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Börsentelegramm

Weizen und Raps am Terminmarkt fest, Soja schwächer

von , am
20.03.2015

Der Weizen war erneut der Tagessieger. Insbesondere der Matifweizen in Paris konnte aufgrund der weiter florierenden Exporte punkten.

© agrar-press
 
Der Weizen war erneut der Tagessieger. Insbesondere der Matifweizen in Paris konnte aufgrund der weiter florierenden Exporte punkten. Raps präsentiert sich stabil. Die Sojabohne, und auch der Mais mussten hingegen durchweg leichte Verluste hinnehmen. Bei den Amerikanern wirkt ein wieder stärkerer Dollar belastend, denn die für die Agrarmärkte so wichtigen Exporte könnten darunter leiden. Außerdem prophezeien die amerikanischen Meteorologen eine aus klimatischer Sicht entspannte Frühjahresaussaat, so das hier derzeit keinerlei Risikoprämie im Spiel ist. Der Euro zeigt sich im Moment relativ stabil bei 1,06, und das Rohöl befindet sich weiter im Rückwärtsgang. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago einen durchweg positiven Handelsstart an.
 
Weizen legt zu
Die EU präsentiert mit Exportanmeldungen von 780.000 t für die letzte Woche erneut gute Zahlen. Damit summiert sich die Exportleistung des laufenden Wirtschaftsjahres auf 23,7 Mio. t, und lässt das Rekordvorjahr, das zum gleichen Zeitpunkt bei 21,9 Mio. t lag zunehmend hinter sich. Der Maikontrakt des Matifweizens kann daraufhin aus eigener Kraft 2,25 Euro oder 1,2 % auf 194,50 Euro / t zulegen. Die neue Ernte schafft immerhin noch 1,25 Euro und notiert derzeit bei 191,50 Euro / t. Am CBoT behielten ebenfalls die Bullen die Oberhand. Die US Exportdaten wurden mit 391.000 t alte und 142.900 t neue Ernte gemeldet, und von den Börsianern neutral bewertet, da sie nichts anderes erwartet hatten. Die preisliche Unterstützung kam eher von der weltweit guten Nachfrage , und weiter ungünstiger Witterung in den südlichen Plains, denn hier zeigt das wöchentliche Monitoring eine zunehmende Schädigung durch die Trockenheit. Lediglich im Süden des Hauptanbaugebietes für Winterweizen, in nördlichen Texas zeigte sich die Lage aufgrund jüngster Regenfälle leicht entspannter. Für die nächsten 14 Tage ist derzeit keine grundlegende Änderung der angespannten Situation zu erkennen. Der Maiweizen am CBoT steigt um 0,2 % auf 5,12 US $ / bu.
 
Mais mit leichten Verlusten
Die Exportdaten lagen mit 502.300 t am unteren Ende der Erwartungen, und konnten daher keine preisliche Stütze bieten. Die Hauptkonkurrenten aus Brasilien und der Ukraine sind derzeit einfach günstiger. Belastend wirkte der mit dem Rohöl gefallenen Ethanolpreis, denn ein Rückgang des Preises für den Kraftstoff um 0,5 % drückt auf die Margen der Verarbeiter. Der Maimais verliert 0,3 % und settelt bei 3,7350 US $ / bu. In Paris pendeln die Kontrakte um den Nullpunkt. Der Juni gibt minimale 25 Cent auf 163,50 Euro / t nach.
 
Soja ohne Impulse
Der Sojakomplex konnte gestern ebenfalls nicht punkten. Die Exporte lagen zwar mit 342.000 t innerhalb der Erwartungen, aber die Chinesen stornierten netto 37.300 t was die Stimmung negativ beeinflusste. Zeigt sie doch den Börsianern wieder einmal das die erste Geige derzeit in Südamerika gespielt wird, wo die Verladungen derzeit relativ problemlos laufen. Zusätzlich kam von offizieller Seite eine Bestätigung der mit 58 Mio. t sehr hohen Sojaernte in Argentinien. Hier waren immer wieder hohe Niederschläge gefallen, was aber offensichtlich nicht so große Schäden angerichtet hat. Die Hoffnung der Bullen beruht derzeit auf Erntebehinderungen in weiten Teilen Brasiliens, wo die Mähdrescher durch ausgiebige Regenfälle zur Pause gezwungen sind. Die Maibohne gibt 0,3 % auf 9,9175 US $ / bu nach. Das Sojaschrot notiert ebenfalls geringfügig schwächer, Sojaöl nahezu unverändert.
 
Raps weiter gut nachgefragt
Der Raps zeigt sich weiter preisstabil. Die alte Ernte kann mit einem Plus von 75 Cent zum dritten Mal in kurzer Zeit sein 11 Monatshoch von 371 Euro / t erreichen. Auch die neue Ernte legt 25 Cent zu, settelt bei 358,75 Euro / t und befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Canola in Winnipeg übernimmt mit einem Plus von 0,45 % auf 465 CaD die Führung bei den gestrigen Kursgewinnern im Ölsaatenkomplex
 
Dieter Jendrziak
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