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Analyse

Harnstoff und DAP billiger, KAS-Preise stabil

von , am
17.04.2015

Im April haben die Preise für Harnstoff und P-Dünger am Weltmarkt weiter nachgegeben.

© Mühlhausen/landpixel
 
Im April haben die Preise für Harnstoff und P-Dünger am Weltmarkt weiter nachgegeben. Dem massiven Druck vom Weltmarkt können sich nun auch die Spotmarktpreise in Deutschland und Europa nicht mehr entziehen. Trotz des schwachen Euros geben die Harnstoffpreise auch an den deutschen Importhäfen nach. Und die Aussichten für die kommenden Monate sind sowohl bei Harnstoff als auch bei DAP und sogar noch etwas niedriger. Hauptgrund für den Preisrückgang ist der massive Angebots- und Preisdruckdruck Chinas sowohl bei Harnstoff als auch bei P-Dünger (DAP). Der schwache Euro begrenzte jedoch die Wirkung der rückläufigen Weltmarktpreise (in USD) bei Harnstoff und DAP und verteuert auch die Importe anderer zuletzt eher preisstabiler Mineraldünger wie Ammonium und Kali.
 
Harnstoffpreise am Weltmarkt weiter unter Druck
In dieser Woche wurde geprillter Harnstoff am ukrainischen Exporthafen Yuzhny für die Verladung im April für 250 bis 255 USD/t angeboten und damit knapp 30 USD billiger als im März und 50 USD/ t billiger als im Februar. Da sind die niedrigsten Harnstoffpreise seit Juli 2010 also seit rund 5 Jahren. Die Angebotspreise für Juni und August lagen in Yuzhny unter 250 USD/t und damit nochmals niedriger.
Auch in Ägypten sind die Exportpreise für granulierten Harnstoff kräftig gefallen und liegen für den April nur noch bei 285 USD/t und damit 20 USD/t niedriger als vor zwei Wochen und 30 USD/t niedriger im März (315 USD) und der Junitermin kostet in Ägypten derzeit noch 280 USD/t und damit ebenfalls 20 USD weniger als vor zwei Wochen (300 USD/t). Im dem Mittleren Osten fordert man für granulieren Harnstoff an den dortigen Exporthäfen für den April 250 USD und damit 20 USD weniger als vor zwei Wochen (270 USD/t) und 45 USD weniger als im März mit 295 USD/t.
 
DAP-Preise fallen am Weltmarkt deutlich
Auch bei Phosphor-Dünger (DAP) geben die Preise am Weltmarkt weiter nach. An den wichtigsten nordamerikanischen Handelsplätzen gingen die Preisforderungen für DAP-Dünger von 485 USD im März auf 465 USD im April zurück. Für den Mai liegen die Preisforderungen an den nordamerikanischen Exporthäfen nur noch bei 450 USD/t und bis August gehen die Exportpreise bis auf 435 USD/t zurück und liegen damit nochmals 30 USD/t niedriger als im April. Die Importpreise für DAP-Dünger in Brasilen sind ebenfalls weiter zurückgegangen und liegen in dieser Woche noch bei 469 USD/t.
 
Harnstoff billiger, KAS-Preise stabil
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Mitte April etwa 345 Euro und damit 5 Euro weniger als vor zwei Wochen (350 Euro/t) und etwa 15 Euro weniger als im Februar (360 Euro). Die Spotmarkpreise für Kalkammonsalpter (KAS) sind seit Mitte März (in Euro) relativ unverändert geblieben, nachdem die Preise Anfang März wegen des schwachen Euro sogar etwas gestiegen waren. Mitte April kostete KAS an den deutschen Importhäfen weiterhin etwa 285 Euro/t. Die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) waren an den deutschen Spotmärkten im März ebenfalls moderat gestiegen. Mitte April kostet der Flüssigdünger an den deutschen Importhäfen etwa 225 Euro.
 
Preise für P-Dünger geben nach
Die Preise für P-Dünger (DAP) waren im März an den deutschen Importhäfen (in Euro) zunächst gestiegen. Mitte April kommen die Spotmarktpreise jedoch deutlich unter Druck und rutschten um rund 20 Euro auf etwa 520 Euro/t nach unten. Damit sidn die DAP-Preis jedoch immer noch höher als im Februar (505 Euro). Vor dem Hintergrund weiter nachgebenden Weltmarkpreise ist bei DAP (trotz des schwachen Euros) in den nächsten Wochen wohl mit weiteren Korrekturen nach unten zu rechnen. Moderat gestiegen sind zuletzt die Spotmarktpreise für Kalidünger (Kornkali). Ende März lagen die Preise bei knapp 270 Euro/t. Am Weltmarkt sind die Kalipreise zuletzt hingegen wieder etwas zurückgegangen. So meldet man aus Brasilien Importpreise (cif) von 335 USD/t und damit einen Rückgang gegenüber von März von 5 USD/t bis 10 USD/t. Aus Südostasien meldet man ebenfalls Importpreise für Kalidünger von etwa 335 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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