Login
Analyse

Düngerpreise in Deutschland stabil, Bewegung am Weltmarkt

von , am
06.03.2015

© agrar-press
 
Anfang März bleiben die Preise für die wichtigsten Mineraldünger an den deutschen Spotmärkten unverändert. Dagegen sind die Preise an den internationalen Märkten im März nicht bei allen wichtigsten Mineraldüngern so stabil wie in Deutschland. Nach wie vor stehen die Preise für Harnstoff (in USD) an den internationalen Märkten unter Druck und geben auch im März weiter nach. Ursache für den anhaltenden Preisdruck sind die bereits zum Beginn des neuen Kalenderjahres ungewöhnlich hohen Harnstoffexporte Chinas, die auch die Exportpreise der anderen wichtigen Exporteure (Ukraine, Mitterer Osten, Ägypten) massiv unter Druck setzen. China hat im Januar  2015 rund 1,68 Mio. t Harnstoff exportiert und damit fast dreimal so viel wie im Januar 2014 (0,598 Mio. t) . Dabei ist der Absatz der Chinesen zum Jahresbeginn (aus saisonalen Gründen) eigentlich noch stärker auf den chinesischen Binnenmarkt ausgerichtet und erst im weiteren Jahresverlauf werden immer mehr Mengen für den Export frei.
 
Schwacher Euro verteuert Importe
Ähnlich wie bei Harantoff war auch die Entwicklung beim chinesischen Phosphor-Düngerexport. Auch hier wurde im Januar 2015 mit 354.000 t eine doppelt so große Menge P-Dünger exportiert wie im Jahr zuvor. An den internationalen Spotmärkten blieben die Preise für P-Dünger von Februar bis März allerdings relativ stabil und geben lediglich an den großen Importhäfen Brasiliens (cif) weiter  moderat nach. Die Preise für Ammonium verändern sich Weltmarkt im März ebenfalls kaum, sind jedoch weiterhin rund 25 % niedriger als Ende 2015. Bei Kalidünger sind die internationalen Preise ohne den erwarteten neuen chinesischen Abschluss mit den russischen und nordamerikanischen Lieferanten  unverändert. Der schwache und zuletzt weiter nachgebende Euro verteuert indessen die Importe und verhindert, dass die rückläufigen Weltmarktpreise (in USD) für Harnstoff sich in niedrigeren Binnenmarktpreisen niederschlagen. Der Wechselkurs des USD zum Euro lag Ende Februar bei etwa 1,098 USD und damit nochmals 3 % niedriger als vor einer Woche mit 1,13USD/t.
 
Weltmarktpreise für Harnstoff fallen weiter
Die Preisangebote für geprillten Harnstoff lagen am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuznhy für die Auslieferung im März knapp unter 280 USD/t. Für die Auslieferung von April bis Juli liegen sich die Preisforderungen jetzt bei 270 USD/t und darunter und damit 10 USD/t niedriger als in der letzten Woche. Die Exportpreise (fob) für Ammonium lagen am ukrainischen Exporthafen Yuyzhny zuletzt bei 400 bis 410 USD/t, nach knapp 430 USD/t im Februar und noch  551 USD/t (!!)  im Dezember 2015. An den Exporthäfen im Mittleren Osten sind die Preisforderungen für granulierten Harnstoff von Ende Februar bis Anfang März zuletzt ebenfalls um rund 15 USD von 310 USD/t auf 295 USD/t zurückgegangen. An den Exporthäfen in Ägypten lagen die Preisforderungen im Februar  bei knapp 350 USD/t und für März und April bei 320 USD/t und damit rund 10 USD  niedriger als in der letzten Woche (332 USD/t bis 325 USD/t). Auch an den Importhäfen der USA (fob Nola) rutschten die Harnstoffpreise (wegen des langen und kalten Winters im Mittleren Westen) von zuletzt 307 USD/ t auf 296 USD/t nach unten. Am US-Terminmarkt zogen die Preisforderungen für den März (Frühjahrsbestellung) zuletzt jedoch wieder etwas an. Aus China meldet man derzeit für März und April Exportpreise (fob) für granulierten Harnstoff von 285 USD/t und für geprillte Ware von 275 USD/t.
 
Preise für P-Dünger mittelfristig schwächer
Relativ stabil zeigen sich Anfang März an den internationalen Spotmärkten die Preise für P-Dünger (DAP/MAP). Für die Verladung im März pendelten die Exportpreise in Nordamerika um die Marke von 485 USD/t. Bis zum Mai geben die nordamerikanischen DAP-Preise am Terminmarkt dann jedoch bis auf 465 USD/t nach (Vw: 470 USD) und fallen dann bis zum zweiten Halbjahr 2015 unter die Marke von 450 USD/t. In Brasilien sind die Importpreise (cif) für P-Dünger (MAP) derzeit leicht rückläufig und liegen Anfang März etwa 485 USD/t (Vw: bei 490 USD/t. Aus China meldet man derzeit Exportpreise (fob) für DAP-Dünger von 472 USD/t (Vw: 470 USD/t). Die Preise für Kalidünger sind am Weltmarkt weiterhin unverändert und werden sich erst nach dem neuen chinesischen Abschluss mit den russischen und nordamerikanischen Lieferanten ändern. Derzeit liegen die Importpreise Chinas für Kalidünger (MOP) unverändert bei 305 USD/t. In Brasilien liegen Importpreise (cif) Anfang März bei 360 USD/t (Vw: 362 USAD/t ) und in Südostasien bei 330 USD/t.
 
Keine Bewegung bei Stickstoffdünger in Deutschland
An den deutschen Importhäfen (Spotmarktpreise) kostete Harnstoff (granuliert) Anfang März unverändert etwa 355 Euro/t und damit  jedoch etwas weniger als vor vier Wochen mit 360 Euro/t. Zum Jahresswechsel kostete Harnstoff an den deutschen Importhäfen allerdings (trotz höhere Weltmarkpreise) nur 330 Euro/t. Auch die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) lagen an den deutschen Spotmärkten Anfang März stabil bei etwa 220 Euro/t. Vor vier Wochen kostete der Flüssigdünger an den deutschen Spotmärkten  noch 225 Euro/t. Kurz vor dem Jahreswechsel lagen die AHL-Preise hingegen nur bei rund 200 Euro und sind dann kräftig gestiegen. Die Preise für Kalkammonsalpter (KAS) haben sich in Deutschland zuletzt ebenfalls nicht verändert. Anfang März kostete KAS an den deutschen Importhäfen (Spotmärkten) weiterhin relativ stabil etwa 280 Euro/t. Zum Jahreswechsel wurde KAS hingegen noch 10 Euro preiswerter für gut 270 Euro verladen.
 
P-Dünger und Kali in Deutschland unverändert
Die Preise für P-Dünger (DAP) liegen an den deutschen Importhäfen (Spotmärkten) Anfang März unverändert bei etwa 505 Euro/t. Von Ende Januar bis Anfang Februar waren Preise allerdings um rund 25 Euro Euro gestiegen. Zum Jahreswechsel lagen die DAP-Preise an den deutschen Spotmärkten sogar nur bei rund 445 Euro und damit rund 50 Euro niedriger. Ebenfalls unverändert bei etwa 265 Euro/t bewegten sich Anfang März an den deutschen Importhäfen die Spotmarkpreise für Kalidünger (Kornkali ). Ende 2014 hatte man Kornkali an den deutschen Spotmärkten noch für weniger als 260 Euro/t gehandelt.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
{BILD:630366:png} 
{BILD:630369:png} 
 
 
{BILD:630367:png}
Auch interessant