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Analyse

Kalidünger ein Drittel billiger als im Vorjahr

von , am
17.06.2014

Zu ähnlich niedrigen Preisen wurde Kalidünger (KCL/MOP) an den internationalen Märkten zuletzt im Januar 2008 also vor etwa 6 Jahren gehandelt.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der Preisrückgang am internationalen Markt für Kalidünger setzt sich erst einmal nicht fort. Die Spotmarktpreise sind im April und Mai an den internationalen Exporthäfen jedenfalls nicht weiter gefallen. Zu ähnlich niedrigen Preisen wie im Mai 2014 wurde Kalidünger (KCL/MOP) an den internationalen Märkten zuletzt im Januar 2008 also vor 6 Jahren gehandelt. Von Januar 2014 bis April/Mai 2014 gaben die Kalipreise allerdings noch einmal um etwa 40 USD/t nach und im Vergleich zum Vorjahr ist das Preisniveau derzeit 30 % bzw. mehr als 100 USD/t niedriger.
 
Kalidünger in Nordamerika 100 USD/t billiger als 2013
Für den Mai (wie schon im April) lagen die der Exportpreise für Kalidünger an den kanadischen Exporthäfen (fob-Vancover) bei knapp 290 USD/t. Vor 12 Monaten mussten Importeure an der gleichen Stelle noch 390 USD/t ausgeben und vor zwei Jahren sogar 460 USD/t. Bis Mitte Juni haben sich die Exportpreise nicht wesentlich verändert, obwohl die Ausfuhrmengen zumindest auf dem Vorjahresniveau liegen und die Bestände bei den großen Exporteuren (vor allem in Nordamerika) stetig abschmelzen. Allerdings hat der lange Winter in Nordamerika und insbesondere in Kanada zu logistischen Problemen (Lieferengpässe/Bestandsabbau) während der Frühjahrbestellung geführt.
 
Nordamerikas Exporte auf Vorjahresniveau
Insgesamt entsprechen die Kaliexporte (MOP) aus Nordamerika (USA und Kanada) in den bislang abgerechneten 11 Monaten des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 (Juli bis Juni) mit 8,17 Mio. t in etwa der Ausfuhrmenge des Vorjahres mit 8,25 Mio. t. Die Produktion wird Nordamerika für den gleichen Zeitraum ebenfalls relativ stabil mit 15,8 Mio. t (Vj: 15,94 Mio. t) angegeben. Die nordamerikanischen Endbestände für lagen im Mai bei 2,35 Mio. t und damit knapp 10 % niedriger als im April und sogar 20 % niedriger als im letzten Jahr (2,9 Mio. t). Die wichtigsten Abnehmer für die Ausfuhren aus Nordamerika waren zuletzt die marktbestimmenden Importeure Brasilien, China, Indien und Malaysia
 
Brasilen mit Rekordimporten
Brasiliens Kaliimporte sind nach einem neuen Rekordhoch im April im Mai deutlich um etwa 18 % auf 0,752 Mio. t (April 0,92 Mio. t) zurückgegangen. Von Januar bis Mai 2014 lag die Einfuhrmenge bei 3,5 Mio. t und damit deutlich höher als 2013 mit 2,8 Mio. t. und auch deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 2,5 Mio. t. Für das gesamte Jahr 2014 erwarten Analysten brasilianische Importe von 8,5 Mio. t und damit einen neuen Einfuhrrekord. Die Einfuhrpreise für Kali/MOP in Brasilien lagen Mitte Juni (einschließlich Fracht) wie schon im Mai bei 350 USD/t. Im letzten Jahr musste Brasilien zum gleichen Termin 445 USD/t ausgeben und damit knapp 100 USD/t mehr.
 
Chinas Importe noch unter Vorjahr, Preise sehr niedrig
China hat von Januar bis April 2014 etwa 2,38 Mio. t Kalidünge importiert und damit rund 10 % weniger als im letzten Jahr (2,67 Mio. t) allerdings deutlich mehr als im langjährigen Mittel (2,1 Mio. t). Das Tempo der Einfuhren hat sich zuletzt jedoch spürbar erhöht. Rund ein Drittel der chinesischen Importe kommen nach Einschätzung von Analysten aus Russland (Uralkali). Im letzten Jahr erreichten die chinesischen Gesamtimporte etwa 6,0 Mio. t . Analysten gehen derzeit (trotz des aktuellen Rückstands) von einer Gesamteinfuhr von etwa 6,5 Mio. t aus und damit von der höchsten Einfuhrmenge seit 7 Jahren. Die Importpreise wurden für den Mai mit 305 USD/t angegeben (einschließlich Fracht) und damit eben so hoch wie für den April jedoch deutlich niedriger als im letzten Jahr mit 400 USD/t.
 
Indiens Importpreise deutlich unter Vorjahr
Indiens Kaliimporte begannen im ersten Monat de neuen indischen Wirtschaftsjahres (April bis März) mit 0,1 Mio. t erst einmal unter dem Vorjahreswert (0,21 Mio. t ) und auch deutlich unter dem langjährigen Mittel von 0,267 Mio. t: Dabei lag die indische Einfuhrmenge im letzten Jahr bei etwa 3,2 Mio. t und damit 30 % über dem sehr schwachen Importjahr 2012/13 mit 2,2 Mio.t Mio. t. In den beiden Jahren zuvor hatte Indien jeweils rund 7 Mio. t Kali importiert und auch von 2009 bis 2010 lag die Importmenge bei rund 6 Mio. t. für die neue Saison rechnen US-Analysten wegen der niedrigen Preise mit indischen Importen von 3,6 Mio. t. Die Importpreise lagen im Mai bei 322 USD/t und damit rund 100 USD/t unter den Preisen vom letzten Jahr von 427 USD/ sowie noch deutlich unter den Preisen von vor zwei Jahren (490 USD/t).
 
Kalipreise in Deutschland zuletzt gefallen
An den deutschen Verladehäfen haben die Spotmarkpreise für Kalidünger (Kornkali) seit April kräftig nachgegeben. Bereits im letzten Herbst 2013 hatte der scharfe Preisrückgang am Weltmarkt auch in Deutschland zu einem Preisrückgang von 30 bis 40 Euro/t auf 245 Euro bis 255 Euro/t geführt. Bis März blieben die Spotmarktpreise für Kornkali (40 % KCl) an den deutschen Ostseehäfen dann fast unverändert. Im April sind die Preise für Kornkali dann an deutschen Ostseehäfen relativ kräftig um gut 40 Euro/t bis auf 290 Euro/t gestiegen. Danach ging es bis Anfang Juni jedoch wieder deutlich bis auf knapp 250 Euro/t nach unten damit in etwa auf den Stand vom letzten Herbst. Im Vergleich zu den Preisen von Juni 2013 ist das derzeitige Niveau 30 bis 40 Euro/t bzw. etwa 14 % niedriger. An den internationalen Märkten beträgt der Abstand zu den Vorjahrespreisen derzeit jedoch fast 30 % und ist damit doppelt so hoch.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapass
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