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Börsentelegramm

Weizen reißt die 200

von , am
16.05.2014

Tiefrote Zahlen auf beiden Seiten des Atlantik trieben gestern so manchem Börsianer Sorgenfalten auf die Stirn

© agrar-press
 
Tiefrote Zahlen auf beiden Seiten des Atlantik trieben gestern so manchem Börsianer Sorgenfalten auf die Stirn. Seit dem USDA- Report am vergangenen Freitag hat insbesondere der Weizen, aber auch der Mais herbe Verluste hinnehmen müssen. Die Daten der US- Behörde scheinen bis jetzt noch nicht richtig verarbeitet worden zu sein. Hinzu kamen gestern neue Zahlen von Strategie Grains (siehe Marktkompass), sowie Befürchtungen das die Chinesen aufgrund eines sich abschwächenden Wirtschaftswachtums sowie guter Ernten einen geringeren Importbedarf haben könnten. Im Moment spricht nichts gegen eine erneut große globale Ernte mit einem Ausbau der Lagerbestände. Da auch von der Nachfrageseite keine großen Impulse zu erwarten sind, haben die Bullen das Ruder mittlerweile komplett übernommen. Schwächere Exportdaten aus den USA und die Aussicht auf Regen in den von Trockenheit geplagten Plains taten ein übriges. Heute Morgen deutet sich für Soja und Mais eine leicht positive Tendenz an.
 
Weizen mit herben Verlusten
Bereits kurz nach dem Börsenstart fiel der Kurs des Novemberkontraktes an der Matif unter die psychologisch wichtige 200 er Marke. Er konnte sie zwar zwischenzeitlich zurückerobern, aber am Ende des Tages settelt der Kurs mit einem Minus von 2 € bei 199 €/t. Die schwachen Vorgaben aus den USA ließen ihm keine andere Chance. Die Amerikaner halten ihren Weizen im Moment für zu teuer. Sowohl an den Exportmärkten, wie auch im Futtertrog. Die Exportanmeldungen in der letzten Woche lagen für die laufende Saison mit 54.900 t deutlich unter dem Vorwochenergebnis wie auch unter dem 4 Wochenschnitt. Die neue Ernte meldete 197.000 t, was aber ebenfalls unter den Erwartungen lag. Hinzu kamen positive Wetteraussichten für die Winterweizenanbaugebiete, sowie deutlich bessere Wetteraussichten für die Sommerweizenaussaat . Der in Kansas gehandelte Sommerweizen Hard Red Winter war mit Minus 3,4 % dann auch der Tagesverlierer. In Chicago gab der Juliweizen 1,7 % auf 678,25 US ct/bu nach. Der Dezember verlor in ähnlicher Größenordnung und settelte bei 702,75 €/t. Seit 6 Handelstagen befindet sich der Weizen an den für uns relevanten Börsen nahezu im freien Fall. In Paris verlor er in diesem Zeitraum fast 5%, in Chicago 8 % und der Futterweizen in London sogar 9 %.
 
Mais verliert weiter
Der Mais in Paris konnte sich weder den negativen Vorgaben aus Chicago noch seinem schwachem Umfeld entziehen. Der Juni Mais gab 2,50 € auf 178 €/t nach. Der neuen Ernte ging es ähnlich. Der November settelte 2 Euro niedriger bei 187 €/t. In Chicago ging es für den Mais kräftig zur Sache. Keine Unterstützung vom Weizen, verbesserte Aussaatbedingungen und schwache Exportdaten schickten den Maiskurs gen Süden. Der Julimais verlor 2,3 % auf 484,25 US ct/bu. Die neue Ernte kam mit Minus 1,7 % auf 480,50 etwas glimpflicher davon. Damit hat der Mais an dem CBoT innerhalb einer Woche über 6% verloren.
 
Soja gibt nach
Zwar nahm der Fortschritt der Maisaussaat den Börsianer die Sorgen um die Ausweitung der Bohnenfläche (Soja könnte auch später gedrillt werden) , aber das schwache Umfeld sowie enttäuschende Verarbeitungsdaten schickten auch die Bohne in den roten Bereich. Die Exporte lagen am oberen der Erwartungen, auch wenn die absoluten Zahlen mit 73.600 t und 324.700 t eher dürftig waren. Die Julibohne verliert 1,1 % auf 1470 US ct/bu, während der Dezemberkontrakt mit einem Minus von 0,4 % deutlich besser weg kommt.
 
Raps ohne Impulse
Auch der Raps kann sich nicht von den negativen Ölsaatenmarkt in den USA lösen. Die nach wie vor guten europäische Bestände versprechen eine große Ernte und geben den Bären ebenfalls Unterstützung. Der Raps verliert an der Matif 2 € und settelt bei 359,25 €/t. Auch in Winnipeg schließt sich Canola dem Trend an und gibt 1,6 % auf 484,9 CaD nach.
 
Dieter Jendrziak
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