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Börsentelegramm

Weizen verliert wieder, Mais und Soja unter Druck, Raps fester

von , am
20.05.2015

Der Weizen musste am Dienstag in den USA sämtliche Gewinne der Vortagsrallye wieder abgeben.

© kk artworks/fotolia
 
Der Weizen musste am Dienstag in den USA sämtliche Gewinne der Vortagsrallye wieder abgeben. In Europa gingen die Weizenpreise wegen des schwachen Euros nicht ganz so kräftig nach, jedoch fiel der vordere Septemberkontrakt auch ander MATIF wieder unter die Marke von 180 Euro. Offensichtlich waren die technisch bedingten Marktkorrekturen (Shortcovering) in USA am Ende und das aktuelle Crop-Monitorung des USDA hatte den Weizen in den den wichtigsten Anbaustaaten sogar in einem besseren Zustand gezeigt als in der Woche zuvor. In Europa kamen zudem die unverändert bärischen Ernteprognosen von Strategie Grains und anderen Analysten hinzu.
 
Vor dem Hintergrund der fallenden Weizenpreise und des hohen Aussaattempos in den USA gaben Maispreise an den Terminmärkten in den USA deutlich und in Europa moderat nach. Auch die Sojapreise beendeten den Handel in Chicago mit einem kräftig Abschlag und rutschten auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014. Die Preise für Sojaschrot gaben moderat und für Sojaöl deutlich nach. Eine Ausnahme machte am Dienstag lediglich der Raps der gegen den Trend bei Soja zulegen konnte.
 
Am heutigen Mittwoch beginnt der vorbörslichen Handel am Terminmarkt in Chicago mit weiter nachgebenden Weizenpreisen, was auch in Europa für einen schwächeren Start sorgen dürfte. Der Mais startet im vorbörslichen Handel in Chicago leicht im Minus. Dagegen geben die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot am Mittwoch im vorbörslichen Handel deutlich nach.
 
USA: Weizenpreise geben Gewinne wieder ab
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel 0,8 % im Minus bei 506,4 Ct je Buschel (166,7 Euro). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter geben die Preise am Mittwoch Vormittag um 0,6 % auf 537 Ct je Buschel (176,8 Euro) nach. Am gestrigen Dienstag waren die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago erneut sehr kräftig gefallen. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) ging mit einem Minus von 2,2 % bei 510,2 Ct je Buschel (168 Euro/t) aus dem Handel. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gaben die Preise am gestrigen Dienstag sogar um 2,7 % auf 540 USD je Buschel (177,9 Euro) nach.
 
USA: Mais unter Druck, Soja fällt auf 7Monatstief
Am Mittwoch Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,3 % im Minus 361 Ct je Buschel (127,31 Euro). Am gestrigen Dienstag hatten die Terminmarktpreise für den Mais in den USA um 1,6 % auf 362 je Buschel (127,7 Euro/t) nachgegeben. Die Preise für Sojabohnen (Julikontrakt) sind am gestrigen Dienstag um 0,9 % auf 946,2 Ct je Buschel (311,6 Euro/t) und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober (seit 7 Monaten) zurückgegangen. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,5 % im Minus bei 941,1 Ct je Buschel (310 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am gestrigen Dienstag um 0,3 % auf 307,1 USD/st (303,4 Euro/t) zurückgegangen und bewegen sich am Mittwoch Vormittag 0,6 % im Minus. Für Sojaöl (Julikontrakt) haben die Preise am gestrigen Dienstag um 1,8 % auf 32,18 Ct/lb (636 Euro/t) nachgegeben und liegen am Mittwoch Vormittag jedoch 0,3 % im Plus.
 
Euro fällt weiter, Rohöl bricht ein
Der Euro hat am gestrigen Montag gegenüber dem Dollar erneut sehr kräftig um 1,3% an Wert verloren und notierte bei 1,1159 USD und liegt am Mittwoch Vormittag bei 1,1105 USD je Euro und damit erneut 0,5 % im Minus. Der Rohölpreis (WTI) ist am gestrigen Dienstag sehr kräftig zurückgegangen, liegt am Mittwoch Vormittag jedoch wieder im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Junitermin am gestrigen Montag um 3,7 % auf 57,99 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Mittwoch Vormittag (MEZ) 1,2 % im Plus bei 58,68 USD je Barrel. Gleichzeitig ist der Preis für das Nordseeöl Brent am gestrigen Dienstag um 3,4 % auf 64,02 USD je Barrel gefallen. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 1,5 % im Plus bei 64,99 USD.
 
Weizenpreise wieder unter 180 Euro
Am gestrigen Dienstag mussten auch die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt einen Teil ihrer Vortagsgewinne wieder abgeben. Allerdings war der Preisrückgang wegen des schwachen Euros nicht so ausgeprägt wie in den USA. Der Septemberkontrakt (neue Ernte) notiert am Ende des gestrigen Handelstages bei 178,25 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,0 % niedriger als am Vortag (180,0 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 180,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (182,0 Euro) haben die Preise damit um 2,0 Euro bzw. 1,1 % nachgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr (196,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 17,75 Euro niedriger. Am heutigen Mittwoch beginnt der vorbörslichen Handel in den USA erneut mit nachgebenden Weizenpreisen, was wohl auch in Europa für einen schwächeren Start sorgen dürfte.
 
US-Märkte drücken europäische Maispreise
Am gestrigen Dienstag haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt voer allem unter dem Druck der nachgebenden US-Preise ebenfalls nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 154,75 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % niedriger als am Vortag (155,25 Euro). Der Augusttermin notierte am gestrigen Dienstag bei 161,50 Euro und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag (162,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am gestrigen Dienstag 164,75 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (165,0 Euro) sowie 10,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (187,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32,25 Euro niedriger.
 
Rapspreise trotz schwacher Sojapreise gestiegen
Die Rapspreise sind am gestrigen Dienstag am europäischen Terminmarkt (entgegen dem Trend bei Soja) gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde mit einem Aufschlag von 0,6 % bei 357,75 Euro gehandelt und kostete damit 2,0 Euro mehr als am Vortag (355,75 Euro). Der Novemberkontrakt wurde am gestrigen Dienstag mit 359,75 Euro und damit 2,25 Euro höher gehandelt als am Vortag (357,50). Gleichzeitig kostete der November-Raps 2,0 Euro mehr als in Augusttermin. Im Vergleich zum Vorjahr (359,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 1,75 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
MatifKurse Weizen, Mais, Raps:
 
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