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Analyse

Deutsche Landwirte kauften weniger Mineraldünger

von , am
24.01.2014

Die deutschen Landwirte haben zum Beginn des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 von allen Mineraldüngerarten deutlich weniger gekauft als im Wirtschaftsjahr 2012/13.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
 
Die deutschen Landwirte haben zum Beginn des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 von allen Mineraldüngerarten deutlich weniger gekauft als im Wirtschaftsjahr 2012/13. Das zeigen die Daten die das Statische Bundesamtes jetzt veröffentlicht hat. Die Gründe dürften vor allem in der veränderten Angebots- und Preisentwicklung bei Mineraldüngern sowie in der unterschiedlichen Entwicklung der Getreidepreise liegen.
 
Dünger-Absatz bricht deutlich ein
Der Einsatz von Stickstoffdüngern blieb in der deutschen Landwirtschaft im vorigen Wirtschaftsjahr 2012/13 fast stabil (in 1000 t Nährstoff). Im dritten Quartal 2013, also zum Beginn des Wirtschaftsjahre 2013/14, wurde die Abnahme von Stickstoffdüngern von den deutschen Landwirten hingegen drastisch um 16 % reduziert. Bei Phosphordüngern ist der Unterschied zwischen den Wirtschaftsjahren noch gravierender. Während die Landwirte im Wirtschaftsjahr 2012/13 die Verwendung von P-Dünger um 15 % ausweiteten, brach der Absatz im dritten Quartal 2013 um 17 % deutlich ein.
 
Bei Kalidüngern waren die Unterschiede ebenfalls groß. Hier nahm der Absatz im Wirtschaftsjahr 2012/13 zunächst um etwa 9 % zu. Demgegenüber kauften die Landwirte im dritten Quartal 2013 (also zum Beginn des aktuellen Wirtschaftsjahres) rund 22 % weniger Kalidünger. Insgesamt wird damit deutlich, dass die deutschen Landwirte zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres 2013/14, bei allen wichtigen Düngerarten deutlich weniger eingekauft haben als im Jahr zuvor.
 
KAS bleibt wichtigster N-Dünger
Im vorigen Wirtschaftsjahr 2012/13 war Kalkammonsalpter (KAS) unter den Stickstoffdüngern der wichtigste Einzeldünger, auch wenn der Absatz zu Gunsten von Harnstoff um etwa 7 % zurückging. Insgesamt wurden 38 % des Stickstoffs in Form von KAS verkauft. Der Absatz von Harnstoff nahm hingegen 2012/13 um 14 % zu und erreichte einen Anteil am Gesamtverkauf von Stickstoffdüngern von etwa 22 %. Relativ stabil geblieben ist die Nachfrage nach flüssigem AHL-Dünger, mit einem Anteil von etwa 10 % am Gesamtstickstoffeinsatz. Der Einsatz von NP-Dünger ist um rund 10 % auf einen Anteil von rund 5 % gestiegen. Zu Beginn des neuen Wirtschaftsjahres 2013/14 (3. Quartal 2013) ist der Absatz von Mehrnährstoff-N-Düngern (NP, NPK) um 30 % eingebrochen.
 
Phosphor meist als Mehrnährstoffdünger
Phosphordünger kauften die deutschen Landwirte nach den Daten des Statistischen Bundesamtes überwiegend in Form von NP-Dünger (als Mehrnähstoffdünger). Bei  diesem Dünger hatte der Absatz im Wirtschaftsjahr 2012/13 um 16 % zugenommen. Der Anteil von NP-Dünger am gesamten P-Düngerabsatz liegt bei etwa zwei Dritteln. Hinzu kommen weitere Mehrnährstoffdünger wie PK-Dünger und NPK-Dünger sowie Superphosphat. Zum Beginn des neuen Wirtschaftsjahres 2013/14 ist der Absatz von Mehrnährstoff-P-Düngern deutlich um 20 % zurückgegangen.
 
Preise für Mineraldünger sind gefallen
Die Preise für Mineraldünger haben nach den Daten des Statistischen Bundesamtes in Deutschland ab dem zweiten Halbjahr 2013 stetig nachgegeben. Von April 2013  bis Oktober 2013 beträgt der Preisrückgang im Mittel aller erfassten Mineraldüngerarten etwa 10 %. Gegenüber dem Vorjahr (Oktober 2012) waren die Düngerpreise im Oktober 2013 sogar rund 13 % niedriger. Allerdings kostete der Mineraldünger im Oktober  des Jahres 2012 auch so viel wie zuletzt im Januar 2009.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapass
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