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Börsentelegramm

Weizen steigt weiter, höhere Maispreise, Raps behauptet

von , am
09.06.2015

Die Volatilität an den Märkten für Getreide und Ölsaaten bleibt Anfang Juni sehr hoch

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Die Volatilität an den Märkten für Getreide und Ölsaaten bleibt Anfang Juni sehr hoch. Diese Preisschwankungen haben ihre Ursache ganz offensichtlich in den von Analysten und Händlern zum Teil noch als ziemlich unsicher empfundenen Ernte- und Exportprognosen für das kurz bevorstehende neue Wirtschaftsjahr. Ganz besonders haben dabei die extremen Witterungsverhältnisse der beiden Top-Exporteure USA und Kanada die Märkte bewegt.
 
Gleichzeitig haben die Befürchtungen über trockenheitsbedingte Produktionsausfälle in Teilen Europas und Russlands zugenommen. Noch sind die Erwartungen an die unmittelbar bevorstehende globale und europäische Getreide- und Rapsernte jedoch sehr hoch und diese Erwartung steckt ungeachtet der hohen Volatilität der letzten Wochen auch in den Preisen. Am Mittwoch Abend wird das USDA Analysten und Händler mit neuen Eckdaten zu den wichtigsten Märkten versorgen. Dann wird sich auch zeigen, ob die Preise noch mit den erwarteten Versorgungsbilanzen übereinstimmen.
 
US-Winterweizen besser als im Vorjahr
Neue Erkenntnisse über den Zustand des US-Weizens sowie Aussaatfortschritt und Konditionen bei Mais und Soja hat am gestrigen Montag Abend (erst nach Handelsschluss) der aktuelle Crop-Monitoring Bericht des USDA gebracht. Danach hat sich der Zustand des Winterweizens im Vergleich zur vorigen Woche noch einmal leicht und der des Sommerweizens etwas stärker verschlechtert. Das USDA stufte jetzt 43 % der Winterweizen-Bestände als gut oder sehr gut ein und damit  1 Prozentpunkt weniger als vor einer Woche (44 %), jedoch immerhin 13 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr als sich nur 30 % der Bestände in gutem und sehr gutem Zustand befanden.
 
Weizenernte in Texas hat schon begonnen
Von den drei Top-Anbaustaaten beurteile man die Weizenbestände in Texas zu 50 % (Vw: 51 % / Vj. 31 %) als gut und sehr gut, in Oklahoma zu 36 % (Vw: 36 % / Vj: 5 % !!!)), in Kansas zu 30 % (Vw: 30 % / Vj: 11 % !!) und damit nur in Texas etwas schlechter als in der letzten Woche. Gleichzeitig ist allen drei TOP-Anbausaaten der Zustand des Winterweizens deutlich besser als im Vorjahr. In Texas hat die Weizenernte schon begonnen und 20 % der Flächen sind bereits abgeerntet (Vj 30 %) und in Oklahoma sind 13 % (Vj 11%) des Weizens geerntet. Die Aussaat von Sommerweizen war in den USA bereits sehr früh, nämlich Ende Mai abgeschlossen, im Vergleich zu 79 % im langjährigen Mittel. Der aktuelle Wachstumszustand und die Verfassung des Sommerweizens wurde vom USDA zu 69 % als gut oder sehr gut beurteilt im Vergleich zu ebenfalls 71 % in der Vorwoche und zu 71 % im vorigen Jahr.
 
Mais in guter Verfassung, Sojaaussaat langsamer
Die US-Maisaussaat war Anfang Juni abgeschlossen. Das USDA stufte weiterhin 74 % der Bestände als gut oder sehr gut ein und damit eben so viel wie vor einer Woche (74 %) und weiterhin nur 1 Prozentpunkt weniger als im sehr guten  letzten Jahr (75 %). In den drei Top-Anbaustaaten beurteile man die Maisbestände in Iowa zu 82 % (Vj. 82 %) als gut und sehr gut, in Illinois zu 78 % (Vj: 74 %), in Nebraska zu 65 % (Vj: 70 %).
Die Sojaaussaat hat zuletzt witterungsbedingt (Regen) deutlich an Tempo verloren und war bis zum 07. Juni zu 79 % abgeschlossen (71 % in der Vorwoche) und liegt damit knapp unter dem langjährigen Mittelwert von 81 %. Das USDA stufte am 07. Juni 69 % der Soja-Bestände als gut oder sehr gut ein und damit 3 Prozentpunkt weniger als im letzten Jahr (74 %).
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USA: Weizenpreise ziehen weiter nach oben
Am gestrigen Montag (08.06) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago erneut kräftig gestiegen. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) kletterte um 2,1 % auf 528 Ct je Buschel (171,8 Euro/t). Die neue Ernte (September) notierte 2,4 % höher bei 534 Ct je Buschel (173,8 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter stiegen die Preise am Montag um 1,7 % auf 544,4 USD je Buschel (177,2 Euro). Die neue Ernte (September) notierte 1,8 % höher bei 556 Ct je Buschel (180,9 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel erneut 0,2 % im Plus bei 529 Ct je Buschel (172,3 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter steigen die Preise am Dienstag Vormittag um 0,5 % auf 558,4 Ct je Buschel (181,7 Euro).
 
USA: Mais, Soja und Schrot gestiegen, Sojaöl schwächer
Am gestrigen Montag (08.06) haben die Preise für den Mais am Terminmarkt in den USA um 1,3 % auf 365,2 USD je Buschel (127,3 Euro/t) zugelegt. Die neue Ernte (Dezember) notierte 1,5 % im Plus bei 383,4 Cent je Buschel (137 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel unverändert bei 365,2 USD je Buschel (127,3 Euro/t).
Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am gestrigen Montag um 0,7 % auf 944,2 Ct je Buschel (307 Euro/t) zugelegt. Die neue Ernte (November) notierte 0,7 % höher bei 920,2 Cent je Buschel (299 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,3% im Plus bei 947 Ct je Buschel (308 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am Montag um 1,5 % auf 309,5 USD/st (302 Euro/t) gestiegen. Für Sojaöl (Julikontrakt) haben die Preise am Montag um 2,0 % auf 34,10 Ct/lb (666 Euro/t) gefallen.
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Euro steigt kräftig, Rohöl schwächer
Der Euro hat am Montag gegenüber dem Dollar 1,4 % an Wert gewonnnen und notierte bei 1,1291 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,1319 USD je Euro und damit 0,3 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag deutlich zurückgegangen und liegt am Dienstag Vormittag jedoch wieder im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse am Montag um 1,7 % auf 58,14 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 1,4 % im Plus bei 58,96 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag 1,0 % auf 62,96 USD je Barrel verloren. Im vorbörslichen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 1,6 % im Plus bei 63,70 USD.
 
Weizenpreise auf höchstem Stand seit April
Am Montag (08.06) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt (trotz des ebenfalls steigenden Euros) deutlich gestiegen. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Montag bei 186,25 Euro/t und damit 1,75 Euro höher als am Vortag (184,50 Euro). Das sind die höchsten Weizenpreise seit Mitte April als die Kurse bei 188 Euro lagen. Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 187,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (185,75 Euro) hatten die Preise damit um 1,1 % oder 2,0 Euro zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr (191,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit nur noch 5,25 Euro niedriger.
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Maispreise steigen kräftig
Am Montag sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt kräftig gestiegen. Der Augustkontrakt beendete den Handel mit 167,75 Euro/t und damit 2,75 Euro bzw. 1,7 % höher als am Vortag (165,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Montag 165,75 Euro und damit 1,50 Euro mehr als am Vortag (166,25 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (182,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 14,25 Euro niedriger.
 
Rapspreise knapp 30 Euro über Vorjahr
Die Rapspreise haben am Montag am europäischen Terminmarkt leicht nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Montag mit 374,50 Euro gehandelt und damit zu 2,0 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (376,50 Euro. Der Novemberkontrakt wurde am Montag mit 379,50 Euro und damit 1,75 Euro niedriger gehandelt als am Vortag (379,50). Im Vergleich zum Vorjahr (346,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 28,25 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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