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Analyse

China-Deal stabilisiert Kalidüngerpreis

von , am
22.01.2014

Im Unterschied zu anderen Mineraldüngern sind die globalen Spotmarktpreise für Kalidünger bis Ende 2013 weiter gefallen.

© Mühlhausen/landpixel

 
Im Unterschied zu anderen Mineraldüngern sind die globalen Spotmarktpreise für Kalidünger bis Ende 2013 weiter gefallen. Auch im Januar 2014 kostete Kalidünger noch einmal weniger als im Dezember 2013. Damit scheinen sich die Kurse jedoch allmählich zu stabilisieren. Hintergrund ist der Abschluss einer Liefervereinbarung des russischen Kaligiganten Uralkali mit einem der größten Kali-Importeure China. Der vereinbarte Preis liegt bei 305 USD/t und ist damit knapp 100 USD oder 25 % niedriger als im letzten Jahr. Gleichzeitig ist der vereinbarte Kurs nicht so niedrig wie Analysten zunächst vermutet und einige Hersteller (Mosaic) selbst befürchtet hatten. Die meisten Analysten waren nämlich von einem Preis unterhalb der Marke von 300 USD/t ausgegangen. Dies scheint sich nun nicht aber nicht zu bestätigen und bei Exporten Richtung Südamerika sind auch höhere Preise ( bis 350 USD/t) im Gespräch.
 
Preis stabilisiert sich über 300 USD
Vereinbart wurde die Lieferung von 700.000 t Kali zwischen der russischen Uralkali und einem chinesischen Konsortium (CNAMPGC) zum Preis von 305 USD/t (224 Euro). Lieferzeitraum ist die erste Hälfte des Jahres 2014. Die internationalen Spotmarkpreise für Kalidünger sind 2013 von knapp 400 USD/t (294 Euro) am Jahresanfang bis auf etwa 330 USD/t (243 Euro) im Dezember gefallen. Der für den Abschluss mit China genannte Preis von 305 USD/t liegt nochmals etwas darunter, aber eben nicht, wie zunächst vermutet, sogar unter der Marke von 300 USD/t. Damit scheint sich der Preis für Kalidünger auf einem deutlich ermäßigten Niveau zu stabilisieren. Immerhin kostete Kalidünger am Weltmarkt vor zwei Jahren (2012) noch 470 USD/t.
 
Angebot schneller gewachsen als Bedarf
Auslöser für den Preisverfall im Jahr 2013 war zum einen das Auseinanderbrechen des russisch-weißrussischen Kalikartells. Andererseits standen die Preise für Kalidünger bereits zuvor unter Druck, denn das globale Angebot/Produktion war in den letzten Jahren deutlich schneller gewachsen als die Nachfrage/Verbrauch. Vor diesem Hintergrund sind auch die Lagerbestände der großen Hersteller in Russland und Nordamerika gestiegen und drückten auf die Preise. Ende 2013 hatte die kanadische Potash Corp, der neben Uralkali größte Hersteller, einen Lagerbestand von 3,2 Mio. t. Im Vergleich zum Jahr zuvor (2012) war dies ein Anstieg der Lagerbestände von 27 %. Nach Einschätzung von Analysten hat der weltweite Verbrauch von Kalidünger im Jahr 2013 einen Umfang von 57,5 Mio. t bis 58,5 Mio. t erreicht. Im Jahr 2012 lag die Verbrauchsmenge etwa bei 53 Mio. t bis 54 Mio. t.
 
China hat eigene Produktion ausgebaut
Zu den größten globalen Importeuren von Kalidünger gehören China, Brasilien und Indien. Dabei haben die Chinesen – ähnlich wie bei Harnstoff und P-Dünger - die eigene Produktion in den letzten Jahren kräftig ausgebaut. Für das Jahr 2013 schätzen Analysten die inländische chinesische Kali-Produktion auf 4,9 Mio. t und die chinesische Importmenge immerhin noch auf 5,9 Mio. t. Die Kaliimporte Brasiliens werden für 2013 ebenfalls auf rund 6,0 Mio. t veranschlagt. Für Indien (ohne eigene Produktion) liegt die geschätzte Importmenge 2013 nur bei 3 Mio. t. Das sind die niedrigsten indischen Kaliimporte der letzten zehn Jahre und hat unter anderem mit der starken Abwertung der indischen Währung sowie mit dem kräftigen Abbau der Subventionen in Indien für den Einsatz von Mineraldünger zu tun. Auch die USA, selbst ein großer Hersteller von Kalidünger, haben im Jahr 2013 rund 5 Mio. t Kali (vor allem aus Kanada) importiert.
 
Spotmarkpreise in Deutschland relativ stabil
In Deutschland hatte der scharfe Preisrückgang am Weltmarkt im Herbst 2013 ebenfalls zu einer Preiskorrektur geführt. Die ab November geltenden Preisstaffeln für Kalidünger (Kornkali) lagen bei 240 Euro/t und waren damit 40 Euro niedriger als zuvor. Die Spotmarktpreise für Kornkali (40 % KCl) pendelten an den deutschen Ostseehäfen zum Jahresbeginn zwischen 245 Euro und 250 Euro. Im Vergleich zum Dezember ist dies sogar ein leichter Preisanstieg von 5 Euro bis 10 Euro/t. Das passt eigentlich nicht zur Entwicklung an den globalen Märkten. Im Oktober waren die Spotmarktpreise in Deutschland um rund 40 Euro auf 240 Euro/t zurückgegangen. Im Vergleich zu den Preisen von Januar 2013, ist das derzeitige Niveau rund 40 Euro/t bzw. etwa 14 % niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapass
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