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Analyse

Harnstoff kostet wieder weniger

von , am
13.03.2014

Die Preise für Harnstoff haben im März an den internationalen Spotmärkten nachgegeben und werden wohl auch im April weiter fallen.

© agrar-press

 
Die Preise für Harnstoff haben im März an den internationalen Spotmärkten nachgegeben und werden wohl auch im April weiter fallen. Von der letzten Preisspitze im Januar bis zum März sind Spotmarktpreise für Harnstoff um knapp 10 % zurückgegangen. Für den April sieht es derzeit nach einem weiteren Rückgang von mindestens 5 % aus und bis Juli fallen die Preise an den Spotmärkten weiter. Allerdings besteht zunehmend Unsicherheit an den Märkten über die künftigen Produktions- und Liefermöglichkeiten der Ukraine. Das Land am Schwarzen Meer ist einer der wichtigsten globalen Anbieter von Harnstoff und Stickstoff (Ammonium) am Weltmarkt. Bislang hatte die Ukraine bei Harnstoff und anderen Stickdüngern (wie bei Getreide) allerdings keine erkennbaren Lieferprobleme.
 
Produktionskosten in der Ukraine steigen
Am wichtigsten Umschlagplatz in Yuzhny sind die Harnstoffpreise zuletzt sogar weiter gefallen. Allerdings wird sich das von Russland an die Ukraine gelieferte Erdgas ab dem zweiten Quartal 2014 um mehr als ein Drittel (37 %) verteuern. Die zentrale Bedeutung von Erdgas für die Höhe der Produktionskosten entscheidet jedoch ganz wesentlich über die Entwicklung ukrainischen Exportpreise und der Wettbewerbsfähigkeit der Ukraine am Weltmarkt. Auch die weitere Angebotsentwicklung am Weltmarkt wird durch die Ukraine mitbestimmt.
 
Spotmarkpreise fallen deutlich
Ab Juli ( in der Phase niedriger Exportzölle) dürften allerdings die Chinesen erneut mit großen Mengen billigem Harnstoff auf die Märkte drängen und auch die Weltmarktpreise bestimmen. In den USA zeigen die Harnstoffpreise an den dortigen Spotmärkten zuletzt derzeit jedenfalls deutlich nach unten. Dort geht man derzeit für den Zeitraum März bis zum Juli von einem kräftigen Preisrückgang um etwa 20 % bzw. 90 USD/t aus. Am Schwarzmeerhafen Yuzhny lag der bislang wichtigste globale Indikatorpreis im März nur noch bei etwa 325 USD/t und war damit rund 25 USD/t niedriger als im Vormonat. Für den Monat April geht es mit den ukrainischen Kontraktpreisen (fob-Yuzhny) derzeit bis auf 305 USD/t nach unten.
 
Spotmarktpreise auch in Deutschland rückläufig
An den deutschen Ostseehäfen kostete der dort umgeschlagene granulierte Harnstoff Mitte März im Schnitt 340 Euro/t und damit 5 Euro weniger als im Februar. Die Großhandelspreise für KAS-Dünger lagen im März hingegen bei knapp 275 Euro/t und waren damit 5 Euro höher als im Vormonat. Die Preise für flüssigen AHL-Dünger bewegten sich an den Ostseehäfen Mitte März bei 240 Euro/t und damit nochmals rund 10 Euro über dem bereits sehr hohen Niveau des Vormonats.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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