Login
Börsentelegramm

Weizen und US-Mais unter Druck, Ölsaaten schwächer

von , am
15.07.2015

Am gestrigen Dienstag gerieten die Weizenpreise auf beiden Seiten des Atlantiks unter deutlich Druck.

Börse.jpg
© Torbz/fotolia.de
 
Am gestrigen Dienstag gerieten die Weizenpreise auf beiden Seiten des Atlantiks unter  Druck. Ein Grund dürfte die gestrige Importauktion Ägyptens gewesen sein, bei Russland und Rumnänien 235.000 t Weizen zu fob-Preisen von 198,50 USD/t (180 Euro) bis 200,25 USD/t (181,7 Euro) verkaufen konnten. Das waren niedrigere Preise als bei letzten Auktion und Anbieter wie Frankreich und die USA kamen erneut nicht zum Zuge, weil ihre Angebotspreise im Vergleich zu den Offerten vom Schwarzen Meer. deutlich zu hoch sind. In den USA kommt zudem der Angebotsdruck aus der mittlerweile in der Endphase befindlichen Winterweizen-Ernte hinzu. In Deutschland hat der deutsche Raiffeisenverband die Weizenernte (und auch die Rapsernte) am gestrigen Dienstag jedoch weiter unten geschätzt und damit die Preise eigentlich gestützt.
 
Besonders deutlich haben gestern in den USA die Maispreise nachgegeben. Hier hatte sich das Crop-Rating in den USA nicht weiter verschlechtert. Außerdem drückt der sehr preisgünstige Safrina-Mais aus der brasilianischen Rekordernte auf die Märkte und zieht die Exportpreise nach unten. In Deutschland hat der DRV die Maisernte kaum verändert. In Frankreich hatte sich das Crop-Rating in nur einer Woche um 10 Prozentpunkte verschlechtert. Die Sojapreise haben gestern ebenfalls nachgegeben. Auch hier nimmt der Angebots- und Preisdruck aus den beiden riesigen südamerikanischen Rekordernten zu. Die Rapspreise konnten wegen der schwächeren Sojapreise ihr Niveau ebenfalls nicht halten und gaben in Europa leicht und in Kanada deutlich nach.
{BILD:639045:png} 
Am Mittwoch Vormittag beginnt der Handel an den Terminmärkten in den USA bei Weizen und Soja relativ deutlich im Minus und die Maispreis geben leicht nach. Die Canola-Preise am kanadischen Terminmarkt in Winnipeg liegen am Mittwoch ebenfalls im Minus. Die negativen Vorgaben aus den USA und aus Kanada dürften auch am europäischen Terminmarkt am Mittwoch zunächst einmal für nachgebende Preise bei Weizen, Raps und Mais sorgen. Der Euro hat sich am gestrigen Dienstag bei 1,1018 USD behaptet.
 
USA: Weizenpreise geben weiter nach
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago den vorbörslichen Handel mit einem Minus von 0,4 % bei 568,4 Cent je Buschel (189,6 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter (September) geben die Preise am Mittwoch Vormittag um 0,5 % auf 558,2 Cent je Buschel (186,2 Euro) nach.
 
Am gestrigen Dienstag (14.07) hatten sich die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago und in Kansas nachgegeben. Der September-Kontrakt (neue Ernte) notierte in Chicago am Dienstag 0,8 % im Minus bei 571 Cent je Buschel (190,4 Euro/t). Der Dezember gab in Chicago am Montag um knapp 1,0 % auf 576,4 Cent je Buschel (192,3 Euro/t) nach.
 
Für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter (HRW) haben die Preise für den Septembertermin am gestrigen Dienstag um 1,1 % auf 561,2 USD je Buschel (187,2 Euro) nachgegeben. Der Dezember-Kontrakt für den Kansas-Weizen (HRW) gab am Dienstag ebenfalls um 1,1 % auf 581,2 Cent je Buschel (193,4 Euro/t) nach.
{BILD:639044:png} 
USA: Maispreise unter Druck, Sojapreise bröckeln
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise in Chicago den vorbörslichen Handel 0,3 % im Minus bei 427,0 Cent je Buschel (152,6 Euro). Am gestrigen Dienstag (14.07) haben die Terminmarktpreise (September) für den Mais in den USA sehr deutlich um 2,8 % auf 428,2 Cent je Buschel (153 Euro/t) nachgegeben. Die neue Ernte (Dezember) notierte am gestrigen Dienstag 2,9 % niedriger bei 438,6 Cent je Buschel (156,7 Euro/t).
 
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (August) im vorbörslichen Handel 0,4 % im Minus bei 1029 Ct je Buschel (343 Euro). Am gestrigen Dienstag (14.7.) war die Sojabohne um 0,4 % auf 1033,4 Cent je Buschel (345 Euro/t) zurückgegangen. Die neue Ernte (November) notierte am Dienstag 0,3 % niedriger bei 1025 Cent je Buschel (342 Euro/t).
 
Weizenpreise nochmals schwächer
Am gestrigen Dienstag (14.07) hatten die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt (nach freundlichen Beginn) unter dem Druck der nachgebenden US-Märkte ebenfalls weiter nachgegeben. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Dienstag bei 192,50 Euro/t und damit 1,0 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (193,50 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 194,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (195,50 Euro) hatten die Preise damit ebenfalls um 0,5 % oder 1,0 Euro nachgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr (184,50 Euro) sind die Preise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 8,0 Euro höher.
{BILD:639043:png} 
Maispreise für neue Ernte behauptet
Am Dienstag hatten die Maispreise am europäischen Terminmarkt für die alte Ernte leicht nachgegeben und sich für die neue Ernte behauptet. Der vordere Augustkontrakt beendete den Handel am Dienstag mit 182,75 und damit 0,75 Euro bzw. 0,4 % niedriger als am Vortag (183,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Dienstag 188,25 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (188,25 Euro). Außerdem waren die Preise für die neue Ernte 5,50 Euro höher als für den vorderen Augustkontrakt (alte Ernte). Im Vergleich zum Vorjahr (170,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 12,00 Euro bzw. 7,0 % höher.
 
Rapspreise etwas schwächer
Die Rapspreise hatten am Dienstag am europäischen Terminmarkt mit den schwächeren Sojapreisen leicht nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit 391,25 Euro gehandelt und damit zu 0,25 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (391,50). Der Novemberkontrakt wurde mit 394,25 Euro notiert und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag (395,50). Im Vergleich zum Vorjahr (333,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 58,25 Euro bzw. 18 % höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
Auch interessant