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Analyse

Harnstoff im Frühjahr wieder billiger

von , am
13.02.2014

Für den März zeigen die internationalen Spotmarkpreise schon wieder deutlich nach unten.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Harnstoff und andere Stickdünger sind an den globalen Handelsplätzen im Januar weiter gestiegen und haben im Februar diesen Stand überwiegend gehalten. Ein Grund für den Preisanstieg war der saisonal übliche Nachfrageschub aus Nordamerika, Europa und Südamerika. Hinzu kamen jedoch massive ökonomisch und politisch verursachte Lieferschwierigkeiten in Nordafrika und Ägypten. So verschob sich der Start einer sehr großen Produktionsanlage in Algerien (Sofert) erneut und in Ägypten bestehen offenbar unverändert Probleme mit der Gasversorgung der Anlagen. Händler berichteten, dass der größte Teil der ägyptischen Produktion für den heimischen Markt benötigt wird und nur wenig Ware für den Export bleibt. Entsprechend mussten sich europäische und andere Importeure kurzfristig nach andern Lieferanten umsehen und trieben damit die Preise weiter nach oben.
 
Gestiegene Preise kurbeln Produktion an
Für den März zeigen die internationalen Spotmarkpreise allerdings schon wieder deutlich nach unten. Das gilt insbesondere für die Schwarzmeerländer, aber auch für Nordamerika sowie für Nordafrika und Saudi-Arabien. Die kräftig gestiegenen Preise haben weltweit die Produktion angekurbelt und sorgen trotz der Lieferprobleme in Ägypten und Algerien für ein weiter wachsendes Angebot. Etwas überraschend hat sich China (trotz der jüngsten kräftigen Senkung seiner Exportzölle) bislang noch nicht besonders aggressiv an den Exportmärkten bemerkbar gemacht. Allerdings fehlten zuletzt auch die großen Einkäufer aus Indien und Pakistan am Markt, um größere Liefermengen zu mobilisieren. Auch aus dem Iran kam nach Händlerberichten aufgrund finanzieller Restriktionen zuletzt kaum Ware auf den internationalen Markt.
 
Spotmarktpreise ab März wieder niedriger
Der wichtigste globale Indikatorpreis am Schwarzmeerhafen Yuzhny lag im Januar bei rund 350 USD/t und war damit 20 USD/t höher als im Vormonat. Im Februar lagen die Spotmarktpreise in Yuzhny ebenfalls bei rund 350 USD/t. Im Vergleich zum Februar 2013 waren die Preise allerdings rund 60 Euro oder 15 % niedriger. Für den März geht es mit den Kontraktpreisen schon wieder bis auf 335 USD/t nach unten. In Ägypten kostete die verfügbare Ware im Februar allerdings (noch) 430 USD/t und damit deutlich mehr als am Schwarzen Meer oder auch bei anderen wichtigen Exporteuren.
 
Preise auch in Deutschland kräftig gestiegen
An den deutschen Ostseehäfen kostete der dort umgeschlagene granulierte Harnstoff Mitte Februar etwa 345 Euro/t und damit 15 Euro mehr als im Januar. Im Februar des letzten Jahres war Harnstoff im deutschen Großhandel allerdings rund 55 bsi 60 Euro teurer. Danach gaben die Preise für Harnstoff und andere Stickstoffdünger bis zum Herbst 2013 deutlich nach. Die Großhandelspreise für KAS-Dünger lagen im Februar 2014 bei knapp 270 Euro/t und waren damit ebenfalls 10 Euro höher als im Januar, jedoch rund 15 Euro niedriger als im Februar 2013. Die Preise für flüssigen AHL-Dünger bewegten sich an den Ostseehäfen Mitte Februar bei 230 Euro/t und sind gegenüber dem Januar besonders kräftig um gut 20 Euro gestiegen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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