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Börsentelegramm

Woche endet und beginnt durchwachsen

von , am
27.01.2014

Mit Preisabschlägen bei Weizen sowie bei Raps/Canola und behaupteten Preisen bei Mais sowie festeren Kursen bei Sojabohnen ist die letzte Woche an den Märkten für Getreide und Ölsaaten zu Ende gegangen

© kk artworks/fotolia
 
Mit Preisabschlägen bei Weizen sowie bei Raps/Canola und behaupteten Preisen bei Mais sowie festeren Kursen bei Sojabohnen ist die letzte Woche an den Märkten für Getreide und Ölsaaten zu Ende gegangen. In den USA kostet der Weizen so wenig wie zuletzt im Juli 2010 und auch in Europa und Kanada rutschten die Weizenpreis mit nach unten. Am heutigen Montag Vormittag (27. 01.) lagen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel für Weizen leicht im Plus und für Mais ganz leicht im Minus. Die Preise für Soja bewegten sich seitwärts und Canola legte ganz leicht zu.
 
US-Weizenexporte (weiter) unter den Erwartungen
Druck auf die US-Preise kommt erneut durch die unter den Erwartungen bleibenden US-Exporten, während sich die Ausfuhren der EU weiterhin auf sehr hohem Niveau bewegen. In der letzten Woche verkauften die Europäer doppelt so viel Weizen ins Ausland wie die USA. Das stützt natürlich die europäischen Preise, auch wenn die schwächeren US-Eportpreise die EU-Preise mit nach unten ziehen. Eine weitere Ursache für den Preisrückgang in den USA waren die abnehmenden Befürchtungen von Händlern und Analysten über Auswinterungsschäden in den wichtigsten Weizenanbaugebieten der USA. Zwar hält die Kältewelle in einigen Regionen auch in dieser Woche noch an, jedoch liegt vielerorts ausreichend Schnee. Außerdem sind die Temperaturen in den südliche Plains, dem Haupanbaugebiet für Winterweizen (Hard Red Winter), nicht niedrig genug, um größere Schäden an den Weizenpflanzen zu verursachen.
 
Europäische Exporte auf Hochtouren
Die europäischen Weizenexporte lagen in der letzten Woche erneut bei 819.000 t nach 810.000 t in der Woche zuvor und 720.000 t vor drei Wochen. Jeweils 250.000 t verkauften in der aktuellen Woche Deutschland und Frankreich. Insgesamt kommen die Franzosen auf Exporte von 5,09 Mio. t und die Deutschen auf 4,96 Mio. t Insgesamt erreichen die EU-Exporte jetzt 17,7 Mio. t, dass sind 5,67 Mio. t oder 48 % mehr als im schon guten letzten Jahr. Dagegen haben die USA diese Woche nur 421.000 t Weizen ins Ausland verkauft. Das lag am unteren Ende der Analystenerwartungen von 350.000 t bis 650.000 t und nur wenig über dem schwachen Ergebnis der Vorwoche von 320.000 t. Allerdings haben die Amerikaner bis jetzt schon 25,3 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft und damit 4,9 Mio. t mehr als im letzten Jahr (20,4 Mio. t). Trotz des anhaltenden Preisrückgangs beim US-Weizen und des festen Euro haben die Europäer wegen der deutlich günstigeren Frachtkosten, offenbar weiterhin einen Wettbewerbsvorteil beim Export nach Nordafrika und in den Nahen Osten.
 
Weizenpreise in den USA erneut schwächer
Am Freitag (24.01) gaben die Weizenpreise in den USA erneut nach. Dabei beendete der Märzkontrakt am Terminmarkt in Chicago (SRW) den Handel mit einem Abschlag von knapp 1,0 % und umgerechnet knapp 151,60 Euro/t (565,2 Ct/Bu) und auch der Maikontrakt gab um rund 1,0 % auf 153 Euro/t (571,4 Ct/bu) nach. Damit verharren die US-Weizenpreise auf dem niedrigsten Niveau seit Juli 2010. Am Montag Vormittag (MEZ) lagen die US-Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago leicht im Plus. Gleichzeitig kostete der Weizen in Chicago für alle Termine von März bis September 2014 weniger als 160 Euro/t (596 Ct/bu) und erst für den Dezemberkontrakt (160,60 Euro) etwas mehr. Außerdem liegen die US-Weizen-Preise für den Märzkontrakt weiterhin deutlich unter der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (570 Ct/bu). Noch größer ist der Abstand zur 20-Tage-Linie (586 Ct) sowie vom Durchschnittspreis der letzten 40 Tage (614 Ct).
 
US-Brotweizen gibt weiter nach
Mit dem Weizen in Chicago (Soft Red Winter) gaben am Freitag (24.01) auch die Preise für den in Kansas gehandelten US-Brotweizen (Hard Red Winter) nach. Für den Märzkontrakt rutschten die Preise um knapp 1,0 % auf umgerechnet 168,80 Euro/t (629,2 Ct/bu) nach unten und der Maitermin ging mit 168 Euro (626,2 Ct/bu) aus dem Handel. In Kanada gaben die Weizenpreise mit den fallenden Kursen in Chicago am Freitag ebenfalls erneut nach. In Winnipeg handelte man Brotweizen für den Märztermin mit umgerechnet knapp 123 Euro/t (182 CAD) und der Maitermin kostete noch 123 Euro/t (187 CAD). Auf sehr niedrigem Niveau behauptet haben sich die kanadischen Preise für Futter-Gerste. Am Terminmarkt in Winnipeg blieben die Kurse am Freitag um unverändert bei umgerechnet knapp 84 Euro/t (127 CAD).
 
Europäischer Weizen wegen Wettbewerbsdruck schwächer
In der Europäischen Union gaben die Weizenpreise am Freitag (trotz der sehr starken Exporte) im Sog der US-Preise etwas nach. Am Freitag (24.01) kostete der Weizen für den März an der MATIF noch knapp 193 Euro/t und knapp 1 Euro weniger als am Vortag, aber 1 Euro mehr wie vor einer Woche. Der Maikontrakt rutschte am Freitag ebenfalls um knapp 1,0 Euro auf 189,75 Euro/t und liegt damit nur ganz knapp unter der Marke von 190 Euro. Am europäischen Kassamarkt hatten die Weizenpreise in den Tagen zuvor gut behauptet. Am Großmarkt in Hamburg handelte man Brotweizen am Freitag (24. Januar) mit 196 Euro/t (0). Futterweizen zur Lieferung im Januar kostete in Hamburg 193 Euro/t (0) und A-Weizen wurde mit 198 Euro/t (0) notiert. In Frankreich wurde Brotweizen am Freitag im Großhandel (fob-Rouen) mit noch mit 191 Euro/t (+2) und damit 2 Euro höher als vor einer Woche notiert.
 
US-Maisexporte sehr gut, Europäer importieren viel
Die Exporte beim US-Mais laufen umändert ganz hervorragend und haben wesentlich zur Stabilisierung der US-Mais-Preise auf dem derzeitigen Niveau beigetragen. Wachsenden Druck auf die Preise verursachen hingegeben die guten (Argentinien) und sehr guten (Brasilien) Wachstumsbedingungen in Südamerika. Damit ist das Angebot an den Exportmärkten ab dem Frühjahr noch größer. Letzte Woche haben die USA 693.000 t Mais ins Ausland verkauft. Diese Menge lag am oberen Ende der Analystenerwartungen von 200.000 t bis 800.000 t, allerdings etwas unter dem Ergebnis der Vorwoche von 821.000 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisexporte auf 30,1 Mio. t gegenüber 13,3 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist mehr als eine Verdopplung der Ausfuhrmenge. Dagegen importieren die Europäer trotz einer deutlich besseren Ernte weiterhin mehr Mais als im letzten Jahr. In der letzten Abrechnungswoche kauften die EU-Länder insgesamt 501.000 t Mais in Drittländern ein. In der Woche zuvor lag die Importmenge bei 646.00.Bislang wurden 6,7 Mio. t Mais importiert. Im Vergleich zum letzten Jahr (6,36 Mio. t) sind die Einfuhren damit bereist 0,3 Mio. t größer
 
US-Mais zuletzt auch technisch stabil
Am US-Terminmarkt in Chicago konnten sich die Maispreise am Freitag behaupten. Der Märztermin ging am Freitag (24.01) in Chicago fast unverändert mit auf umgerechnet 123,60 Euro/t (429,4 Ct/bu) aus dem Handel und der Maitermin kostete 125,4 Euro (436 Ct/bu). Damit lagen die US-Mais-Preise (Märzkontrakt) über der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (426 Ct/bu) und halten sich zudem auch oberhalb der 20-Tage-Linie (425 Ct(bu) und sogar über der 40 Tage-Linie (428 Ct).
 
Europäische Maispreise halten sich
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (24.01) leicht nachgegeben. Die Kontraktpreise für den Märztermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit 172,75 Euro/t und damit 1,0 Euro schwächer. Für den Junikontrakt gaben die Preise ebenfalls um 1,0 Euro auf 174,50 Euro nach. Im Großhandel bewegten sich die Maispreise in Frankreich am Freitag (24.01) zwischen 160 Euro und 166 Euro (+2) und damit zum Teil deutlich rund 2 Euro höher als in der Vorwoche. An den französischen Rheinhäfen wurde der Mais am Freitag für 178 Euro/t (+2) verladen und damit ebenfalls zu etwas höheren Preisen als vor einer Woche.
 
US-Sojaexport erneut über den Erwartungen
Trotz des den Sojamarkt zuletzt weiterhin bärischen Wetter in Südamerika legte die Sojapreise am Freitag in Chicago zu. Gleichzeitig gaben die Rapspreise in Kanada wegen des anhaltenden Drucks auf die Transport- und Lagerlogistik nach. Die Sojapreise in den USA haben am Freitag wegen der über den Analystenerwartungen liegende Export-daten sogar um knapp1,0 % zugelegt. Dabei hatten die Berichte über Abbestellungen von 300.000 t Soja durch China zum Beginn des Tages die Preise zunächst sogar unter Druck gesetzt. Im weiteren Tagesverlauf meldete das USDA für die aktuelle Woche Exportverkäufe von 703.000 t. Diese Menge übertraf die Analystenerwartungen von 300.000 t bis 625.000 t, und war etwa so groß wie in die Ausfuhrmenge der Vorwoche mit 701.000 t. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren auf 42,15 Mio. t gegenüber 32,94 Mio. t im letzten Jahr und haben damit auch die vom USDA eigentlich erwarteten Gesamtausfuhren schon erreicht. Auch die Schrotausfuhren der Amerikaner liefen mit 241.000 t weiter gut und lagen mit insgesamt 6,69 Mio. t über dem sehr guten Vorjahreswert von 6,39 Mio. t.
 
Sojapreise trotz Erholung, niedriger als letzte Woche
Der Märzkontrakt für Sojabohnen beendete den Handel am Freitag (24.01) am US-Terminmarkt in Chicago mit umgerechnet 345 Euro/t (1284 Ct/bu) und der Maitermin kostete am Ende des Handelstages knapp 341 Euro/t (1270 Ct/bu). Trotz der Preiserholung am Freitag kosteten die Bohnen angesichts einer derzeit sehr groß erwarteten südamerikanischen Ernte fast 3 % weniger als in der Vorwoche. Außerdem bewegen sich die US-Soja-Preise (Märzkontrakt) weiterhin unter der für technische Analysten wichtigen 10-Tage-Linie (1294 Ct) und zudem auch unter der 20-Tage-Durchschnitt (1292 Ct) sowie sogar sehr deutlich unter der 40 Tage-Linie (1304 Ct).
 
Rapspreise in Europa und Kanada etwas schwächer
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben am Freitag (24.01) leicht nachgegeben. Der Februartermin beendete den Handel mit 358,00 Euro und der Maikontrakt mit 356,25 Euro. Damit kostete der Februar-Raps in Paris rund 0,50 Euro weniger als am Vortag und 2 Euro weniger als in der Woche zuvor. Im deutschen Großhandel blieben die Rapspreise am Freitag stabil. Für den Februar bewegen sich die Kurse je nach Region zwischen 360 Euro und 366 Euro/t. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Preise im Großhandel rund 3 Euro verloren. Die Rapspreise in Kanada haben am Freitag (24.01) erneut nachgegeben. Mit umgerechnet 280 Euro/t (425 CAD) notierte der Märztermin in Kanada nur noch knapp über der Marke von 280 Euro. Vergleich zur Vorwoche haben die Preise erneut rund 10 Euro verloren. Der Maikontrakt kostete mit 287 Euro (435 CAD) und damit 10 Euro weniger als letzte Woche und zudem weniger als 290 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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