 % abgeschlossen war, im Vergleich zu 75 % im langjährigen Mittel und 75 % in der Vorwoche. Gleichzeitig geht die Sojaaussaat nimmt den USA zügig voran und war bis zum 17. Mai zu 45 % abgeschlossen (nach 31 % in der Vorwoche) und liegt damit ebenfalls deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 36 %.
Der Zustand des Winterweizens hat sich nach dem aktuellen Crop-Monitoring des USDA indessen zuletzt nochmals ganz leicht verbessert. Das USDA stufte jetzt 45 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und damit nochmals 1 Prozentpunkt mehr als vor einer Woche und sogar 16 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr (29 %). Die Aussaat von Sommerweizen war in den USA bis zum 17. Mai bereits zu 94 % abgeschlossen, im Vergleich zu 87 % in der Vorwoche und 65 % im langjährigen Mittel. Der Wachstumszustand und die Verfassung des Sommerweizens wurde vom USDA zu 65 % als gut oder sehr gut beurteilt.
 
USA: Weizenpreise geben Teil der Gewinne wieder ab
Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel deutlich 1,5 % im Minus bei 514,0 Ct je Buschel (167,4 Euro). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter geben die Preise am Dienstag Vormittag um 1,0 % auf 549 Ct je Buschel (178,8 Euro) nach. Am gestrigen Montag waren die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago erneut sehr kräftig gestiegen. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) ging mit einem Plus von 2,1 % bei 521,6 Ct je Buschel (169,7 Euro/t) aus dem Handel. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter legten die Preise am gestrigen Montag um 2,5 % auf 555 USD je Buschel (180,8 Euro) zu.
 
USA: Mais leicht im Plus, Soja behauptet
Am Dienstag Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,8 % im Minus  bei 365 Ct je Buschel (127,1 Euro). Am gestrigen Montag hatten die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 0,7 % auf 368 je Buschel (128,2 Euro/t) zugelegt. Die Sojabohne (Julikontrakt) hat sich am gestrigen Montag bei 954,4 Ct je Buschel (310,8 Euro/t) behauptet. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,4 % im Minus bei 951 Ct je Buschel (309,8 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am gestrigen Montag um 1,6 % auf 308 USD/st (300 Euro/t) gestiegen und bewegen sich am Dienstag Vormittag 0,2 % im Minus. Für Sojaöl (Julikontrakt) haben die Preise am gestrigen Montag um 0,9 % auf 32,78 Ct/lb (639 Euro/t) nachgegeben und liegen am Dienstag Vormittag erneut 0,5 % im Minus.
 
Euro kommt wieder unter Druck, Rohöl schwächer
Der Euro hat am gestrigen Montag gegenüber dem Dollar sehr kräftig 1,4% an Wert verloren und notierte bei 1,1308 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,1186 USD je Euro und damit erneut 1,1 % im Minus. Der Rohölpreis (WTI) ist am gestrigen Montag zurückgegangen und liegt am Dienstag Vormittag im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Junitermin am gestrigen Montag um 0,5 % auf 60,24 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Diensatg Vormittag (MEZ) 1,0 % im Minus bei 59,67 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am gestrigen Montag um 0,8 % auf 66,72 USD je Barrel nachgegeben. Im vorbörslichen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 1,2 % im Minus bei 65,48 USD.
 
Weizenpreise über 180 Euro  gestiegen
Am gestrigen Montag sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt sehr kräftig gestiegen. Der Septemberkontrakt (neue Ernte) notiert am Ende des Handelstages bei 180,0 Euro/t und damit 5,50 Euro höher als am Vortag (174,50 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 182,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (176,75 Euro) hatten die Preise damit um 5,25 Euro bzw. 3 % zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 15,25 Euro niedriger. Am heutigen Dienstag beginnt der vorbörslichen Handel in den USA wieder mit deutlich nachgebenden Weizenpreisen, was auch in Europa für einen schwächeren Start sorgen dürfte.
 
Maispreise am Montag im Plus
Am gestrigen Montag haben sich die Maispreise am europäischen Terminmarkt moderat zugelegt. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 155,25 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % höher als am Vortag (154,50 Euro). Der Augusttermin notierte am gestrigen Montag bei 162,75 Euro und damit 0,50 Euro höher als am Vortag (162,25 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am gestrigen Montag 165,0 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (162,25 Euro) sowie 9,25 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (186,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 31,25 Euro niedriger.
 
Rapspreise am Montag gestiegen
Die Rapspreise sind am gestrigen Montag am europäischen Terminmarkt gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit einem Aufschlag von 0,6 % bei 355,75 Euro gehandelt und kostete damit 2,0 Euro mehr als am Vortag (353,75 Euro). Der Novemberkontrakt wurde am gestrigen Montag mit 357,50 Euro und damit 2,00 Euro höher gehandelt als am Vortag (355,50). Gleichzeitig kostete der November-Raps 1,75 Euro mehr als in Augusttermin. Im Vergleich zum Vorjahr (359,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 3,25 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
Weizenkurse MATIF und ChicgagoWeizen:

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