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Analyse

Ammonium: Begrenztes Angebot beendet Preisrückgang

von , am
20.08.2014

An den internationalen Handelsplätzten haben die Preise für Ammonium im Juli nochmals etwas nachgegeben.

© Rasbak/CC-SA-BY-3.0 wikimedia
An den internationalen Handelsplätzten haben die Preise für Ammonium im Juli nochmals etwas nachgegeben. Anfang August wurde Ammonium an den Schwarzmeerhäfen für rund 450 USD/t (fob) angeboten und damit ebenso so teurer wie Ende Juli, jedoch immerhin 15 USD/t preiswerter als im Juni und sogar 60 USD/t unter der letzten Preisspitze vom April (510 USD). Die meisten Analysten und Händler gehen für die nächsten Wochen jedoch von einer Belebung der Nachfrage in Nordamerika und auch Europa aus und halten wegen des relativ begrenzten globalen Angebotes und der geschrumpften Bestände einen Preisanstieg für wahrscheinlich.
 
Probleme in Nordafrika und am Schwarzen Meer
Ein Grund für den erwarteten Preisanstieg ist die weiterhin stark gedrosselte Produktion in Nordafrika (Ägypten und Libyen), was zu deutlichen Angebots- und Lieferengpässen führen dürfte. Immer Händler befürchten zudem Auswirkungen der Ukrainekrise auf die Produktion und den möglichen Export von Ammonium von den Schwarzmeerhäfen. Anfang August waren die Preise am Schwarzen Meer und auch am wichtigsten US-Importhafen Tampa (Florida) noch relativ stabil. Im US-Großhandel zogen die Preise für Ammonium wegen der relativ geringen Bestände in den USA allerdings leicht an an. Dabei halten Analysten jedoch den Spielraum der Ammoniumpreise nach oben, wegen der deutlich gefallenen Preise für Getreide und Ölsaaten und auch wegen der größeren Ammonium-Produktion (niedrige Gaspreise) in den USA, für relativ begrenzt.
 
KAS am deutschen Markt etwas teurer
Auf die Preisentwicklung bei Ammonium reagieren auch die Preise für die meisten Mehrnährstoffdünger. Dazu zählen am deutschen Markt unter anderem Kalkammonsalpter (KAS) und AHL-Dünger (Ammoniumnitratharnstofflösung). Der an den deutschen Ostseehäfen umgeschlagene KAS-Dünger hat sich im August bereits moderat verteuert. Hier nennen Händler an den Verladestellen der Ostseehäfen Mitte August Preise um 255 Euro/t und damit rund 5 Euro mehr als Ende Juli. Zu unveränderten Preisen gehandelt wird an den Importhäfen hingegen bisher flüssiger AHL-Dünger. Mitte August lagen die AHL-Preise wie schon Ende Juli bei etwa 190 Euro/t.
 
Preise in den USA im August etwas höher
In den USA sind die Ammoniumpreise am wichtigsten Importhafen und Umschlagplatz Tampa (Florida) von Mai bis Ende Juni um etwa 60 USD/t bis 70 USD/t auf etwa 520 USD/t gefallen. Von Juli bis Mitte August haben sich die Preise in Tampa dann erst einmal bei etwa 520 USD/t behauptet. Vom US-Binnenmarkt berichten Händler jedoch gleichzeitig von einem moderaten Anstieg der Großhandelspreise für das dort auch direkt mit der Landwirtschaft gehandelte Ammonium in Form des sogenannten Anhydrous Ammonia.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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