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Börsentelegramm

Wenig Aussicht auf höhere Getreidepreise

von , am
25.08.2014

Am heutigen Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Weizen- und Maispreise sowie die hinteren Sojatermine den vorbörslichen elektronischen Handel in den USA erneut mit einem Minus.

© agrar-press
 
Mit etwas höheren Preisen beendete der Weizen am letzten Freitag eine sonst eher schwache Woche. Hauptgrund für den Preisanstieg waren die erneut zunehmenden Befürchtungen über eine Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland sowie die möglichen Auswirkungen auf die Weizenexporte beider Länder. Bislang weisen die laufenden Statistiken jedoch für Russland und die Ukraine rekordhohe Ausfuhren bei Weizen und auch bei Gerste aus. Unterstützung erhielten die Preise zudem aus Kanada, wo die derzeit erwartete Weizenernte nicht ganz die Erwartungen der Analysten erfüllt. Sowohl Erntemenge als auch die Qualität könnte dort hinter den letzten Schätzungen zurückbleiben.
 
EU-Weizenpreise pendeln weiter seitwärts
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise zum Ende der letzten Woche gestiegen (Ukrainekonflikt), nachdem die Kurse in der ersten Wochenhälfte zunächst deutlich abgesackt waren und sich zweitweise nur noch knapp über der psychologisch nun technisch wichtigen Marke von 170 Euro/t halten konnten. Am Ende der letzten Woche (22.08) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) in Paris trotz der Preiserholung am Freitag nur 173,75 Euro/t und damit genau so viel wie am Freitag vor einer Woche (173,75 Euro) zuvor und weiterhin etwa 10 Euro weniger als zur Ernte 2013. Der Januarkontrakt notiert am Freitag bei 176,50 Euro/t. Futterweizen wurde am Terminmarkt in London für den November mit 153,6 Euro/t (122,25 GPB) gehandelt.
 
US-Weizen startet schwächer in die neue Woche
In den USA hatten die Weizenpreise am Ende der letzten Woche am Terminmarkt in Chicago um 1,0 % zugelegt und auch am Donnerstag gab es einen Preisaufschlag von gut 1,0 %. In der ersten Wochenhälfte hatten die Kurse in den USA allerdings nachgegeben. Derzeit kostete der in Chicago gehandelte Weizen gut 20 % bzw. umgerechnet etwa 38 Euro weniger als Ende August 2013. In die neue Woche startet der US-Weizen am Montag (25.08) im vorbörslichen elektronischen Handel mit einem Minus von 0,6 %. Der Septembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (22.08) mit 153,72 Euro/t (552 Ct/bu) und damit 2,5 Euro teurer als vor einer Woche. Der Dezemberkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 156,57 Euro/t (562,2 Ct/bu ) und damit 2,0 Euro mehr als in der Woche zuvor.
 
Maismarkt unter Druck
Am europäischen Maismarkt stehen die Preise weiter unter Druck. Zum einen halten immer mehr Analysten für die bevorstehende europäische Ernte einen neuen Rekordwert für möglich. Das Ergebnis wäre eine bessere Versorgung am europäischen Binnenmarkt und weniger Importe. Zum anderen drückt die erwartete rekordhohe US-Ernte auf die Preise und begrenzt den Preisspielraum nach oben sehr deutlich. Letze Woche hat zudem die renommierte Midwest-Crop-Tour im Maisgürtel der USA bei ihrer Ernteschätzung ganz überwiegend das sehr hohe Ertragspotential für die neue US-Ernte bestätigt.
 
Maispreise in Europa und den USA schwächer
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche weiter nachgegeben. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) konnten die Preise im Wochenverlauf ihr Niveau nicht halten und gaben um knapp 2,0 Euro auf 152,75 euro nach. Im Vergleich August 2013 (185 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32 Euro oder 18 % niedriger. Am heutigen Montag (25.08) Vormittag rutschen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA erneut ins Minus. Im Verlauf der letzten Woche haben sich die US-Maispreise (in Euro umgerechnet) leicht erholt. Der Septembertermin ging am letzten Freitag (22.08) in Chicago mit umgerechnet 109 Euro/t (365,4 Ct/bu) rund 1,5 Euro teurer als in der Vorwoche aus dem Handel. Allerdings sind die Mais-Preise in EURO nur wegen des schwächeren Euros etwas höher, während sich die Kurse in US-Währung allenfalls behaupten konnten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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