Login
Analyse

Landwirte kauften deutlich mehr Mineraldünger

von , am
14.03.2014

Die deutschen Landwirte haben im vierten Quartal 2013 deutlich mehr Mineraldünger gekauft als im Jahr zuvor.

© landpixel
 
Die deutschen Landwirte haben im vierten Quartal 2013 deutlich mehr Mineraldünger gekauft als im Jahr zuvor. Ursache für den Nachfrageschub dürfte der scharfe Rückgang der Mineraldüngerpreise in der zweiten Jahreshälfte 2013 gewesen sein. So stieg der Absatz von Stickstoffdüngern an die Landwirtschaft Ende 2013 um 16 % gegenüber dem Jahr zuvor. Der Verkauf von P-Dünger hat sich sogar fast verdoppelt und auch Kalidünger wurde 10 % mehr verkauft. Gleichzeitig waren die Preise für Mineraldünger im Schnitt um 12 % niedriger als im Jahr zuvor und damit so niedrig wie zuletzt im Frühjahr 2011. Das zeigen die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes.
 
Absatz von N-Düngern hat kräftig angezogen
Der Absatz von Stickstoffdüngern (in 1000 t Nährstoff) an die deutsche Landwirtschaft hat im vierten Quartal 2013 deutlich um 16 % zugenommen. Am stärksten gewachsen ist dabei der Absatz von Mehrnährstoffdüngern (NP-Dünger). Dieser hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelt. Um 37 % zugenommen hat der Verkauf von flüssigem AHL-Dünger und der Absatz von Kalkammonsalpter (KAS) hat immerhin um 26 % zugenommen. Deutlich um 16 % zurückgegangen ist im letzten Quartal 2013 hingegen der Absatz von Harnstoff.
 
KAS-bleibt wichtigster N-Dünger
Unter den verschiedenen Stickstoffdüngern war Kalkammonsalpter (KAS) erneut der wichtigste Einzeldünger. Insgesamt wurden 37 % des Stickstoffs in Form von KAS verkauft. Der Absatz von Harnstoff erreichte einen Anteil am Gesamtverkauf von etwa 21 %. In Form von AHL-Dünger wurden etwa 10 % des Stickstoffdüngerbedarfs abgedeckt. Der Einsatz von NP-Dünger ist im vierten Quartal auf einen Anteil von rund 7 % gestiegen. Zu Beginn des neuen Wirtschaftsjahres 2013/14 (3. Quartal 2013) war der Absatz von Mehrnährstoff-N-Düngern (NP, NPK) allerdings um 30 % eingebrochen.
 
Nachfrage bei P-Düngern verdoppelt
Der Absatz von Phosphordünger an die Landwirtschaft hat sich im vierten Quartal 2013 (im Vergleich zum Vorjahr) fast verdoppelt. Den Phosphordünger kauften die deutschen Landwirte nach den Daten des Statistischen Bundesamtes überwiegend in Form von NP-Dünger (als Mehrnähstoffdünger). Der Anteil von NP-Dünger am gesamten P-Düngerabsatz lag bei drei Viertel (78 %) des Gesamtabsatzes. Hinzu kommen weitere Mehrnährstoffdünger wie NPK-Dünger (13 %) und PK-Dünger sowie außerdem auch Superphosphat. Ein Quartal zuvor (3te Q. 2013) war der Absatz von Mehrnährstoff-P-Düngern allerdings um 20 % zurückgegangen.
 
Absatz von Kalidünger erholt sich wieder
Der Absatz von Kalidünger an die Landwirtschaft hat im vierten Quartal 2013 (im Vergleich zum Vorjahr) um etwa 10 % zugenommen. Allerdings schränkten die Landwirte im dritten Quartal 2013 (also ein Quartal zuvor) den Einkauf von Kalidünger drastisch um 22 % ein. Gehandelt wurde der Kalidünger nach den Daten des Statistischen Bundesamtes vor allem in Form von Kaliumchlorid. Diese Düngerform macht etwa zwei Drittel der gesamten Absatzmenge aus. Auf Mehrnährstoffdünger entfallen etwa 26 % der gehandelten Kali-Menge.
 
Niedrigere Preise kurbelten Nachfrage an
Die Preise für Mineraldünger haben nach den Daten des Statistischen Bundesamtes in Deutschland ab dem zweiten Halbjahr 2013 deutlich nachgegeben. Das dürfte auch der Hauptgrund für die steigenden Handelsmengen sein. Von Januar 2013 bis Januar 2014 beträgt der Preisrückgang im Mittel aller erfassten Mineraldüngerarten etwa 12 %. Dabei sind die Getreidepreise in Deutschland im gleichen Zeitraum um 28 % gefallen und dürften nicht unbedingt zu einer stärkeren Nachfrage aus der Landwirtschaft beigetragen haben.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapas
Auch interessant