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Börsentelegramm

Weizen- und Rapspreise steigen kräftig, Soja weiter sehr fest

von , am
02.03.2015

Am europäischen Terminmarkt machten vor allem die Rapspreise einen sehr kräftigen Sprung nach oben und auch Weizen und Mais beendeten den Handel deutlich im Plus.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel

Mit einer kräftigen Preiserholung bei Weizen und steigenden Preisen für Soja und Sojaöl sowie für Mais endete der Handel am letzten Handelstag im Februar an der Börse in Chicago. Am europäischen Terminmarkt machten vor allem die Rapspreise einen sehr kräftigen Sprung nach oben und auch Weizen und Mais beendeten den Handel deutlich im Plus. Grund für den Preisanstieg beim Weizen in den USA war ein Frosteinbruch in den Hauptanbaugebieten des in Chicago gehandelten Winterweizens Soft Red Winter im Nordosten der USA. In Europa legten die Weizenpreise auch wegen der unverändert guten aktuellen Exportdaten der Europäer zu.
 
Bei Sojabohnen hat sich hingegen der Streik der Transportarbeiter (Truckfahrer) in Brasilien ausgeweitet und verzögert die Verladung und den Export und treibt die Nachfrage und Sojapreise in den USA nach oben. Beim Raps haben hingegen die neuen Daten des Internationalen Getreiderates zu den Aussaatflächen und zur erwarteten Rapsernte 2015 in Europa und der Ukraine für steigende Rapspreise gesorgt. Für Europa geht der IGC von einem anbaubedingten Rückgang der Rapsproduktion 2015 von etwa 11% bzw. 2,9 Mio. t aus und für die Ukraine von knapp 14 % bzw. 0,3 Mio. t. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Montag Vormittag (MEZ) lagen die Preise am Terminmarkt in Chicago für Weizen und Sojabohnen relativ deutlich im Plus und bewegten sich für Mais seitwärts.
 
USA: Preissprung beim Weizen, Soja und Mais gestiegen
Am Freitag (27.02) sind die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 2,8 % auf 517,4 Ct je Buschel (169,8 Euro/t) gestiegen und für Hard Red Winter-Weizen um 1,4 % auf 534,4 US/t (175,3 Euro). Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel erneut im Plus Minus bei 519,6 Ct je Buschel (170,5 Euro). Gleichzeitig hat der Mais in den USA für den Märztermin am Freitag um 1,2 % auf 385,4 Ct je Buschel (135,15 Euro/t) zugelegt. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen fast unverändert bei 384,6 Ct je Buschel (135,4 Euro). Die Sojabohne hat am Freitag um 0,7 % auf 1030,6Ct je Buschel (338 Euro/t) zugelegt. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise erneut 0,6 % im Plus bei 1037,2 Ct (340 Euro). Für Sojaschrot sind die Preise am Freitag in Chicago um 0,3 % auf 353,7 USD/st (340 Euro/t) nachgegeben, und bewegten sich am Montag Vormittag seitwärts. Für Sojaöl haben die Preise am Freitag um 3,0 % auf 32,80 Ct/lb (646 Euro/t) zugelegt und liegen am Montag erneut 1,4 % im Plus.
 
Starke Preisschwankungen am Energiemarkt
Der Rohölpreis (WTI) ist am Freitag (27.02) nach dem kräftigen Preisrutsch am Donnerstag (-5,5 % !!) wieder gestiegen, liegt am Montag Vormittag jedoch wieder im Minus. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Märztermin am Freitag um 3,3 % auf 49,76 USD je Barrel zu. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Montag Vormittag (MEZ) 1,4 % im Minus bei 49,07 USD je Barrel. Gleichzeitig stieg der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 4,2 % auf 62,58 USD je Barrel. Im elektronischen Handel am Montag liegen die Brent-Preise 0,9 % im Minus bei 62,0 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Freitag (nach drei Tagen mit Verlusten) um 1,4 % zugelgt. Am Montag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel erneut 1,4 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Freitag am US-Terminmarkt um 2,4 % gestiegen und liegen am Montag Vormittag 3,4 % im Plus. Der Euro hat sich nach dem Rückgang am Donnerstag am Freitag gegenüber dem Dollar behauptet und notierte bei 1,1195 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,119 USD je Euro und damit fast unverändert.
 
Weizenpreise steigen wieder
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am letzten Freitag (27.02) mit Unterstützung aus den USA und von den Exportmärkten gestiegen. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 187,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (185,50 Euro) haben die Preise damit 1,1 % oder 2,0 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 187,75 Euro und damit 1,75 Euro höher als am Vortag (186,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 185,75 Euro und damit 1,50 Euro mehr als am Vortag (184,25 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (195,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 7,50 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Weizenpreise dann im März und im April (wegen des starken Exports) bis auf 209 Euro gestiegen. Am Montag dürfte der Weizen (März) am europäischen Terminmarkt zunächst den positiven Vorgaben aus Chicago folgen.
 
Maispreise erholen sich leicht
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Freitag (27.02) mit Unterstützung aus Chicago und vorm Energiemarkt gestiegen. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 149,50 Euro/t und damit 1,0 Euro bzw. 0,7 % höher als am Vortag (148,50 Euro) jedoch weiter knapp unter der Marke von 150 Euro. Der Junitermin notierte bei 157,75 Euro und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (156,25 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 163,0 Euro und damit 2,0 Euro höher als am Vortag (161,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 168,75 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (167,0 Euro) sowie 19,25 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (188,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 38,50 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Maispreise im März und im April bis etwa 195 Euro gestiegen. Am Montag Vormittag dürfte der Mais (März) am europäischen Terminmarkt den relativ neutralen Vorgaben aus den USA folgen.
 
Rapspreise mach Sprung nach oben
Die Rapsreise haben am europäischen Terminmarkt mit Unterstützung vom Sojamarkt und und der neuen Ernteschätzung des IGC am Freitag (27.02) einen sehr kräftigen Sprung nach oben gemacht. Der Maitermin beendete den Handel bei 368,25 Euro/t und damit 5,75 Euro bzw. 1,6 % % höher als am Vortag (362,50 Euro) und außerdem sehr nahe an der Marke von 370 Euro. Die neue Ernte (August) kostete 361,50 Euro und damit 5,75 Euro mehr als am Vortag (355,75 Euro) und außerdem mehr als 360 Euro. Der Novemberkontrakt wurde mit einem Aufschlag von 4,50 Euro bei 36,350 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 6,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (372,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Rapspreise im März und im April über 370 Euro gestiegen. Am Montag Vormittag könnte der Raps (Mai) am europäischen Terminmarkt den positiven Vorgaben aus Chicago nach oben folgen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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