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Analyse

Kalidünger: Preise am Weltmarkt seit Monaten stabil

von , am
28.08.2014

Am Weltmarkt bewegen sich die Preise für Kalidünger sei Monaten auf sehr niedrigem Niveau seitwärts.

© Mühlhausen/landpixel
Am Weltmarkt bewegen sich die Preise für Kalidünger sei Monaten auf sehr niedrigem Niveau seitwärts. Gleichzeitig ist das Preisniveau an den Verladehäfen der großen Kali-Exporteure so niedrig wie seit 6 Jahren nicht mehr (Januar 2008). Analysten halten für das dritte Quartal einen moderaten Preisanstieg für möglich. Entscheidend wird sein welche Preise der russische Kaliriese Uralkali mit seinem chinesischen Großabnehmern aushandeln kann. Diese Vereinbarungen werden auch die Richtung für die Preisentwicklung 2015 vorgeben. An den deutschen Verladehäfen an der Ostsee haben sich die Preise für das dort umgeschlagene Kornkali seit etwa drei Monaten bei etwa 250 Euro/t eingependelt. Das sind etwa 30 Euro weniger als im Sommer 2013 jedoch etwas mehr als zum letzten Tiefpunkt der Preise im Herbst 2013.
 
Weltmarktpreise stabil, logistische Probleme in den USA
Für den Juli lagen die Spotmarktpreise für Kalidünger an den kanadischen Exporthäfen (fob-Vancover) unverändert bei knapp 290 USD/t. Ähnlich war das Preisniveau bei anderen Exporteuren. Vor 12 Monaten (Juli 2013) mussten Importeure an der gleichen Stelle noch 320 USD/t ausgeben und vor zwei Jahren 385 USD/t. Von April bis Juli haben sich die Exportpreise damit fast nicht verändert. In Kanada und den USA war es im Frühjahr jedoch zu erheblichen logistischen Problemen bei der Lieferung gekommen und die Preise waren wegen der damit verbundenen Angebotsverknappung am US-Markt kräftig gestiegen. Bis in den Juli hinein waren die Kali-Preise am US-Binnenmarkt deshalb deutlich höher als Weltmarkt.
 
Bestände in Nordamerika deutlich geschrumpft
Insgesamt entsprechen die Kaliexporte (MOP) aus Nordamerika (USA und Kanada) in den 12 Monaten des im Juni zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahres 2013/14 (Juli bis Juni) mit 9,18 Mio. t in etwa der Ausfuhrmenge des Vorjahres (9,26 Mio. t). Im Juni ging die Exportmenge gegenüber Mai allerdings um 9 % auf rund 1,0 Mio. t zurück. Die Produktion von MOP wird Nordamerika für das Wirtschaftsjahres 2013/14 (Juli bis Juni) relativ stabil mit 17,3 Mio. t (Vj.: 17,3 Mio. t) angegeben. Die nordamerikanischen Endbestände lagen im Juni bei 2,22 Mio. t und damit 7 % niedriger als im Mai und sogar 25 % niedriger als im letzten Jahr (2,9 Mio. t). Die wichtigsten Abnehmer für die Ausfuhren aus Nordamerika waren die marktbestimmenden Importeure Brasilien, China, Indien und Malaysia.
 
Brasilen importiert Rekordmengen, Einfuhrpreise stabil
Brasiliens Kaliimporte lagen im Juni bei 0,89 Mio. t etwa 18 % höher als im Mai mit 0,75 Mio. t und erreichten fast den bisherigen Monatsrekord von April mit 0,92 Mio. t. Von Januar bis Juni 2014 lag die Einfuhrmenge bei 4,37 Mio. t und damit 22 % höher als 2013 mit 3,57 Mio. t und auch deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 3,2 Mio. t. Für das gesamte Jahr 2014 erwarten Analysten brasilianische Importe von 8,5 Mio. t und damit einen neuen Einfuhrrekord. Die Einfuhrpreise für Kali MOP in Brasilien lagen Mitte Juli (einschließlich Frachtkosten) wie schon im Mai und im Juni bei etwa 350 USD/t. Im letzten Jahr musste Brasilien zum gleichen Termin 440 USD/t ausgeben und damit 90 USD/t mehr.
 
Chinas Importe im Juni rückläufig, Preise weiter niedrig
China hat von Januar bis Juni 2014 etwa 3,87 Mio. t Kalidünger importiert und damit rund 6 % mehr als im letzten Jahr (3,6 Mio. t) und deutlich mehr als im langjährigen Mittel (3,2 Mio. t). Das Tempo der Einfuhren hat sich zuletzt jedoch wieder deutlich verlangsamt. Im Juni lag die Importmenge bei 0,56 Mio. t und war damit 40 % kleiner als im Mai (0,93 Mio. t) jedoch rund 50 % höher als im Juni 2013 (0,36 Mio. t). Im letzten Jahr erreichten die chinesischen Kaliimporte einen Umfang von etwa 6,0 Mio. t. Analysten gehen für das aktuelle Jahr von einer Gesamteinfuhr von etwa 6,7 Mio. t aus und damit von der höchsten Einfuhrmenge seit 7 Jahren. Die Importpreise wurden für den Juni unverändert mit 305 USD/t angegeben (einschließlich Fracht) und damit eben so hoch wie seit April und deutlich niedriger als im letzten Jahr mit 400 USD/t.
 
Indiens Importe nehmen kräftig zu
Indiens Kaliimporte nehmen im dritten Monat (Juni) des indischen Wirtschaftsjahres (April bis März) mit 0,6 Mio. t deutlich zu und liegen 24 % über dem Vorjahreswert (0,49 Mio. t ) und noch weitaus deutlicher über dem langjährigen Mittel von 0,29 Mio. t. Im vorigen Wirtschaftsjahr lag die indische Einfuhrmenge bei etwa 3,2 Mio. t und damit 30 % über dem sehr schwachen Importjahr 2012/13 mit 2,2 Mio.t Mio. t. In den beiden Jahren zuvor hatte Indien jeweils rund 7 Mio. t Kali importiert und auch von 2009 bis 2010 lag die Importmenge bei rund 6 Mio. t. Für die neue Saison rechnen Analysten wegen der niedrigen Weltmarkt-Preise mit einer Zunahme der indischen Importe auf 4,1 Mio. t. Die Importpreise lagen zuletzt bei rund 320 USD/t und damit rund 100 USD/t unter den Preisen vom letzten Jahr von 427 USD/t.
 
Kalipreise an deutschen Spotmärkten seit Monaten stabil
An den deutschen Verladehäfen an der Ostsee bewegen sich die Spotmarkpreise für Kalidünger (Kornkali) seit Juni fast unverändert um die Marke von 250 Euro/t in etwa auf den Stand vom Herbst 2013. Im Vergleich zu den Preisen von August 2013 ist das derzeitige Niveau an deutschen Spotmärkten rund 30 Euro/t bzw. etwa 11 % niedriger. An den internationalen Spotmärkten beträgt der Abstand zu den Vorjahrespreisen derzeit fast 30 % bzw. gut 100 USD/t und ist damit fast dreimal so hoch so hoch.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapass
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