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Analyse

Harnstoff und DAP teurer, KAS billiger

von , am
11.06.2015

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
 
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Anfang Juni wieder zwischen 345 Euro/t und 350 Euro/t und damit rund 15 Euro mehr als in der zweiten Maihälfte und etwa 5 Euro mehr als vor vier Wochen. Grund für die trotz des festen Euro wieder steigenden Harnstoffpreise sind die zuletzt ebenfalls wieder anziehenden Weltmarktpreise auf Grund weiterer umfangreicher Zukäufe Indiens und gleichzeitig aus saisonalen Gründen nur in begrenztem Umfang verfügbarer Mengen aus China. Das dürfte wohl im Juni und auch Anfang Juli noch so bleiben. Danach ist allerdings mit kräftig wachsenden Angebotsmengen aus China sowie wieder nachgebenden Harnstoffpreisen am Weltmarkt zu rechnen.
 
Ohnehin ist das derzeitige Preisniveau bei  Harnstoff am Weltmarkt niedriger als in den letzten drei Jahren und dass wird  wohl erst einmal auch so bleiben. An den deutschen Spotmärkten (Importhäfen) kostet Harnstoff hingegen etwa 10 Euro mehr als vor einem Jahr (340 Euro).
 
Preise für KAS gehen zurück
Kalkammonsalpeter (KAS) kostete an den deutschen Spotmärkten Anfang Juni 260 Euro und damit rund 20 Euro weniger als vor vier Wochen (280 Euro/t). Gründe für den Preisrückgang dürften neben dem festeren Euro auch die etwas niedrigeren Ammoniumpreise am Weltmarkt  (unter 400 USD) sein. Im Vergleich zum Vorjahr (270 Euro) kostet KAS in Deutschland derzeit ebenfalls etwa 10 Euro weniger.
 
Die Spotmarkt-Preise für Ammoniumharnstofflösung (AHL) sind Anfang Juni mit rund 220 Euro je t etwas niedriger als vor vier Wochen (225 Euro). Gegenüber den Preisen von 2014 (210 Euro) kostet AHL in Deutschland jedoch etwa 10 Euro mehr.
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P-Dünger ebenfalls etwas teurer
Die Preise für P-Dünger (DAP) lagen an den deutschen Spotmärkten Anfang Juni etwa bei 515 Euro und waren damit im Vergleich zum Mai (505 Euro/t) um etwa um 15 Euro gestiegen. Hintergrund war auch hier ein moderater Anstieg der Weltmarkpreise. Ähnlich wie bei Harnstoff erwarten Analysten jedoch auch bei DAP spätestens ab Juli wieder nachgebende Weltmarkpreise, denn auch in diesem Marktsegment hat China dann aus saisonalen Gründen deutlich mehr Ware für den Export zur Verfügung.
 
Preisdämpfend auf die Mineraldünger-Importe der Europäer wirkt sich im Juni der wieder an Wert gewinnenden Euro. Am 10. Juni notiert der Euro bei rund 1,133 USD und damit 3,3 % höher als zum Monatsbeginn (1,097). (
 
Dr. Olaf Zinke
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