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Börsentelegramm

Weizen trotz fehlender Exporterfolge passabel

von , am
19.10.2015

Die letzte Handelswoche endete nach den positiven Vorzeichen zum Wochenbeginn etwas schwächer.

© Imago/Westend61
Die fulminante Unterstützung des Rohöls ist durch höhere Lagerbestände in den USA wieder verblasst. Der Euro notiert aktuell zum US-Dollar mit 1,1381 und somit marginal schwächer als letzten Freitag.
 
Matif-Weizen beendete die letzte Handelswoche schwächer bei 176,25 Euro im Frontmonat Dezember (-1,25 Euro), Mais unverändert beim Frontmonat mit 161,25 Euro und etwas schwächer bei den Folgeterminen (-0,75 Euro beim Januar, -1 Euro beim Märztermin 2016). Gegenteilig agierte Raps und legte am Frontmonat leicht zu auf 377 Euro (+ 0,25 Euro) und etwas schwächer bei den Folgemonaten (-0,50 Euro auf 375,25 Euro beim Januar bzw. -0,25 Euro mit 372,75 Euro beim Mai 2016).
 
Der vorbörsliche Montagshandel an der Börse in Chicago startet für Weizen leicht im Minus (487-2 Ct/bu; - 5 Ct/Bu = das sind 154,40 Euro), ebenso Mais (374-0 Ct/bu, -2-6 Cent/bu = 129,40 €). Die Sojabohne orientiert sich nach den Zugewinnen der Vorwoche unaufgeregt an der Neun-Dollar-je-Bushel-Marke bei 899-4 Ct/bu für November 2015, wagt sich jedoch noch nicht darüber.
 
International
 
Gute Exporterfolge der US-Bohne im letztwöchigen Bericht (1,5 Mio. t) stabilisieren das Preisniveau und halten die Ansicht größerer Nachfrage trotz südamerikanischer Billigkonkurrenz aufrecht. Die brasilianischen Aussaatarbeiten kommen aufgrund trockenen Wetters nicht in die Gänge. Erst 6,1 Prozent sind gesät, doch wenn bis Monatsende die Aussaat in die Gänge kommt, sind keine Ernteeinbußen zu befürchten. Die US-Maisexporte laufen hingegen weiter nur schleppend - die Buchungen sind sehr verhalten. Während um diese Zeit üblicherweise bereits 38 Prozent der Exportmengen in den Büchern stehen, sind es in diesem Jahr nur 25 Prozent. Die ukrainische Maisernte wird hingegen in den Schätzungen bedingt durch die Trockenheit weiter nach Unten gestuft - die Erwartungen differieren stark. Während das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) letzte Woche noch 25 Mio. t veranschlagte, geht der lokale USDA-Agrarattaché nur von 21,5 Mio. t aus. Starke Niederschläge in Südbrasilien führen zu Verzögerung bei den Maisexporten. Für die asiatischen Exportdestinationen ist ein Umschwenken auf andere Destinationen - primär die Ukraine - denkbar. Die Weizenexporte kommen durch die Rekordernten im Schwarzmeerraum sowohl in Europa, als auch in den USA weiter nicht in Schwung. Trotz der schwächsten US-Exportprognosen seit 44 Jahren bleiben die US-Exporte hinter den Erwartungen. Bis dato waren nur 51 Prozent der Zielmengen exportiert (Vorjahres-Vergleichszeitraum: 62 Prozent).
 
Aussichten
 
Der Handel an der Matif dürfte für Raps nahe den Freitags-Schlusskursen starten. Die Nachfrage seitens Rapsverarbeitern nimmt zu, rechtfertigt jedoch noch keine deutlich festeren Notierungen. Für Weizen und Mais sehen wir leichte Abschläge zur Vorwoche. Für die nächsten Tage wird nun auch leichter Regen für die trockenheitsgeplagten US-Weizenanbaugebiete prognostiziert - weiterer Druck für die Notierungen nach Süden? Vielleicht überrascht uns auch heute Nacht die erste Weizen-Bestandsbonitierung des USDA und leitet eine Bewegung nordwärts ein - wenn dann jedoch in überschaubarem Maße.
 
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