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Börsentelegramm

Woche beginnt mit fallenden Getreide- und Rapspreisen

von , am
24.08.2015

Am europäischen Terminmarkt sind die Preise für Weizen, Raps und Mais am vorigen Freitag erneut sehr kräftig gefallen.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Am europäischen Terminmarkt sind die Preise für Weizen, Raps und Mais am vorigen Freitag erneut sehr kräftig gefallen. Auch am Montag setzt sich die Preiskorrektur am europäischen Terminmarkt fort, denn in den USA starten die Terminmärkte mit weiteren kräftigen Preisabschlägen und dürften die Getreide- und Ölsaatenpreise in Europa weiter mit nach unten ziehen. Bereits am Freitag sind Weizenpreise in Paris unter 168 Euro gefallen und die Rapspreise gingen nur noch mit 358 Euro aus dem Handel.
 
Am Terminmarkt in den USA hatten die Weizen-, Maispreise und Sojapreise am Freitag kräftig nachgegeben. Daran konnten auch die von der wichtigsten Feldtour (Pro Framer) nach unten korrigierten Ernteerwartungen für die neue US-Mais- und Sojaernte sowie die schwachen ebenfalls deutlich nach unten korrigierten Ernteschätzungen für Weizen und Raps aus Kanada nichts ändern. Auch am heutigen Montag stürzen die Preise für Weizen, Soja und Mais im vorbörslichen Handel weiter ab. Die Canolapreise starten in Kanada trotz der schwachen Ernteprognose ebenfalls deutlich im Minus.
 
Der Euro ist am Freitag gegenüber den USD um 1,4 % auf 1,1358 USD weiter kräftig gestiegen. Damit verschlechtert sich allerdings die Wettbewerbsfähigkeit der Europäer im Export. Das Rohöl WTI wurde am Freitag nur noch mit 40,45 USD je Barrel gehandelt und damit 2,11 % billiger gehandelt als am Vortag. Am Montag Vormittag fallen die WTI-Preise sogar deutlich unter 40 USD und liegen nur noch bei 39,2 USD je Barrel du damit auf dem tiefsten Stand seit 2004 als seit mehr als 10 Jahren. Auch die übrigen Rohstoffpreise und die Aktienbörsen befinden sich im freien Fall. An den Aktienmärkten in den USA, in Asien und Europa setzt sich der Absturz der Kurse am Montag mit unvermindertem Tempo fort. Analysten sprechen besonders in Asien von Panikverkäufen.
 
Die Ursache für den heftigen Preisrutsch an den globalen Märkten ist die Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in China, verbunden mit deutlichen Korrekturen an den dortigen Aktien-, Immobilen und Rohstoffmärkten. Eine weitere Schwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums bedeutet auch einen Rückgang der chinesischen Importe von Agrarprodukten, Rohstoffen und Industriegütern und eine deutliche Schwächung der globalen Wirtschaftsdynamik die nicht so ohne weiteres aufgefangen werden kann.
 
Vor diesem Hintergrund ignorieren beispielsweise die Agrarmärkte solche bullischen Meldungen wie die nach unten geschätzten Mais- und Sojaernte in den USA durch die Pro-Farmer Feldtour und die sehr schwachen Ernteprognosen für Kanada. Massiver Druck auf die Preise kommt hingegen von den sehr großen Mais- und Sojaernten aus Südamerika und den entsprechend hohen Exportverkäufen der Südamerikaner.
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Europäische Weizenpreise fallen immer weiter
Am europäischen Terminmarkt sind die Weizenpreise am Freitag (21.08) weiter gefallen. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel am Freitag bei 166,75 Euro/t und damit 2,25 Euro bzw. 1,3 % niedriger als am Vortag (169,0 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 176,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (178,75 Euro) sind die Dezemberpreise damit um 1,5 % bzw. 2,75 Euro gefallen.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Weizen von Anfang Juli (205 Euro) sind die Weizenpreise mittlerweile rund 38,25 Euro bzw. rund 19 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (185,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt um 18,25 Euro bzw. 10 % verfehlt.
 
Am Montag Vormittag geben die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt unter dem Druck der fallenden US-Preise und des steigenden Euros weiter nach. Der Septemberkontrakt fällt zum Handelsbeginn um 3,00 Euro und notiert nur noch  bei 163,75 Euro.
 
Europäische Maispreise finden kein Halt
Am Freitag (21.08) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt (trotz der sehr schlechten europäischen Ernteprognosen) weiter zurückgegangen. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 174,25 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,0 % niedriger als am Vortag (176,00 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 176,50 Euro und damit ebenfalls 1,75 Euro bzw. 1,0 % niedriger als am Vortag (178,25 Euro).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Maispreise rund 21,75 Euro bzw. 11,0 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (168,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit noch um 6,0 Euro bzw. 3,6 % übertroffen. Am Montag Vormittag geben die Maispreise am europäischen Terminmarkt weiter nach. Der Novemberkontrakt geht zum Handelsbeginn um 4,0 Euro zurück und notiert nur noch 170,25 Euro zurück.
 
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Rapspreise folgen Soja steil nach unten
Die Rapspreise sind am Freitag am europäischen Terminmarkt erneut sehr kräftig gefallen. Der Novemberkontrakt wurde mit 357,50 Euro gehandelt und damit zu 6,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (364,25 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 358,50 Euro und damit 5,50 Euro niedriger als am Vortag (365,0).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise damit 45,0 Euro bzw. 11,2 % niedriger. Gleichzeig sind die aktuellen Preise am europäischen Terminmarkt derzeit um 27,25 Euro bzw. 8,3 % höher als die Preise im Vorjahr (330,25 Euro).
 
Am Montag Vormittag geben die Rapspreise am europäischen Terminmarkt erneut deutlich nach. Der Novemberkontrakt bricht zum Handelsbeginn um 8,25 Euro ein und notiert nur noch bei 349,25 Euro.
 
USA: Weizenpreise am Montag weiter unter Druck
Am Freitag (21.08) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago deutlich zurückgegangen gestiegen. Der Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) gab um 1,3 % nach und beendete den Handel bei 499,4 Cent je Buschel (161,6 Euro/t). Der Dezember-Termin beendete den Handel 1,4 % niedriger bei 504 Cent je Buschel (163,1 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Weizen von Anfang Juli (616 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Weizenpreise rund 19,0 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (602 Cent) wird am US-Terminmarkt um 17,0 % verfehlt. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago erneut deutlich 1,9 % im Minus bei 490,2 Cent je Buschel (158,6 Euro/t).
 
USA: Maispreise geben weiter nach
Am Freitag (21.08) sind die Maispreise am Terminmarkt in Chicago deutlich zurückgegangen. Für den Septembertermin beendeten die Maispreise den Handel 1,6 % niedriger bei 365,2 Cent je Buschel (126,6 Euro/t). Die neue Ernte (Dezember) notierte 1,4 % niedriger bei 377,2 Cent je Buschel (130,7 Euro/t.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Mais von Anfang Juli (441 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise damit etwa 17 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (402 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt um knapp 13 % verfehlt. Am Montag Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise (Septemberkontrakt) in Chicago den Handel mit einem Minus von 1,5 % bei 359,6 Cent je Buschel (124,8 Euro/t).
 
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USA: Sojapreise stürzen am Montag weiter ab
Am Freitag (21.08) sind die Preise für Sojabohnen (Septemberkontrakt) am Terminmarkt in Chicago deutlich um 1,8 % auf 905,2 Cent je Buschel (292,9 Euro/t) gefallen. Die neue Ernte (November) notierte 2,0 % schwächer bei 889,4 Cent je Buschel (287,8 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze bei Sojabohnen von Anfang Juli (1033 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Sojapreise 12 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (1042 Cent) wird am US-Terminmarkt um etwa 13,2 % verfehlt. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) erneut 2,1 % im Minus bei 886,4 Cent je Buschel (286,9 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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