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Analyse

Harnstoffpreise fallen weiter, KAS unverändert

von , am
15.10.2015

An den deutschen Importhäfen sind die Preise für Harnstoff weiter gefallen.

© landpixel
 
An den deutschen Importhäfen kostete Harnstoff (granuliert) Mitte Oktober nur noch 295 Euro. Das waren nochmals 15 Euro niedrigere Spotmarkpreise als vor vier Wochen (305 bis 310 Euro) und sogar 50 Euro niedrigere Preise als zu Jahresmitte (345 Euro). Auch am Weltmarkt sind die Preise im September weiter kräftig gefallen. Der wichtigste internationale Indikatorpreis am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuzhny fiel von etwa 275 USD/t im August auf weniger als 260 USD/t im September. Die Kontraktpreise für den nachfolgenden Novembertermin liegen sogar unter 250 USD/t (fob).
 
Damit kostet Harnstoff am Weltmarkt etwa 73 USD bzw. 23 % weniger als vor einem Jahr. Für die nachfolgenden Termine zeigen die Kontraktpreise sogar noch weiter nach unten bis unter die Marke von 240 USD/t. Dabei sind die Angebotspreise nicht nur nur am Schwarzen Meer und in China sehr niedrig sondern auch für die ebenfalls reichlich verfügbare Ware aus dem Iran, aus Nordafrika und aus dem Mittleren Osten.
 
Im September wurde ein indischer Tender für einen durchschnittlichen Preis von 274 USD (cif) beliefert (Iran, China) und kostete damit 11 USD weniger als vier Wochen zuvor. Auch aus Nordwesteuropa berichteten Händler über anhaltenden Preisdruck.
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KAS-Preise kaum verändert, Ammonium fester
Kalkammonsalpeter (KAS) kostete Mitte Oktober an den deutschen Importhäfen der Ostsee etwa 250 Euro und damit ähnlich viel bzw. geringfügig weniger als vor vier Wochen (250-255 Euro/t). Vor einem Jahr lagen die KAS-Preise an den deutschen Importhäfen etwa bei 263 Euro/t und waren rund 13 Euro höher als in diesem Jahr. Die Ammoniumpreise sind am Weltmarkt im September ganz leicht gestiegen.
 
Der wichtigste Indikatorpreis für Ammonium am ukrainischen Schwarzmeerhafen Yuzhny stieg moderat von 390 bis 395 USD/t im August, auf 395 bis 405 USD/t im September. Im Mittleren Osten legten die Ammoniumpreise wegen umfangreicher indischer Einkäufe ebenfalls von  etwa 395 USD/t bis 425 USD/t im August, bis auf 410 bis 435 USD im September zu. Dennoch waren die Ammoniumpreisedamit  im September 2015 knapp 150 USD niedriger als im September 2014 (543 USD).
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Preise für P-Dünger dürften weiter fallen
Die Preise für P-Dünger (DAP) lagen zum gleichen Zeitpunkt an den deutschen Spotmärkten an der Ostsee etwa bei 485 Euro und waren damit ähnlich hoch wie vor vier Wochen (485 Euro/t) jedoch etwa 45 Euro höher als vor einem Jahr (440 Euro) . Am Weltmarkt haben die DAP-Preise im September ebenfalls nur leicht nachgegeben und bewegten sich etwa bei 460 USD/t (fob).
 
Allerdings erwartete man für den Herbst 2015 einen deutlichen Rückgang der Weltmarktpreise für DAP. Auch für die nachfolgenden Monate zeigen die Kontraktpreise an den Exporthäfen am US-Golf  derzeit  weiter nach unten.
Vor einem Jahr (September) lagen die DAP-Preise am Weltmarkt etwa bei 480 USD/t und waren damit rund 20 Euro höher als in diesem Jahr. In den darauffolgenden Monaten (bis November 2014) gingen die DAP-Preise dann jedoch bis auf 450 USD zurück.
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Kalipreise leicht gestiegen
Die Preise für Kalidünger (Kornkali) lagen Mitte Oktober an den deutschen Ostseehäfen etwa bei 270 Euro und waren damit rund 5 Euro höher als vor vier Wochen (265 Euro/t) und etwa 14 Euro höher als im vorigen Jahr (256 Euro). Am Weltmarkt haben die Kali-Preise im September indessen ganz leicht nachgegeben und bewegten sich etwa bei 300 USD/t (fob). Vor einem Jahr lagen die Kali-Preise am Weltmarkt etwa bei 287 USD/t und waren rund 13 Euro niedriger als in diesem Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke
 

 
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