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Analyse

Kräftiger Preissprung bei P-Dünger

von , am
21.01.2014

Die Preise für Phosphordünger sind an den internationalen Spotmärkten (und in Deutschland) kräftig gestiegen und ziehen bis Februar offenbar weiter kräftig an.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Phosphordünger sind an den internationalen Spotmärkten (und an den Spotmärkten in Deutschland) von Dezember bis Januar um mehr als 10 % gestiegen und ziehen bis Februar offenbar weiter kräftig an. Auslöser war unter anderem eine kräftig anziehende Nachfrage aus Südamerika, Europa und Afrika. In Südamerika hatten die Feldarbeiten (Aussaat) bei Soja und Mais die Nachfrage angekurbelt. In Europa sind die Läger vieler Händler leer und bis zur Frühjahresbestellung dauert es nicht mehr allzu lange. Auch in Nordamerika beginnt allmähliche die Bevorratung von Händlern und Landwirten für die bevorstehende Aussaat von Mais und Soja.
 
Nachfrage übersteigt (kurzfristig)Angebot
Die kräftig anziehende Nachfrage nach P-Dünger trifft offenbar auf ein regional deutlich reduziertes Angebot. Viele Hersteller hatten die Produktion mit den kräftig fallenden Preisen im letzten Jahr erheblich gedrosselt. Das traf sowohl auf die meisten nordafrikanischen Anbieter zu als auch auf die großen Hersteller in Nordamerika. Die Folge des zuletzt knappen sehr Angebots war ein kräftiger Sprung bei den Weltmarktpreisen. So kletterten die Spotmarkpreise für DAP-Dünger in Nordamerika von ihrem letzten Tiefpunkt von etwa 350 USD/t im November bis auf 370 USD /t Dezember. Mitte Januar lagen die Preise dann schon bei 415 USD/t. Für den Februar werden derzeit (wegen der regionalen Angebotsengpässe) 450 USD/ t gefordert und auch gezahlt.
 
Steigende Preise kurbeln Produktion an
Mitte Januar berichteten Händler das Einkäufer aus Westeuropa in Litauen DAP-Dünger für 450 USD bis 460 USD/t gekauft haben, da das verfügbare Angebot aus Nordafrika (Tunesien, Marokko, Jordanien) nach wie vor begrenzt ist. Lediglich aus Saudi-Arabien sind zuletzt größere Mengen DAP-Dünger nach Kenia oder auch nach Äthiopien geflossen. Mittlerweile sind die Bestellbücher der meisten nordafrikanischen Hersteller voll und die Produktion sowie die Exporte werden kräftig angekurbelt. Dies gilt im übrigen auch für die großen Hersteller in Nordamerika (Mosaic, Potash), wo die Preise zuletzt sowohl im Export als am Binnenmarkt kräftig zulegten.
 
Bis Februar steigen die Preise
Wann der sich abzeichnende Produktions- und Angebotszuwachs den aktuellen Preisanstieg abbremst ist noch nicht zu erkennen. Bis Februar zeigen die Kontraktpreise für P-Dünger jedenfalls deutlich nach oben. An den Spotmärkten in Nordamerika sind DAP-Preise für den Januar mit 415 USD/t jedenfalls 65 USD/ höher als im November und die Preisforderungen für den Februar liegen mit 450 USD/t bereits 100 USD/t über dem letzten Tiefpunkt. Im Januar 2013 kostete DAP-Dünger am Weltmarkt allerdings 485 USD/t und damit war 70 USD/t teurer als im Januar 2014 und die Preisspitze des letzten Jahres (2013) lag sogar bei 510 USD/t (Frühjahr 2013). Mitte 2012 hatte DAP-Dünger am Weltmarkt sogar 580 USD/t gekostet. Demgegenüber sind die derzeitigen Preise im Vergleich geradezu niedrig.
 
P-Dünger auch in Deutschland teurer
An den deutschen Importhäfen (Ostsee) haben die Preise für DAP-Dünger im Januar 2014 ebenfalls kräftig zugelegt und bewegten sich Mitte des Monates bei rund 375 Euro/t. Das war im Vergleich zum Dezember 2013  ein Preisanstieg von etwa 35 Euro/t bzw. etwa 10 %. Angesichts der weiter steigenden Weltmarkpreise ist ein weiterer Preisanstieg durchaus möglich. Im Vergleich zum Januar 2013 sind die aktuellen Spotmarktpreise für DAP-Dünger an den deutschen Verladehäfen und Umschlagplätzen allerdings rund 80 Euro oder 18 % niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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