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Analyse

Kalidünger: Preise bleiben weiter unten

von , am
25.02.2014

Die globalen Spotmarktpreise für Kalidünger haben zum Beginn des Jahres 2014 weiter nachgegeben.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die globalen Spotmarktpreise für Kalidünger haben zum Beginn des Jahres 2014 weiter nachgegeben. Sowohl im Januar als auch im Februar 2014 kostete Kalidünger am Weltmarkt weniger. Gleichzeitig konnten sich die Preise jedoch knapp über der 300-USD-Marke behaupteten. Niedriger als im Februar 2014 waren die globalen Kalipreise zuletzt im Januar 2008, also vor 6 Jahren. Mit der kräftig anziehenden Nachfrage Anfang des Jahres hat sich der Preisdruck jedoch etwas abgeschwächt. Händler und Hersteller gehen deshalb von einer allmählichen Bodenbildung bei den Preisen aus.
 
China stabilisiert den Preis
Ursache für die Markt- und Preisstabilisierung sind zwei große Liefervereinbarungen Chinas sowohl mit dem russischen Kalihersteller Uralkali als auch mit dem nordamerikanischen Kali-Konsortium Canpotex. Bei beiden Lieferungen wurde ein Preis von etwa 305 USD/t (fob) vereinbart. Das sind rund 100 USD oder 25 % weniger als im letzten Jahr. Anderseits ist der vereinbarte Preis nicht so niedrig wie einige Hersteller (Mosaic) zunächst befürchtet und auch prognostiziert hatten (unter 300 USD). Bestellt haben die Chinesen 700.000 t Kalidünger bei der russischen Uralkali sowie weitere 700.000 t bei Canpotex.
 
Angebot übersteigt weiter die Nachfrage
Trotz der Nachfragebelebung übersteigt das am Markt vorhandene Angebot den Bedarf jedoch weiterhin. So haben die Lagerbestände von Kalidünger in Nordamerika im Januar den fünften Monat in Folge zugenommen. Mit 3,16 Mio. t waren die Bestände nochmals um weitere 0,1 Mio. t größer und lagen zudem deutlich über dem langjährigen Mittel. Die kanadische Potsh Corp meldete indessen, dass sich die verkauften Mengen ebenfalls kräftig zugenommen haben. Die Produktion ist zum Beginn des Jahres jedoch noch schneller gewachsen und hat zu dem weiteren Anwachsen der Bestände geführt. Dabei verzeichnete der kanadische Kalihersteller im Januar einen Anstieg der Kaliexporte von 22 % . Der Verkauf am nordamerikanischen Binnenmarkt hat sogar noch stärker zugenommen. Die noch schneller gewachsene Produktion hat jedoch Anfang 2014 die Preise weiter unten gehalten.
 
Kalipreise in Deutschland unverändert
In Deutschland hatte der scharfe Preisrückgang am Weltmarkt im Herbst 2013 zunächst ebenfalls zu einem Preisrückgang geführt. Die Spotmarktpreise für Kornkali (40 % KCl) an den deutschen Ostseehäfen bewegten sich zum Jahresbeginn 2014 jedoch fast unverändert zwischen 245 Euro und 255 Euro/t. Diese Preisstabilität passt allerdings nicht ganz zur Entwicklung an den globalen Spotmärkten. Dort sind die Preise von Dezember 2013 bis Februar 2014 nochmals um 25 USD/t bis 30 USD/t (etwa 20 Euro) zurückgegangen. Im Vergleich zu den Preisen von Januar 2013, ist das derzeitige Niveau in Deutschland jedoch rund 40 Euro/t bzw. etwa 14 % niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapass
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