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Analyse

Harnstoff und DAP etwas teurer, KAS-Preise bröckeln

von , am
30.04.2015

Die Preise für Harnstoff sind in der zweiten Aprilhälfte für die Auslieferung im Mai und Juni wieder etwas gestiegen.

Wieviel kostet die Tonne Harnstoff im Vergleich zu anderen Düngern? © Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Harnstoff sind in der zweiten Aprilhälfte an den internationalen Spotmärkten für die Auslieferung im Mai und Juni wieder etwas gestiegen. Damit sind die  jetzt für den Mai und Juni erwarteten Spotmarktpreise 10 USD bis 15 USD/t höher als vor zwei Wochen.  Für die zweite Jahreshälfte rechnet man derzeit jedoch mit einem weiteren Preisrückgang. Händler berichteten zudem, dass Indien Ende April einen Tender von rund 500.000 t Harnstoff, fast ausschließlich im Iran, gekauft hat.
 
Fester Euro macht Importe billiger
Auch am P-Düngermarkt haben indische Einkäufer rund 200.000 t DAP in Nordamerika gekauft und verhandeln zudem über weitere Lieferungen mit China. Dabei hatten die DAP-Preise im April am Weltmarkt nachgegeben, legten zum Ende des Monats jedoch wieder etwas zu. Auch die Preise für Ammonium sind im April sowohl am Schwarzen Meer (Yuhzhny) als auch in Nordamerika leicht zurückgegangen.
 
Dagegen blieben die Preise für Kalidünger relativ stabil, wobei es mit China weitere große Lieferabschlüsse zum Preis von 315 USD/t (einschließlich Frachtkosten) gab. Druck auf die Importpreise der die Europäer dürfte von dem seit Mitte April wieder kräftig an Wert gewinnenden Euro ausgehen. Kurz vor dem Monatswechsel notiert der Euro bei knapp 1,12 USD und damit fast 6 % höher als vor 14 Tagen (1,058).
 
Harnstoffpreise für Mai etwas gestiegen
Ende April wurde geprillter Harntoff am ukrainischen Exporthafen Yuzhny für die Verladung im Mai für 260 USD/t angeboten und damit knapp 12 USD höher als vor 14 Tagen. Die Angebotspreise für Juni und August lagen in Yuzhny zwischen 255 USD/t und 260 USD und damit ähnlich hoch wie für den Mai. Auch in Ägypten haben sich die Exportpreise für granulierten Harnstoff stabilisiert und liegen für den Monat Mai bei 280 USD/ und damit bei 285 USD/t ähnlich hoch wie vor zwei Wochen. Der Junitermin kostet in Ägypten ebenfalls 280 USD/t. Im Mittleren Osten fordert man für granulieren Harnstoff an den dortigen Exporthäfen für den Mai 275 USD und damit 15 USD mehr als vor zwei Wochen (260 USD/t).
 
DAP-Preise am Weltmarkt uneinheitlich
Bei Phosphor-Dünger (DAP) entwickeln sich die Preise in den letzten beiden Wochen uneinheiltlich. An den wichtigsten nordamerikanischen Handelsplätzen gingen die Preisforderungen für DAP-Dünger in den letzten 14 Tagen von 465 USD auf knapp 460 USD nach unten. Für den Mai und Juni liegen die Preisforderungen an den nordamerikanischen Handelsplätzen (Frühjahrsbestellung) allerdings wieder bei 475 USD/t. Die Importpreise für MAP-Dünger nach Brasilen sind zuletzt ebenfalls leicht angezogen und liegen in dieser Woche noch bei 475 USDT nachdem die Preise vor 14 Tagen schon einmal auf 469 USD/t abgesackt waren. Russischer DAP-Dünger wurde Ende April rund 5 bis 10 USD günstiger für 465 bis 470 USD/ (fob Ostseehäfen) angeboten.
 
Harnstoff unverändert, KAS-Preise bröckeln
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Ende April etwa 345 Euro und damit eben so viel wie vor zwei Wochen (345 Euro/t). Die Spotmarkpreise für Kalkammonsalpter (KAS) haben zuletzt hingegen etwas nachgegeben. Ende April kostete KAS an den deutschen Importhäfen rund 280 Euro/t und damit etwa 5 Euro weniger als vor 14 Tagen. Die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) blieben an den deutschen Spotmärkten relativ stabil. Ende April kostet der Flüssigdünger an den deutschen Importhäfen knapp 225 Euro.
 
Preise für P-Dünger wieder gestiegen, Kali stabil
Die Preise für P-Dünger (DAP) sind in der zweiten Aprilhälfte an den deutschen Importhäfen (in Euro) wieder gestiegen. Kurz vor dem Monatswechsel lagen die Spotmarktpreise bei 530 Euro/t und damit etwa 10 Euro höher als vor 14 Tagen (520 Euro/t). Relativ unverändert blieben zuletzt die Spotmarktpreise für Kalidünger (Kornkali). Ende April lagen die Preise weiterhin bei rund 270 Euro/t. Am Weltmarkt waren die Kalipreise zuletzt ebenfalls stabil. So meldet man aus Brasilien weiterhin Importpreise (cif) von 335 USD/t. Aus Südostasien meldet man ebenfalls Importpreise für Kalidünger von etwa 335 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke
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