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Analyse

KAS-Preise folgen Ammonium nicht nach unten

von , am
07.01.2015

Auf den scharfen Preisrückgang bei Ammonium haben die Preise für wichtige stickstoffhaltige Dünger (KAS/AHL) am deutschen Markt bislang nicht reagiert.

© Rasbak/CC-SA-BY-3.0 wikimedia
Die Preise für Ammonium sind an den internationalen Handelsplätzen im Dezember sehr kräftig gefallen und setzten auch im Januar des neuen Jahres ihren Preisrückgang fort. Auf den scharfen Preisrückgang bei Ammonium haben die Preise für wichtige stickstoffhaltige Dünger (KAS/AHL) am deutschen Markt bislang nicht reagiert. Im Gegenteil: Zuletzt sind die Preis sogar wieder leicht gestiegen. Hauptursache für die kräftige Preiskorrektur bei Ammonium war die sich bereits im November deutlich abschwächende Nachfrage am Weltmarkt. Vor allem die großen industriellen Einkäufer von Ammonium zur Herstellung von stickstoffhaltigen Düngern drosselten den Einkauf drastisch und setzten die Preise damit massiv unter Druck. Händler nannten hier vor allem China und Indien sowie Abnehmer in Ostasien und im Fernen Osten.
 
USA haben Ammonium exportiert
Anders als bei Harnstoff, wo Analysten im ersten Quartal 2015 und im weiteren Jahresverlauf mit einer kräftigen Ausweitung des globalen Angebots rechnen, bleibt die Versorgunglage bei Ammonium infolge der wirtschaftlich und politisch bedingten Produktionsprobleme einige wichtiger Hersteller wohl noch einige Zeit relativ angespannt. Das könnte bei anziehender Nachfrage in der nördlichen Hemisphäre (Frühjahrbestellung) im ersten Quartal 2015 wohl auch wieder steigende Preise bedeuten, sollten die betroffenen Länder ihre Probleme nicht bald lösen.  Gleichzeitig berichteten Händler vor dem Hintergrund der weiter steigenden US-Produktion von Stickstoffdüngern (niedrige Erdgaspreise),  im Januar 2015 erstmals über den Export von Ammonium aus den USA nach Nordafrika (Marokko).
 
Weltmarktpreise sind um 20 Prozent gefallen
Anfang Dezember wurden für Ammonium am ukrainischen Exporthafen Yuzhny Exportpreise von 590 USD/t (fob) notiert. Bis Ende Dezember fielen die Preise dann bis auf 500 USD/t und für Anfang Januar wurden sogar Preise von 460 USD/t genannt. Gegenüber der letzten Preisspitze vom November 2014 von gut 600 USD/t wäre dies ein Preisrückgang mehr als 20 %. Das Preisniveau des letzten Jahres wurde im Dezember trotz des scharfen Preisrückgangs jedoch noch immer noch um rund 120 USD oder knapp 30 % übertroffen. Aus den USA meldete man Ende Dezember vom wichtigsten Umschlagplatz und Importhafen Tampa Ammoniumpreise (cif) von 545 USD/t. Sechs Wochen zuvor lagen die Preise in Tampa noch bei 640 USD/t und damit rund 100 USD/t höher.
 
Preise für KAS folgen Ammoniumpreisen bisher nicht
Auf den scharfen Preisrückgang bei Ammonium haben die Preise für wichtige stickstoffhaltige Dünger am deutschen Markt bislang nicht reagiert. Im Gegenteil:  Zuletzt sind die Preise für Kalkammonsalpter (KAS) sowie für Ammoniumharnstofflösung (AHL) sogar  wieder etwas gestiegen. Zwar verteuerte der immer weiter fallende Euro auch die Importe von Mineraldüngern und wirkt damit dem in Dollar ausgewiesenen Preisrückgang am Weltmarkt entgegen. Allerdings sind die Ammoniumpreise (-20 %) am Weltmarkt zuletzt weitaus stärker gefallen als der Euro (knapp 6 %) im gleichen Zeitraum abgewertet wurde.
 
Ende November nannten Händler an den Verladestellen der Ostseehäfen KAS-Preise von etwa 275 Euro/t und damit 10 Euro bis 15 Euro mehr als im Oktober. Anfang Dezember gaben die KAS-Preise an den deutschen Ostseehäfen  dann mit den Weltmarktpreisen für Ammonium etwas nach und fielen unter die Marke von 270 Euro. Im Verlauf des Dezembers legten die KAS-Preise jedoch wieder auf knapp 275 Euro zu und halten sich auch Anfang Januar auf diesem Niveau. Im Vergleich zum Dezember 2013 (245 Euro) war das Preisniveau im Dezember 2014  damit etwa 25 Euro bis 30 Euro bzw. rund 12 % höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanger
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