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Analyse

Kalidünger: Nachfrage belebt, Preise höher

von , am
26.03.2014

Die internationalen Spotmarktpreise für Kalidünger sind im März leicht gestiegen .In Deutschland sind Großhandelspreise für Kornkali im März sogar überraschend kräftig gestiegen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die internationalen Spotmarktpreise für Kalidünger sind im März gestiegen. Der Tiefpunkt der Kalidüngerpreise war damit im Februar erreicht und die anziehende  Nachfrage sorgte für etwas höhere Preise. Auch in Deutschland sind Großhandelspreise für Kornkali im März überraschend kräftig gestiegen.  Große Importeure wie Brasilien mussten im März ebenfalls mehr Geld für Kalidünger ausgegeben und auch in Nordamerika zogen die Preise vor dem Beginn der Frühjahrsbestellung an. Allerdings verzögert sich die Aussaat von Mais und Soja im Mittelwesten witterungsbedingt deutlich, was für die weitere Nachfrage nicht günstig ist.
 
Brasilien importiert zu höheren Preisen
Die brasilianischen Importpreise für Kalidünger (MOP) lagen Ende März bei 340 bis 345 USD/t (C&F). Das entspricht in etwa nordamerikanischen Exportpreisen (fob) von 320 USD/t und damit einem Preisanstieg im Vergleich zum Februar von 10 bis 15 USD/t. Brasilien ist nach Einschätzung von Analysten in diesem Jahr der größte Importeur von Kalidünger, mit einem erwarteten Einfuhrvolumen von 8,2 Mio. t nach rund 7,9 Mio. t im letzten Jahr. Die weltweite Handelsmenge (einschließlich des Handels in Nordamerika) könnte nach der Prognose des Herstellers Mosaic von 54 Mio. t (2013) auf 57 Mio. bis 59 Mio. t in diesem Jahr (2014) steigen. Dabei entfallen auf die sogenannten großen 6 der Kalimarktes mit Nordamerika, Brasilien, China, Indien, Indonesien und Malaysia rund zwei Drittel des Welthandels.
 
Chinas Importe steigen kräftig
China Kaliimporte sollen im laufenden Jahr von 5,9 Mio. t auf 6,4 Mio. t steigen. Dabei hatten die Chinesen bereits im Januar zwei Lieferabschlüsse über jeweils 700.000 t zum Preise von 305 USD/t mit dem nordamerikanischen Konsortium Canpotex sowie der russischen Uralkali abgeschlossen und damit auch für eine Bodenbildung der Weltmarkpreise über der 300-USD-Marke gesorgt. Händler halten wegen der relativ stabilen und niedrigen Preise am Weltmarkt jedoch auch ein größeres Importvolumen der Chinesen für möglich. Allein im ersten Halbjahr 2014 rechnet man mit chinesischen Importen von 3,5 Mio. t bis 4,0 Mio. t.
 
Unsichere Prognose für Indien
Auch für Indien erwarten die meisten Händler vor dem Hintergrund der niedrigen Weltmarktpreise eine Belebung der Nachfrage. Anstelle von 3,2 Mio. t Kaliimporten im Wirtschaftsjahr 2013/14 wurden für 2014/15 bisher Einfuhren von 4,0 bis 4,5 Mio. t für möglich gehalten. Allerdings hängt vieles von der weiteren Wert-Entwicklung der indischen Währung und damit auch von den indischen Großhandelspreisen sowie von den staatlichen Zuschüssen beim Einkauf ab. Im Januar 2014 war die Importmenge zwar etwas größer als im Jahr zuvor, jedoch 40 % kleiner als im langjährigen Mittel. Die Nachfrage aus Südostasien (Indonesien/ Malaysia) wird  relativ stabil oder etwas größer erwartet. Derzeit rechnet man mit Einfuhren von 4,3 Mio. t nach 4,3 Mio. t im letzten Jahr. Die aktuellen Importpreise (C&F) der südostasiatischen Länder lagen im März  unverändert niedrig zwischen 320 USD und 330 USD/t.
 
Nachfrage die USA zieht an, Feldarbeiten verzögert
Die Produktion von Kalidünger in Nordamerika schätzten die Analysten von Mosaic für das gesamte Wirtschaftsjahr 2013/14 auf etwa 10,6 Mio. t, nach etwa 10,0 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr und 10,8 Mio. t im langjährigen Mittel. Der nordamerikanische Verbrauch wird für 2013/14 auf 5,7 Mio. t veranschlagt nach 5,2 Mio. t im letzten Jahr und 4,9 Mio. t im langjährigen Mittel. Das Exportvolumen für 2013/14 liegt bei etwa 5,0 Mio. t. Für das neue Wirtschaftsjahr erwartet man ein bei Verbrauch und beim Export eher eine stabile Entwicklung. Im März hatte die Nachfrage deutlich angezogen und die Preise am nordamerikanischen Binnenmarkt legten zu. Jedoch könnten die witterungsbedingten Verzögerungen bei den Feldarbeiten die Preise wieder unter Druck setzten. Immerhin erreichten die Lagerbestände im Februar 3,15 Mio. t und waren damit nur 4 % kleiner als im Vorjahr, jedoch 25 % größer als im langjährigen Mittel.
 
Kalipreise auch in Deutschland gestiegen
An den deutschen Ostseehäfen sind die Spotmarkpreise für Kalidünger im März gestiegen. Im letzten Herbst 2013 hatte der scharfe Preisrückgang am Weltmarkt zunächst auch in Deutschland zu einem Preisrückgang geführt. Bis Februar bewegten sich die Spotmarktpreise für Kornkali (40 % KCl) an den deutschen Ostseehäfen dann fast unverändert zwischen 245 Euro und 255 Euro/t. Im März sind die Preise
(mit der anziehenden internationalen Nachfrage) dann jedoch relativ kräftig um knapp 20 Euro auf etwa 270 Euro/t gestiegen. Im Vergleich zu den Preisen von März 2013 ist das derzeitige Niveau nur noch 20 Euro/t bzw. etwa 7 % niedriger. An den internationalen Märkten beträgt der Abstand zu den Vorjahrespreisen derzeit fast 20 %
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapass
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