Login
Börsentelegramm

Woche beginnt mit roten Zahlen

von , am
15.09.2014

Der elektronische vorbörsliche Handel in den USA beginnt für alle wichtigen Kulturen mit Preisabschlägen.

© imageteam/fotolia.de
 
Der elektronische vorbörsliche Handel in den USA beginnt für alle wichtigen Kulturen mit Preisabschlägen, so dass sich die Talfahrt bei den Preisen erst einmal fortsetzt. Rote Vorzeichen bei Weizen, Mais und Soja kennzeichnen den Wochenbeginn. Hinzu kommen weiter nachgebende Kurse bei Rohöl (WTI und Brent)  sowie ein schwächerer Euro. Realtiv stabil starten lediglich die Zuckerpreise den Handel in den USA.
 
Die Weizenpreise testen immer neue Tiefstände. Dabei erwarteten viele Händler und Analysten bereits seit Wochen eine Bodenbildung bei den Preisen. Nun hat der letzte USDA-Report die Weizenpreise in Übersee und Europa erneut auf Talfahrt geschickt und den Markt massiv unter Druck gesetzt. Am Terminmarkt in Europa haben sich die Notierungen zuletzt nur noch knapp über Marke von 160 Euro/t gehalten und in den USA fallen die Weizenpreise am Montag Vormittag (15.09) im elektronischen vorbörslichen Handel erstmals unter die Marke 500 Ct/Buschel (141 Euro). Das dürfte heute auch in Europa für weiteren Preisdruck sorgen. Grund ist die noch weiter nach oben gesetzte globale Rekordproduktion bei Weizen die schneller zunimmt als der Verbrauch und zu einem kräftigen Anwachsen der globalen Weizenbestände führt. .
 
EU-Weizenpreise noch knapp über 160 Euro
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise in der letzten Woche um gut 5 % bzw. knapp 10 Euro gefallen. Am Ende der letzten Woche (12.09) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris am Freitag 162,75 Euro/t und damit 9,25 Ct weniger als am Freitag vor einer Woche (172 Euro) und zudem 24 Euro weniger als im September 2013 (186,75 Euro). Der Januarkontrakt notiert am Freitag bei 166,50 Euro und damit 8,5 Euro billiger als in der Vorwoche (Vw.: 175,0) und der März ging mit 168,25 Euro aus dem Handel. Futterweizen wurde am Freitag(12.09) am Terminmarkt in London für den November mit 141,3 Euro/t (112,45 GPB) gehandelt und damit rund 8,0 Euro billiger als letzte Woche (119 GPB) und für den Januar mit 144,21 Euro (114,75 GPB).
 
US-Weizen findet keinen Halt
In den USA haben die Weizenpreise in der letzten Woche am Terminmarkt in Chicago um weitere 6,5 % nachgegeben. Damit kostete der in Chicago gehandelte Weizen (SRW) rund 28 % bzw. umgerechnet etwa 57 Euro weniger als Anfang September 2013 (199 Euro/t). Der Dezemberbertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (12.09) bei 141,6 Euro/t (502,4 Ct/bu) und damit 9,4 Euro preiswerter als vor einer Woche (151 Euro). Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 142,7 Euro/t (520 Ct/bu ) und damit fast 10 Euro weniger als eine Woche zuvor (152 Euro). Der US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (Dezemberkontrakt) gingen am Freitag (12.09) am Terminmarkt mit 167,1 Euro/t (593,2 Ct/bu) aus dem Handel (- 5,6 Euro). Demgegenüber kostete der Sommerweizen (HRS) am US-Terminmarkt 163 Euro/t (578 Ct/bu) und damit 12 Euro weniger als letzte Woche. Am heutigen Montag (15.09) liegen die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago im Minus und sind zudem unter die 500 Ct-Marke gefallen.
 
Die Maispreise sind in der Europäischen Union in der letzten Woche für die neue Ernte zeitweise unter 140 Euro gefallen. Das waren die niedrigsten europäischen Maispreise seit April 2010. In den USA gaben die Kurse ebenfalls weiter nach und hielten sich nur noch knapp über 100-Euro-Marke (330 Ct/Bu). Am Ende der Woche konnten sich die Preise in Europa und den USA dann ganz leicht erholen. Grund für waren Befürchtungen am Markt über mögliche Frostschäden an der US-Maisernte in einigen nördlichen Bundestaaten. Hinzu kamen Spekulationen über einen größeren chinesischen Importbedarf wegen der dortigen Produktionsausfälle. Zum Beginn der neuen Woche stehen die Kurse im elektronischen vorbörslichen Handel jedoch schon wieder unter Druck. Das dürfte auch die europäischen Maispreise weiter mit nach unten ziehen. Grund für den Preisdruck ist der September-Report des USDA der noch einmal die außergewöhnlich gute globale Versorgung für 2014/15 bestätigt.
 
Maispreise in Europa fallen unter 140-Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche weiter nachgegeben. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) fielen die Preise im Wochenverlauf zeitweise unter die 140-Euro-Marke. Am Freitag (12.08) kostete der Mais am Terminmarkt in Paris dann 140,25 Euro/t und damit 8,5 Euro weniger als am Freitag zuvor (Vw: 148,75). Im Vergleich zum letzten Jahr im September 2013 (178,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 38 Euro oder 21 % niedriger. Seit Anfang Mai 2014 (195 Euro) haben die Maispreise in Europa um 55 Euro oder 28 % nachgegeben. Derzeit befinden sich die europäischen Maispreise auf dem tiefsten Stand seit Anfang April 2010.
 
US-Mais nur noch knapp über 100-Euro-Marke
Im Verlauf der letzten Woche haben die US-Maispreise ebenfalls nachgegeben, sich dann am Ende der Woche mit den erneuten Frostwarnungen für den Mittelwesten jedoch wieder etwas erholt. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am letzten Freitag (12.09) in Chicago mit umgerechnet 103,1Euro/t (338,4 Ct/bu) aus dem Handel und damit (trotz Zwischenerholung) noch immer 3,0 Euro billiger als am Freitag der Vorwoche. Der Märzkontrakt wurde mit 106,9 Euro (351 Ct/bu) 2,0 Euro schwächer gehandelt und der Mai bei etwa 109,5 Euro (359,4 Ct/bu). Im Vergleich zum September 2013 (151 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 32 Prozent oder umgerechnet 48 Euro/t niedriger. Zum Wochenbeginn (15.09) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im Minus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass-2014
Auch interessant