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Börsentelegramm

Zeit für eine Neuorientierung

von , am
29.07.2015

Nach den gewaltigen Abstrichen vom Montag haben sich die Notierungen gestern eine Verschnaufpause gegönnt und blieben ihren Vortageskursen weitestgehend treu.

© Mühlhausen/landpixel
Rohöl ist etwas schwächer und schränkt die Euphorie bei den Commodities ein. Der Euro notiert aktuell bei 1,1080 zum US-Dollar, somit minimal über dem Vortageswert.
Während die Sojabohne (November-Kontrakt) mit 944-6 Ct/Bushel um 11 Ct/Bushel höher schloss als am Vortag, erholte sich CBoT-Mais (Dezember) moderater auf 385-4 Ct/Bushel (plus 2 Ct).
 
Der heutige vorbörsliche Handel an der Börse in Chicago (7.30 Uhr MEZ) startet knapp unterhalb der Nulllinie. Soja (November) liegt bei 942-6 Ct/Bushel (313,25 Euro/t), Mais (Dezember) bei 381-6 Ct/Bushel (135,90 Euro/t). CBoT-Weizen notiert um 519-0 Ct/Bushel. An der Matif konnte Weizen (September) minimal zulegen und beendete den gestrigen Handelstag mit 182,25 Euro/t (plus 0,75 Euro). Mais (November) verzeichnete leichte Abstriche auf 173,50 Euro/t (- 0,25 Euro). Auch Raps schloss etwas im Minus. Hier macht sich nochmals der morgen (Donnerstag) auslaufende Frontmonat August bemerkbar (- 4,25 Euro auf 369,50 Euro/t). Der neue Frontmonat November schloss mit 375 Euro/t (- 0,50 Euro) mit moderateren Abschlägen.
 
International

Die EU-Weizenexporte beginnen das neue Wirtschaftsjahr genauso lebhaft, wie das alte zu Ende gegangen ist. Seit Anfang Juli wurde mit 1,26 Mio. t mehr als doppelt so viel exportiert, wie 2013 oder 2014. Durch den zum Dollar schwächeren Euro sollte die Exportnachfrage länger stabil bleiben, US-Weizen ist noch immer zu teuer. Aktuell wird Ware aus dem Schwarzmeerraum sehr aggressiv angeboten. Mitteleuropäische Ware hat es daher sehr schwer, zum Zug zu kommen. Für die besseren Qualitäten sollte es ab Herbst aber leichter werden. Bewegung für die Notierungen könnte der morgige USDA-Exportbericht bringen, der in den letzten Wochen vor allem für die Sojabohnen schwächere Exportbuchungen präsentierte. Für die nächsten Tage wird im mittleren Westen der USA wieder niederschlagsreiches Wetter vorausgesagt, dies jedoch bei deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen. Wüchsiges Wetter also, das nach den letzten kühlen Wochen genau richtig kommt für die Reihenkulturen.
 
Aussichten
 
Mit den Vorgaben aus den USA erwarten wir für die Matif einen Handelsauftakt leicht unter den gestrigen Schlussnotierungen mit nur moderaten Bewegungen. Der Markt wird nach den Einbrüchen etwas Zeit brauchen für eine Neuorientierung.
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