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Börsentelegramm

Weizen schloss erneut rot

Börse
© imago/Ikon Images
von , am
08.08.2017

An der Matif dominieren weiter die guten und zügigen Erntefortschritte in Frankreich sowie hohe Exporterwartungen für den Schwarzmeerraum die Stimmung beim Weizen. Erholung war bisher nicht möglich. Insgesamt gehen die Märkte aber momentan vor dem USDA-Report am Donnerstag in Abwartehaltung. Besonders beim Mais und Soja.

Weizen schloss an der Matif gestern erneut rot. Der September-Kontrakt schloss mit 1,25 €/t weniger bei 162,00 €/t. Der feste Euro drückte im Hintergrund zusätzlich auf den Kurs. Positive Vorgaben der CBoT (+0,7 %) könnten heute die Matif etwas aufhellen. Auch Soja konnte sich nach den Tiefs der Vorwoche leicht festigen. Aktuell liegt der Kurs bei 9,77 US-$/bu.

Etwas geringere Erträge in den USA erwartet

Im Vorfeld erwarten die Marktteilnehmer für beide Kulturen nach der Juli-Hitze und kaum Niederschlägen leichte Korrekturen der Ertragserwartungen. Die im Vorfeld des Reports vom Nachrichtendienst Bloomberg befragten Händler erwarten die Maisertragsschätzung bei durchschnittlich 165,9 bu/acre (USDA Juli-Schätzung: 170,7 bu/acre). Die Soja-Ertragsschätzungen werden bei 47,4 bu/acre gesehen (USDA-Juli-Schätzung: 48 bu/acre). In den vergangenen zwei Wochen hat sich in vielen US-Anbauregionen freundlichere Witterung mit milderen Temperaturen eingestellt.

Achterbahnfahrt beim Mais

Auch wenn der trockene Juni und Juli keine optimalen Beginn von Blüte und Kornfüllung ermöglicht haben, könnte freundlichere August-Witterung noch einiges kompensieren. So zeigten Gewitter- und Regenfronten in den US-Anbaugebieten in den letzten Tagen fast unmittelbare Effekte auf die Kurse. Die Achterbahnfahrt geht weiter, mit teils heftigen Bewegungen. So baute in der Vorwoche auch die Investorengruppe der Fonds infolge der Wetterveränderungen ihre mit Wettersorgen aufgestockten Long-Positionen deutlich ab: bei Mais um 22.200 auf knapp 84.650 Kontrakte, bei Soja um 11.100 auf 39.800 Kontrakte.

Bei Mais zeichnen sich sowohl in Argentinien, als auch Brasilien gute Ernten ab. Das größte Potential für Preisausschläge nach Norden bleibt beim Wetter. Für die EU wird wohl der starke Importbedarf aufrecht bleiben. Mit knappen Überlagern nach zwei schwachen Maisernten wird man weiter kräftig importieren müssen oder auch attraktivere Futterweizenpreise zahlen müssen. 

Sojaexporte solide

Die US-Exporte zeigten sich vorige Woche bei der Bohne sehr solide, während Mais eher hinter den Erwartungen zurückblieb. Besonders die neuerntigen Maisbuchungen enttäuschten bereits mehrere Wochen in Folge. Bei beiden Kulturen ist für die nächsten Wochen mit starker Exportkonkurrenz aus Südamerika zu rechnen. Geringere Ausfuhraktivitäten im Frühjahr haben insbesondere beim Soja hohe Lagerberge angehäuft, die sich wohl länger in den Winter eine Konkurrenz zur US-Ware sein werden.

Euro notiert etwas freundlicher

Der Euro notiert heute zum US-Dollar am Fronttermin leicht freundlicher bei knapp 1,184. Auch Rohöl will die 50 USD-Hürde nicht nachhaltig überwinden und bewegt sich vormittags leicht unterhalb.

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