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Analyse

Harnstoff fällt auf Fünfjahrestief, P-Dünger billiger

von , am
02.04.2015

Dem massiven Druck vom Weltmarkt müssen die Harnstoffpreise auch in Deutschland und Europa nachgeben.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
 
Dem massiven Druck vom Weltmarkt müssen die Harnstoffpreise auch in Deutschland und Europa nachgeben. Trotz des (wieder) schwächeren Euros gehen die Harnstoffpreise  auch an den deutschen Importhäfen zurück. Der wichtigste internationale Indikatorpreis am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuzhny ist für die Verladung im April auf rund 250 USD/t gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2010 also seit rund 5 Jahren. Und die Aussichten für die nächsten Monate sind sogar noch etwas niedriger.
 
China drückt auf die Preise
Grund für den Preisverfall ist der Angebots- und Preisdruckdruck aus China bei Harnstoff und auch bei P-Dünger. In den beiden ersten Monaten des aktuellen Kalenderjahres exportierten die Chinesen bereits 3,0 Mio. t Harnstoff und damit 127 %, mehr als vor einem Jahr und chinesischen P-Dünger-Ausfuhren steigen auf 0,92 Mio. t und damit um rund 65 %. Vor diesem Hintergrund und einem auch bei anderen Exporteuren (Russland; Nordamerika) keineswegs knappen Angebot, haben die DAP-Preise am Weltmarkt zuletzt kräftig nachgegeben und fielen von März bis April um rund 30 USD auf etwa 450 USD. Bei der Verladung zur Jahresmitte liegen die Preisvorstellungen für DAP derzeit nur noch bei 435 USD/t. 
 
Harnstoffpreise auf Fünfjahrestief
In dieser Woche wurde geprillter Harntoff am ukrainischen Exporthafen Yuzhny für die Verladung im April für rund 250 USD/t angeboten und damit knapp 30 USD billiger als im März und 50 USD/ t billiger als im Februar. Da sind die niedrigsten Harnstoffpreise seit Juli 2010 also seit rund 5 Jahren. Die Angebotspreise für Juni lagen aktuell bei 240 USD/t und damit nochmals 10 USD/t niedriger. Auch in Ägypten sind die Exportpreise für granulierten Harnstoff weiter gefallen und liegen für den April bei rund 305 USD/T und damit 10 USD/t niedriger im März (315 USD) und der Junitermin kostet in Ägypten derzeit noch rund 300 USD/t. Im dem Mittleren Osten fordert man für granulieren Harnstoff an den dortigen Exporthäfen für den April 270 USD/T und damit 25 USD weniger als im März mit 295 USD/t.
 
DAP-Preise fallen am Weltmarkt deutlich
Auch bei Phosphor-Dünger (DAP) sind die Preise am Weltmarkt weiter gefallen. An den wichtigsten nordamerikanischen Handelsplätzen gaben die Preisforderungen für DAP-Dünger von 485 USD im März  bis auf 450 USD im April nach. Ähnliche Preisforderungen von 450 USD/t bis 460 USD/t für die Lieferung von DAP nach Indien hört man aktuell aus Russland (Eurochem) und aus China (Wengfu). Für die Verladung im Juni kostet DAP in den USA (Tampa) nur noch 445 USD und für den Zeitraum August liegen die Angebotspreise nur noch bei 435 USD. 
 
Harnstoff auch in Deutschland billiger
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) kostete Harnstoff (granuliert) Anfang April etwa 345 Euro und damit 5 Euro weniger als vor zwei Wochen (350 Euro/t) und etwa 15 Euro weniger als im Februar (360 Euro). Die Spotmarkpreise für Kalkammonsalpter (KAS) sind seit Mitte März (in Euro) relativ unverändert geblieben, nachdem die Preise Anfang März wegen des schwachen Euro sogar etwas gestiegen waren. Anfang April kostete KAS an den deutschen Importhäfen rund 285 Euro/t. Die Preise für Ammonium-Harnstofflösung (AHL) waren an den deutschen Spotmärkten im März ebenfalls moderat gestiegen. Anfang April kostet der Flüssigdünger an den deutschen etwa 225 Euro.  
 
Preise für P-Dünger dürften nachgeben
Die Preise für P-Dünger (DAP) sind im März an den deutschen Importhäfen (in Euro) gestiegen. Ursache können eigentlich nur temporäre Lieferengpässe sein, denn an den internationalen Handelsplätzen bewegten sich die Preise zuletzt kräftig nach unten. Vor dem Hintergrund der Entwicklung am Weltmarkt ist bei DAP trotz des schwachen Euros in den nächsten Wochen wohl eine deutliche Korrektur nach unten zu rechnen. Moderat gestiegen sind zuletzt auch die Spotmarktpreise für Kalidünger (Kornkali). Ende März lagen die Preise bei knapp 270 Euro/t. Dies entspricht auch der aktuellen Preisentwicklung am Weltmarkt wo die Preise nach dem etwas höheren Abschluss Chinas mit Liefernaten aus Weißrussland und Nordameirka nun auch bei anderen Exporteuren moderat zulegen.
 
  Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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